Ein Handwerk zum Dahinschmelzen
05.03.2026 ReinachVergangenen Samstag konnten die Besucher bei der Teddybärenausstellung nicht nur flauschige Bekanntschaften schliessen. Zahlreiche Kunsthandwerkerinnen und -handwerker präsentierten ihre liebevoll hergestellten Arbeiten aus Holz, Filz, Stoff oder Folien. Ein Besuch, der sich ...
Vergangenen Samstag konnten die Besucher bei der Teddybärenausstellung nicht nur flauschige Bekanntschaften schliessen. Zahlreiche Kunsthandwerkerinnen und -handwerker präsentierten ihre liebevoll hergestellten Arbeiten aus Holz, Filz, Stoff oder Folien. Ein Besuch, der sich auch für Nicht-Sammler als lohnend herausstellte.
Eine Besucherin verlässt gerade den Saalbau, vor der Türe bleibt sie stehen. Ein Blick in die Tasche, der Handgriff hinein folgt. Da zieht sie mit einem breiten Lächeln im Gesicht ihre neuste Errungenschaft hervor. «Ich habe meinem Mann heute gesagt, ich kaufe nichts. Doch bei diesem süssen Hasen konnte ich nicht widerstehen», sagt sie. Sie habe zwar circa 300 Bären zuhause, aber Hasen, Hasen habe sie noch nicht viele. «Ich kaufe die handgefertigten Plüschtiere und die Dekoration dazu mache ich selbst. So erhält jedes Tier seine eigene Geschichte», erzählt sie stolz, bevor sie anschliessend den Heimweg antritt.
Es gibt nur noch zwei
Derweil ist im Saalbau eine fröhliche Stimmung spürbar. Kein Wunder, bezeichnen die Organisatorinnen Yvonne Ammann und Daniela Marzohl die Ausstellung auch als Fest. Wohin das Auge blickt, wird geplaudert, gekauft und bestaunt. Dabei haben einige der Besucher, wie auch der Aussteller einen weiten Weg hinter sich. Denn seit einigen Jahren gibt es lediglich noch zwei Teddybärenausstellungen in der gesamten Schweiz. Diese im Saalbau besteht nun schon seit 25 Jahren. Damit sie der Region auch noch viele weitere Jahre erhalten bleibt, überlegen sich die Organisatorinnen und teils gar deren Familienmitglieder stets Erweiterungen. So kommt es, dass Heinz Marzohl, der seine Tochter und Yvonne Ammann mit dem Marketing unterstützt, auch selbst kreative Ideen miteinfliessen lässt. «Wir waren beim Campen, als er plötzlich die Idee hatte, einen Paddelbären zu konstruieren», erzählt Lilo Marzohl, welche früher selbst zum Organisationskomitee gehörte. Sie zeigen auf ihren Stand, wo zwei bunte Bären im Paddelboot ihr Angebot ergänzen. Diese funktionieren wie ein Windrad, erklärt Heinz Marzohl. Damit die Paddel in Bewegung kommen, benötigt es lediglich 15 km/h Wind. Für den Schöpfer war dabei eine hohe Qualität wichtig. Dank rostfreien Materialien und beständigem Kunststoff halten die Paddelbären auch schlechter Witterung stand. «Die Paddelbären haben eine Lebensdauer von gut 15 Jahren», fügt Heinz Marzohl hinzu.
Plüsch auf Weltreise
Auch detaillierte Holzschnitzereien und filigrane Scherenschnitte sind im Saalbau zu entdecken. Dafür beweisen Maja und Louisa Nadig besonderes Fingerspitzengefühl. Das Mutter-Tochter-Duo ist oft gemeinsam mit ihren Kreationen an Märkten und Ausstellungen unterwegs. Louisa Nadig kreiert ihre Scherenschnitte mit einer spitzigen Miniaturschere. «Ich habe zwischen 4 bis 25 Stunden pro Exemplar», erzählt sie. Ihre Tochter Maja hat ihr kreatives Hobby in der Schnitzerei mit Holz gefunden. «Ich mache Verschiedenes, aber am liebsten sind mir schon die Bärenmotive», erzählt sie, während sie zu ihrer Mutter hinüberblickt und sie sich gegenseitig ein herzliches Lächeln schenken. Sie habe sich irgendwann von ihrer Mutter anstecken lassen, ergänzt Maja Nadig. Einige Tische weiter schmücken lauter kleine Mäuse den Tisch. Es ist der Stand von Olga Faber aus Sarmenstorf. Über Socialmedia-Plattformen bekommt sie Bestellungen aus weiter Ferne. So kann sie mit ihren gehäkelten Tierchen Käufern auf der ganzen Welt eine Freude bereiten und gar ihr Hobby zum Beruf machen. Ob aus Kunststoff, Holz oder aus Plüsch, eines haben die Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker alle gemeinsam: Sie investieren viel Zeit, feinstes Fingerspitzengefühl und viel Hingabe in ihre Kreationen. Dabei entstehen tierische Einzelstücke, die oft eine ganz eigene Geschichte erzählen und schlussendlich Sammlern oder eben auch Nicht-Sammlern ein Stück Freude schenken.
Janine Flückiger



