Freude, (kein!) Frust und Dankbarkeit
26.03.2026 Michelsamt, RickenbachEinmal im Monat berichten die einzelnen Rickenbacher Gemeinderäte und der Geschäftsführer abwechslungsweise über Aktivitäten aus ihrem Tätigkeitsgebiet und informieren auf diese Weise die Bürgerschaft über persönliche Erfahrungen und Eindrücke. ...
Einmal im Monat berichten die einzelnen Rickenbacher Gemeinderäte und der Geschäftsführer abwechslungsweise über Aktivitäten aus ihrem Tätigkeitsgebiet und informieren auf diese Weise die Bürgerschaft über persönliche Erfahrungen und Eindrücke. Den März-Beitrag liefert Thomas Zettel, Gemeinderat Ressort Bau- und Infrastruktur.
Der März war für mich in gewissem Masse speziell, denn fast alles war nur noch einmal und dies zum letzten Mal und so ziehe ich nach 4442 Tagen mein kleines persönliches Fazit.
Freude
Als ich vor gut 12 Jahren angefragt wurde, ob ich mich nicht zur Wahl für den Rickenbacher Gemeinderat zur Verfügung stellen wolle, hat mich diese spontane Anfrage gefreut. Nach einer Bedenkzeit war ich der Überzeugung, dass ich gerne unsere Gemeinde aktiv mitgestalten will. Rückblickend konnten wir in den letzten Jahren unsere Gemeinde voranbringen, gestalten, Visionen entwickeln und eine Vielzahl an Projekten umsetzen. Dabei handelte es sich stets um Teamarbeit, mit Leuten, die dasselbe Ziel hatten und mit anpackten. Dies war motivierend und hat Freude bereitet. So schaue ich nicht nur auf die fertigen Projekte, sondern auch auf viele schöne Erinnerungen während des Prozesses dorthin.
Es waren aber nicht nur die Projekte und die Teamarbeit, die mich über die Jahre erfreuten, sondern auch die Entscheidungsfreudigkeit der Bevölkerung und auch ein gewisser Vorwärtsdrang zur Entwicklung und Umsetzung. Und ja, genau dies zeichnet die Rickenbacher aus. Machen wir doch mit Freude weiter so!
Frust? Nein!
Oft und vielerorts sind Politik oder politische Entscheide frustrierend. Nun, wie war dies in meiner Amtszeit? Ja, es gab auch bei mir schwierige Entscheide oder schwierige Geschäfte. Nicht immer kann man es allen recht machen oder muss sogar schwierige bis brisante Entscheide treffen. Dies «nagt», beschäftigt und braucht sehr intensive Abklärungen und Vorbereitungen. Frust? Nein! Frust hat mich in meiner Amtszeit nie begleitet. Ich stellte mich damals auch nicht aus einem Frust zur Situation zur Wahl. Und ich gehe auch nicht frustriert. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, dieses Kapital schlug ich nicht auf.
Dankbarkeit
Die Tätigkeiten und Aufgaben im Gemeinderat sind sehr vielseitig. Am Anfang ist alles neu, und man muss sich viel Wissen aneignen und Zusammenhänge verstehen lernen. Auch ich musste mich mit vielen Themen «im stillen Kämmerlein» befassen, um meine Aufgaben wahrzunehmen und in den jeweiligen Themen sattelfest zu sein. Wissen, welches ich auch in meinem beruflichen und privaten Umfeld nutzen kann. Weiter hat mich der Begriff «mehrheitsfähig» stark geprägt. Dies ist weit mehr als nur eine politische Floskel. Es geht dabei eben um Lösungen, welche ausgewogen sind und für viele Leute einen Mehrwert generieren. Ich durfte mit solchen Aufgaben viele Erfahrungen machen, welche ich nicht missen will. Dafür bin ich dankbar.
Ein grosser Dank gehört allen Personen, welche mich jeweils unterstützten. Allen voran meine Familie, welche über all die Jahr viel Verständnis aufbrachte für doch den einen und anderen Termin ausserhalb vom normalen Berufsalltag. Ein weiterer Dank gehört meinen Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat wie auch unserem Geschäftsführer Peter Fischer. Unser Zusammenarbeiten war nicht super, weil wir eine Runde von «Kopfnickern» waren, sondern weil wir Themen zusammen voranbrachten, immer mit dem Fokus, die bestmögliche Lösung zu erzielen. Selbstverständlich gehören da auch alle Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung wie auch Schulleitung dazu. Ich durfte in meiner Amtszeit in einigen Kommissionen mitarbeiten, in Projektteams mit externen Planern und Fachpersonen mitwirken. Auch all diesen Personen sage ich vielen Dank. Und, dass dies überhaupt möglich war, musste ich zur Wahl portiert und schlussendlich gewählt werden. Ich danke der SVP Rickenbach wie auch der Bevölkerung für das mir entgegengebrachte Vertrauen.
Übergabe an Nachfolger
Nun ist es an der Zeit, dass jemand anderes das Heft in die Hand nimmt. Ich wünsche Andreas Wermelinger einen guten Start und viel Freude beim Gestalten unserer Gemeinde, ganz unter dem Motto «Rickenbach, ein Dorf unserer Zeit, nur schöner»!
Thomas Zettel


