Ab 1967 mit Frauen-Power
12.03.2026 Wynental, OberkulmVor genau 100 Jahren wurde die Musikgesellschaft Oberkulm gegründet. Grund genug für ein Jahreskonzert am vergangenen Samstag im Zeichen dieses Jubiläums.
Präsident Beat Hofmann stand vor einem vollen Saal und konnte rund 270 Gäste, darunter viele ...
Vor genau 100 Jahren wurde die Musikgesellschaft Oberkulm gegründet. Grund genug für ein Jahreskonzert am vergangenen Samstag im Zeichen dieses Jubiläums.
Präsident Beat Hofmann stand vor einem vollen Saal und konnte rund 270 Gäste, darunter viele Vereinsdelegationen aus nah und fern, in der Neudorfturnhalle begrüssen. Er wisse nicht genau, ob es das 100. Jahreskonzert sei, aber der Verein feiere mit diesem Abend sein 100-Jahr-Jubiläum. Dann übernahm Schlagzeuger Stefan Hofmann das Mikrofon und führte charmant und unterhaltsam durch den Abend. Er hatte sich in den vergangenen Wochen ins Vereinsarchiv vertieft und allerlei Anekdoten und Trouvaillen ans Licht befördert. Einige davon konnte man im Progammheft lesen, andere baute er in seine Moderationen ein.
Ab 1967 mit Frauen-Power
So erfuhr man beispielsweise, dass 1967 die erste Frau erst «nach vielen Meinungsverschiedenheiten» im Verein aufgenommen wurde. Ihr zu Ehren erklang unter der bewährten Leitung von Dirigent Markus Stalder die «Uschi-Polka». Heute machen Frauen rund die Hälfte aller Mitglieder aus. Drei davon traten beim «Saxophon Jubilee» als Solistinnen auf. Das Stück kam beim Publikum gut an und wurde als Zugabe ein zweites Mal vorgetragen.
Erinnerungen an Heiterwang
Vor dem Medley einiger Super Hits von Boney M. erfuhr man, dass drei Mitglieder seit über 50 Jahren in der MGO mitspielen. «Over and Out» hiess es anschliessend, ein Stück, bei dem die Tambouren Rued für den zackigen Rhythmus verantwortlich zeichneten. Auch hier wurde der Wunsch nach einer Zugabe erfüllt. Vor dem «Gruss an Heiterwang» erinnerte Kurt Hofmann, der Grossvater des Moderators, an einige Geschichtchen rund um die Vereinsreisen in ebendieses Heiterwang in Tirol, wo man mehrmals, zuletzt 2001, eine befreundete Musikgesellschaft besuchte.
Noch tiefer im Archiv fand man das Stück «Landi 39», ein Medley, das nicht nur den Hit von Marthely Mumenthaler, sondern auch weitere bestbekannte Melodien rund um die Kriegsjahre beinhaltete. Wesentlich neuzeitlicher erklang danach Bryan Adams Top Hit «Summer of 69». Mit zwei Zugaben, einem schmissigen Marsch und einer lüpfigen Polka, ging das gefällige Konzert zu Ende.
Die Pause wurde von vielen Besuchenden genutzt, um die Köstlichkeiten aus der Küche zu probieren. Zudem verführte eine schöne Tombola zum Loskauf. Und im Eingangsbereich waren die früheren Uniformen der MGO ausgestellt. Hinter dem Vorhang wurde währenddessen das schlichte Bühnenbild für das folgende Theater aufgebaut.
Heiterer Einakter
Gezeigt wurde «Alles us Verzwyflig» von Arthur Brenner unter der Regie von Beat Hofmann. Die Geschichte: Schaggi (Martin Hofmann), Oski (Beat Hofmann) und Heiri (Stefan Hofmann) halten Vorstandssitzung. Eine neue Vereinsfahne soll her, aber dazu fehlt das Geld. Schaggi bittet seine Tante aus dem fernen Zürich per Brief um 10\'000 Franken. Als Grund nennt er Auslagen für Frau und Kind, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Die rüstige Tante Hedi (Manuela Roth) schickt aber statt des Geldes eine SMS und kündigt ihren Besuch an. Ja schlimmer noch, sie ist in wenigen Minuten da. Nicht ganz freiwillig wird Oski zum herzigen Büebli mit Lätzli, Häubchen und Nuggi im geflochtenen Kinderwagen. Und Heiri mimt Schaggis liebende Ehefrau - mit üppigem Damenbart. Zunächst gelingt es tatsächlich, der Tante, die mit Schaggis Schwester Elsy (Nicole Hofmann) auftaucht, etwas vorzumachen. Als aber Heiri der hübschen Elsy mehr Aufmerksamkeit schenkt als «ihrem Büebli» und dann auch noch Oskis Frau Luise (Jaqueline Müller) ihren Mann sucht und im Kinderwagen findet, kann die Geschichte fast nur im Desaster enden. Der heitere Schwank sorgte für so manchen Lacher. Besonders die Verwandlung von Oski in ein Baby, inklusive Unterbringung sämtlicher Gliedmassen im Körbchen, war zum Heulen komisch und strapazierte die Lachmuskeln des Publikums.
Roland Marti




