Alle Wege führen nach Rom
12.03.2026 Menziken, ReinachAm Dienstag, 10. März 2026 wurde in Menziken die ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung der kath. Kirchgemeinde Menziken-Reinach abgehalten. Erneut ging es um Wahlen. Die Finanzkommission musste nach einem Weggang eines Mitglieds und einem Wechsel der ...
Am Dienstag, 10. März 2026 wurde in Menziken die ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung der kath. Kirchgemeinde Menziken-Reinach abgehalten. Erneut ging es um Wahlen. Die Finanzkommission musste nach einem Weggang eines Mitglieds und einem Wechsel der Finanzkommissionspräsidentin Klaudi Biljiesko zur Führung des Sekretariats der kath. Kirchgemeinde zwei neue Mitglieder suchen.
Ein gut gelaunter Dr. Martin Sigg begrüsste die Teilnehmer zur Wahl zweier neuer Mitglieder der Finanzkommission sowie deren Präsidium. Während im Vorfeld Unklarheit über die Kandidaturen herrschte, kursierten auf Social Media bereits Flyer für Visnja Selak und Renata Donadi, was für Irritationen sorgte. Sigg konnte diese jedoch klären. Die beiden beruflich versierten und regional verankerten Frauen stellten sich kurz vor und wurden mit hervorragenden Ergebnissen gewählt. Renata Donadi übernahm zusätzlich das Präsidium der Kommission. Die Versammlung hiess die neuen Mitglieder herzlich willkommen.
Eine Beschwerde fliegt nach Rom
Zu zahlreichen Wortmeldungen kam es unter Traktandum Verschiedenem. Toni Iten fragte, ob die Kirchenpflege nach wie vor gedenke, Ressourcen für die Rückkehr von Pater Luis Reyes zu verwenden oder ob man dies endlich ad acta legen könne. Dr. Martin Sigg betonte, dass er gerne darüber informiere. Er habe eine Beschwerde gegen das vom Bistum Basel verhängte Berufsverbot von Pater Luis Reyes geschrieben. Brisant: Nicht etwa ans Bistum sondern direkt über Bern nach Rom an den «heiligen Stuhl». Reyes akzeptiere das auferlegte Tätigkeitsverbot (Tätigkeitsverbote sind personenbezogen) im Moment. «Wir halten uns vorläufig daran», betonte Sigg.
Personalpolitik endet vor dem Richter
Auch beim Personal herrscht Bewegung. Toni Iten kritisierte die hohe Fluktuation und verwies auf die Kündigung des langjährigen Sakristans André Bättig, für den bereits ein Nachfolger gefunden wurde. Schärfer fielen Itens Worte zum Fall des Sakristans Urs Schwegler aus: Er betonte, der Kirchenpflegepräsident und der Pfarrer hätten vor Gericht «auf ganzer Linie verloren», was an Peinlichkeit kaum zu überbieten sei. Grund war eine dreimonatige Rückstufung Schweglers in ein Provisorium wegen angeblich ungenügender Leistung. Der Richter gab Schwegler in jedem Punkt recht und stellte das definitive Arbeitsverhältnis per sofort wieder her. Dr. Martin Sigg korrigierte, indem er betonte, Schwegler sei nie zurückgestuft worden. Er sei in dieser Sache an das Amtsgeheimnis gebunden, erklärte er. Zur allgemeinen Verständigung müsse er dies jedoch brechen. Grund wäre, dass Schwegler krank gewesen wäre. Daher habe er nur 80% des Lohnes erhalten. Eine Erklärung, die keine weiteren Fragen mehr zuliess.
Wer bezahlt die zu Unrecht durchgeführte Wahl?
Neben einer Gedenkminute für die langjährige engagierte Lisbeth Züsli kamen auch die Kosten der annullierten Erweiterungswahlen für die Kirchenpflege zur Sprache. Rund 9000 Franken schlagen diese hier zu Buche. Sigg betonte kämpferisch, dass die Kirche diese Kosten tragen müsse, da der Wahltermin vom Rekursgericht vorgegeben wäre. Die genaue Verbuchung wird das Thema der nächsten Kirchenpflegesitzung sein.
Dominique Rubin

