Die Vielfalt des Schweizer Liedguts ist enorm. Das Blockflötenorchester Kirchleerau hat zusammen mit einem Projektchor und der Akkordeonistin Silvia Müller die eindrücklichsten Lieder hervorgeholt, die Musikerin Christa Hunziker hat sie arrangiert, sodass das Konzert voller ...
Die Vielfalt des Schweizer Liedguts ist enorm. Das Blockflötenorchester Kirchleerau hat zusammen mit einem Projektchor und der Akkordeonistin Silvia Müller die eindrücklichsten Lieder hervorgeholt, die Musikerin Christa Hunziker hat sie arrangiert, sodass das Konzert voller Spannung und Dramatik daherkam.
Die Auswahl, die die Musikerin Christa Hunziker für ein spezielles Flötenkonzert getroffen hat, stammt aus dem «Lieder-Chratte». Das Büchlein umfasst 26 Stücke in allen vier Landessprachen, 25 davon wurden am Sonntagabend in der katholischen Kirche Schöftland präsentiert. Die Blockflöte scheint ein Instrument für Frauen zu sein, im Blockflötenorchester Kirchleerau ist kein einziger Mann zu entdecken. Nicht aber im fünfköpfigen Chor, welcher sich für dieses Projekt zusammengefunden hat. Dieser wurde durch zwei Männerstimmen bereichert. Ausser den Blockflöten aller Grössen kamen auch Gämshörner und die Gitarre zum Einsatz, nebst der Akkordeonistin Silvia Müller. Christa Hunziker hat jedes Lied entsprechend arrangiert, sodass ein stimmungsvoller Klang erreicht wurde, voller Spannung und Dramatik, denn die alten Schweizer Volkslieder haben selten ein «happy end». Sie enden mit unerfüllter Liebe, mit schmerzlicher Trennung oder gar mit dem Tod, wie zum Beispiel «im Rosegarte z’Mailand» oder «Grossmuetter Schlangechöchin».
Gehört und vergessen
Nicht nur die musikalische Vielfalt kam in diesem Konzert zum Ausdruck, sondern auch die der Sprachen und Dialekte in der Schweiz. Der Chor hat sich die Mühe gemacht, auch alte Dialekte zu singen, wie zum Beispiel «Es sin es mal zwo Gspili gsyn», oder «was wie mir aber singen, was wie mir heben an. Mir wie singen vom Leuenberger, wie’s ihn nid wohl ergahn» «Dorma bain» erklang auf Romanisch, «in der Hoffnung, dass Ihr nicht merkt, wenn wir falsch betonen», so ein Sänger. Der Liederstrauss enthielt zahlreich bekannte Stücke, die zum Teil in Vergessenheit geraten sind. Sie tauchten aus der Erinnerung auf und wurden mitgesummt. Es ist Christa Hunziker gelungen, immer wieder einen Glanzpunkt zu setzen, dank den verschiedenen Instrumenten, die ihr zur Verfügung standen. Sie selber war nicht nur Dirigentin, sie begleitete den Chor mit der Gitarre, spielte selber verschiedene Flöten und natürlich das Gämshorn. Das Publikum war begeistert und verlangte eine Zugabe, die mit «du fragsch mi, wär i by» erfüllt wurde.
Frieda Steffen