Es sind grosse Zahlen: Am Vormittag haben über 700 Mädchen und Buben vom ersten Kindergarten bis zu fünfter Klasse die Aufführungen der Musikschule Reinach im Saalbau besucht. Am Spätnachmittag schufen Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, mehr als 20 Instrumente ...
Es sind grosse Zahlen: Am Vormittag haben über 700 Mädchen und Buben vom ersten Kindergarten bis zu fünfter Klasse die Aufführungen der Musikschule Reinach im Saalbau besucht. Am Spätnachmittag schufen Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, mehr als 20 Instrumente im Rahmen eines Parcours vor Ort auszuprobieren.Aber noch beeindruckender waren die Szenen, die sich draussen und auf den verschiedenen Stockwerken abspielten. Auf dem Parkplatz der Stiftung Lebenshilfe: Die Mutter hatte kaum die Autotüre geschlossen. «Mami komm, wir sind zu spät. Sonst sind die Instrumente weg.» «So schnell ist dein Klavier nicht weggeräumt.» Aber die Tochter hörte schon nichts mehr – sie war schon um die Kurve verschwunden. Derweil im ersten Stock: Ein Mädchen übergab sorgsam die Gitarre dem nächsten Neugierigen. Die Eltern hatten von einem Stehtisch aus zugesehen. Sie neckten die Schülerin: «So hast du jetzt alle Instrumente ausprobiert, die du wolltest?» Sie schüttelte mit strahlendem Lächeln den Kopf. Die Erwachsenen gaben sich geschlagen. «Okay dann auf in den Keller zum Schlagzeug.» Hätte man sich an seiner Kleidung orientiert, hätte man einen Teenager im ersten Stock vielleicht beim Keyboard erwartet. Stattdessen beobachtete er eine Weile aus der Ferne das Cello. «Möchtest du mal», fragte die Lehrerin. Er nickte wortlos. Seine Hände zitterten leicht, als er den Bogen über die Saiten führte. Aber sein Gesicht strahlte als die ersten Töne erklangen. Die Magie der selbsterschaffenen Töne hatte nicht nur die Kleinsten bei Tanz und Gesang zu Beginn des Parcours verzaubert. Immer wieder konnte man sehen, wie Musik Gross und Klein lächeln liess.
(Text und Bilder: Graziella Jämsä)