Im Rahmen der Aktionswoche zum internationalen Tag gegen Rassismus wurde am vergangenen Freitagabend der Film SA-MA gezeigt. Ein Film, der sich mit den Auswirkungen von Boulderklettern auf die psychische und physische Gesundheit von geflüchteten Menschen befasst. Die Non-Profit-Organisation ...
Im Rahmen der Aktionswoche zum internationalen Tag gegen Rassismus wurde am vergangenen Freitagabend der Film SA-MA gezeigt. Ein Film, der sich mit den Auswirkungen von Boulderklettern auf die psychische und physische Gesundheit von geflüchteten Menschen befasst. Die Non-Profit-Organisation «ClimbAid» hilft mit ihrer innovativen Arbeit den Jugendlichen, wieder Vertrauen in die eigene Resilienz zu entdecken. Das anschliessende Podiumsgespräch moderierte Martin Heiz.
Im Zentrum des Freitagabends stand der Dokumentarfilm «SAMA», mitproduziert vom in Menziken aufgewachsenen Beat Baggenstos, Gründer der Organisation «ClimbAid». Der Film führt uns in den Libanon. Dieses Land beherbergt im Verhältnis zu seiner Grösse und den Einwohnern weltweit die meisten geflüchteten Menschen. Dies führt zu einer grossen Herausforderung für beide Seiten. Vor allem für junge Menschen ist das Leben dort von grosser Unsicherheit und der ständigen Angst vor Willkür geprägt.
In beinahe poetisch schönen Bildern über das Tal und die Landschaft ist der Kontrast zwischen Freude und Leid in einer beinahe dramatischen Deutlichkeit zu spüren. Der Film zeigt eindrücklich die Zerreissprobe zwischen dem unbändigen Lebenswillen dieser Jugendlichen, der Resilienz und der Einschränkung ihrer Lebensumstände. Das Werk liefert auch eine Antwort auf diese Hoffnungslosigkeit. Es ist das Klettern. An der Felswand spielt die Herkunft keine Rolle. Was zählt, ist das Vertrauen in die eigene Kraft und in das Team. Hier gelingt es, Jugendliche über ethnische und religiöse Grenzen hinweg zu verbinden. Klettern bedeutet in diesem Kontext, aus der Fremdbestimmung auszubrechen. Sie finden eine eigene neue Identität und damit ein Stück weit zu sich selbst. Es ist eine Reise zur eigenen Mitte.
Sport und Resilienz
Im Fokus stand die Frage, wie man Menschen für den Sport begeistern kann und welche zentrale Rolle Bewegung für die psychische Gesundheit spielt. Der Sport hilft dabei, die eigene Kraft und eine innere Ruhe zu finden. Reinach gilt hier mit seinem eigenen Sportkoordinator als Vorbild. Ob beim «Gemeinde Duell», welches in diesem Jahr nicht gegen, sondern zusammen mit Menziken um Bewegungspunkte kämpft, oder den Midnightgames: Das Ziel ist das Miteinander. Einig war man sich auch über die stärkenden Auswirkungen von Sport auf die Psyche. Das Ziel ist, dass Sport zu einem echten Miteinander führt.
Rassismus ist verbreiteter als man denkt
Schnell wird klar. Rassismus ist nicht ein Problem einer kleinen Minderheit, sondern ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Thema, an welchem jeder persönlich an sich arbeiten und die eigene Haltung hinterfragen darf.
«SAMA» ist online für jedermann aufgeschaltet. Er ist entweder über die Website www.climbaid.org oder direkt über den Link unter https://youtu.be/ jfUfaf8Sags zu finden.
Wer die Arbeit von ClimbAid unterstützen möchte: www.climbAid.org.
Dominique Rubin