«Schau, das hier ist mein Bild!»
26.02.2026 ReinachUnter dem Motto «Tierwelten» fand vergangenen Freitagabend in der Heuwiese in Reinach die Frühlingskarten-Vernissage der Stiftung Lebenshilfe statt. Zahlreiche Besucher folgten der öffentlichen Einladung, um die kreativen Bildgestaltungen im Atrium zu bestaunen und ihre drei ...
Unter dem Motto «Tierwelten» fand vergangenen Freitagabend in der Heuwiese in Reinach die Frühlingskarten-Vernissage der Stiftung Lebenshilfe statt. Zahlreiche Besucher folgten der öffentlichen Einladung, um die kreativen Bildgestaltungen im Atrium zu bestaunen und ihre drei Favoriten zu wählen. Der geladenen Jury stand schliesslich die schwere Aufgabe bevor, von den 10 Bildern mit den meisten Stimmen das neue Kartenset auszusuchen.
Die Stiftung Lebenshilfe ist in der Region weit herum bekannt und ihre Vielzahl an Produkten aus den verschiedenen Werkstätten sind beliebte Geschenke, die Individualität und Qualität vereinen. Eines davon sind die Kartensets. Ob bunt, schrill, filigran oder eine realistische Anmutung, gemeinsam haben sie eines: Sie zaubern den Betrachtenden ein freudvolles Lächeln ins Gesicht. Das erklärt, dass an der Frühlingskarten-Vernissage eine muntere Stimmung im Atrium spürbar ist.
Besonders beliebt
Vor der Vernissage wurden bereits 870 Stimmen im Online-Voting abgegeben. Am Anlass selbst haben die Besuchenden nochmals die Chance, für ihre drei Lieblingsbilder zu stimmen.
«Ich kann mich nicht entscheiden», sagt eine Besucherin zu ihrer Tochter. Eine andere meint: «Das sind richtige Kunstwerke. Sie sind alle so farbenfroh und das Thema ist auch super.» Die Tierwelten finden jedoch nicht nur bei den Besuchern grossen Anklang, wie Alfred Dörfliger, Bereichsleiter Arbeit, verrät: «Alle Ausflüge, die mit Tieren zu tun haben, wie zum Beispiel ein Zoobesuch, begeistern die Klientinnen und Klienten besonders.» Für die Erarbeitung der Bilder haben die Klientinnen und Klienten die Möglichkeit, an einem Bildungsangebot teilzunehmen. Dort werden sie im Prozess begleitet, erhalten bei Bedarf Tipps und die Materialen werden ihnen zur Verfügung gestellt. Die Werke an der Vernissage präsentieren zu können, bildet den krönenden Abschluss. So verwundert es nicht, dass den Künstlerinnen und Künstlern die Nervosität, gemischt mit Freude, anzumerken ist.
Während sich die einen lieber etwas zurückhalten, können die anderen ihren Stolz nicht länger verbergen. Darunter David, der mit einem breiten Lachen sagt: «Schau, das hier ist mein Bild. Es ist die Nummer 23.» David zeigt auf sein Werk, das eine actionreiche Szene mit Superman-Katze und einer Räuberkatzenbande im Hintergrund präsentiert.
Eine gute Mischung
Unter den Betrachtenden befindet sich auch die sechsköpfige Jury, welche sich einen Eindruck von den Bildern verschafft. Diese bestand aus Franziska Goldenberger, Gemeinderätin in Reinach, Barbara Trösch, Betriebsleiterin Vogelwarte Sempach, dem Künstler Michael Husmann Tschaeni aus Beinwil am See, Stiftungsratspräsident der LH Jürg Sager, Mirella Riesch, Gruppenleiterin Nachtdienst sowie Ursina Rohr, Gruppenleiterin Hauswirtschaft. «Bei der Auswahl der Jury achten wir auf eine gute Mischung aus verschiedenen Bereichen, beispielsweise Politik, Wirtschaft und Kunst», erzählt Philippe Crameri, Geschäftsleiter der LH. Die Begeisterung über die Vielfalt der Werke ist auch bei der Jury zu spüren. «Ich finde es gewaltig. Die Bilder sind so persönlich und speziell», sagt Franziska Goldenberger voller Euphorie.
Schliesslich ist es so weit und die Jury zieht sich in einen separaten Raum zurück, um aus den zehn Bildern mit den meisten Stimmen ein Dreierset auszuwählen.
Es gab viele Ehrungen
Währenddessen gibt es im Atrium jede Menge Ehrungen auszusprechen. Denn was die Klientinnen und Klienten an Zeit, Kreativität, Freude und Hingabe in ihre Werke investieren, ist beachtenswert. Das findet auch die LH-Stiftung und hat dieses Jahr erstmals alle Teilnehmenden für die Übergabe eines Diploms und einer Rose auf die Bühne gebeten. «Ohne euch Künstlerinnen und Künstler würde es auch keine Vernissage geben», hält Philippe Crameri bereits zum Anfang des Abends fest. Denn auch wenn nur drei Bilder ins Kartenset kommen können, so dürfen alle stolz auf ihre kreativen Arbeiten sein. Da sind sich wohl alle einig.
Nach einer halben Stunde hatte die Jury eine Entscheidung getroffen. Wie schwierig diese Aufgabe ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass bis zur allerletzten Minute noch argumentiert, besprochen und analysiert wurde. Sichtlich erleichtert, eine Auswahl getroffen zu haben, betreten Barbara Trösch, Mirella Riesch, Michael Husmann Tschaeni, Ursina Rohr, Franziska Goldenberger und Jürg Sager die Bühne für die Bekanntgabe. Das neue Kartenset besteht aus dem Giraffenbild von Beat, dem Gecko von Marita und dem malenden Tintenfisch von Rebecca. Mit einem freudigen Jauchzen und ausgestreckten Armen betreten die drei die Bühne, um sich den wohlverdienten Applaus abzuholen. «Ich bin froh, dass ich nicht die Aufgabe der Jury hatte», sagte ein Besucher im Anschluss. Dem würden wohl bei dieser kunterbunten Mischung an tierischen Bildkreationen noch viele beipflichten.
Janine Flückiger


