Susanne Heule tritt als Dirigentin ab
05.03.2026 Suhren-/Rueder-/Uerkental, SchöftlandEs herrschte eine sonderbare Stimmung am vergangenen Sonntagmorgen in der reformierten Kirche Schöftland. Der reformierte Kirchenchor Schöftland, verstärkt durch zahlreiche Stimmen aus dem katholischen Kirchenchor sowie dem Organisten und Pianisten Fritz Bär, ...
Es herrschte eine sonderbare Stimmung am vergangenen Sonntagmorgen in der reformierten Kirche Schöftland. Der reformierte Kirchenchor Schöftland, verstärkt durch zahlreiche Stimmen aus dem katholischen Kirchenchor sowie dem Organisten und Pianisten Fritz Bär, eröffnete – zum letzten Mal unter der Leitung von Susanne Heule – den durch Pfarrerin Dörte Gebhard gediegen gestalteten Gottesdienst.
«Seht, neuer Morgen!», mit diesen Worten begrüsste der reformierte Kirchenchor Schöftland unter der Leitung von Susanne Heule die sonntäglichen Kirchgänger in der reformierten Kirche Schöftland. Bereits aus dem Votum von Pfarrerin Dörte Gebhard ging hervor, dass dies ein besonderer Morgen wird, wo ein Anflug von Trauer, aber auch berechtigte Hoffnung nahe beieinander lagen. Der gesamte Anlass wurde durch den Chorgesang geprägt, noch einmal gab der Chor alles und gab tiefen Einblick in ein riesiges Repertoire. In den 21 Jahren der Dirigentschaft hat Susanne Heule eine Schar Sängerinnen und Sänger herangebildet, die fulminante Auftritte ermöglichten. Susanne Heule tat dies auf subtile, leise Art. Trotzdem wird nach ihrem Abgang der Chor nicht in der bisherigen Form weiter bestehen. Dörte Gebhard durfte nämlich verkünden, dass die Dirigentin nicht gänzlich «verloren» geht. Bereits sind Chorprojekte aufgegleist, bei denen sowohl Susanne Heule als auch zahlreiche Chormitglieder mitmachen werden, allerdings dann im Rahmen eines sogenannten ad hoc-Chores.
Kurze Laudatio
Die Präsidentin der Kirchenpflege, Eva Lüscher, trat im Namen der Kirchenpflege ans Rednerpult und meinte, dass eine Chorleiterin mehr Aufgaben hat als Proben und Dirigieren. Susanne Heule musste bei der Stückwahl all die Jahre vielen Wünschen gerecht werden. Sie wählte Lieder, die auf ihren Chor zugeschnitten waren und den Mitgliedern auch passten. Sie musste sich aber auch den Inhalten der Predigten anpassen und die Gottesdienstgestaltung mit den Pfarrern, den Organisten und allenfalls auch anderen Musikgruppen gemeinsam absprechen. Ein ausgezeichnetes Beispiel für die gute Zusammenarbeit und perfektes Zusammenspiel war das Weihnachtskonzert im letzten Dezember, ein weiteres Highlight in Heules Dirigentinnentätigkeit, das enorme Vorbereitungen erforderte. Sie wurde damals für 20 Jahre Tätigkeit geehrt, und gleichzeitig musste das Publikum zur Kenntnis nehmen, dass sie am 1. März verabschiedet werde.
Susanne Heule bedankte sich für diese Worte und bestätigte, dass diese Arbeit ihr grosse Freude bereitet habe. Allerdings habe sie all die Jahre den Tanz vernachlässigt. Ihr grösster Wunsch wäre «Tanzen in der Kirche».
Noten werden Blumen
Der Präsident des Chores und Chormitglied, Roland Saxer, erinnerte sich, dass sie den Chor immer wieder aus sich herausholte. Zusammen mit den Mitsingenden verwandelte sie Noten in die gewünschte Form, sodass buntfarbige Blumensträusse entstanden. Er machte die Tatsache dann offiziell, nämlich dass es den Chor in dieser Art nicht mehr geben wird. Spontanität wird inskünftig gefragt sein für spezielle Projekte. Eine fröhliche «Teilete» im Kirchgemeindehaus liess diesen speziellen Sonntagmorgen ausklingen.
Frieda Steffen

