Schwelgen in den Melodien einer musikalischen Reise
19.02.2026 Seetal, SeengenKonzertbeginn 17 Uhr, doch kurz vor halb fünf waren die vorderen Reihen im Musiksaal Polifonia bereits belegt. Eilig wurden weitere Stühle platziert. Kein einziger umsonst. Neugierige und Fans waren von überall aus dem Kanton angereist.
Erich Güntensperger sass auf dem ...
Konzertbeginn 17 Uhr, doch kurz vor halb fünf waren die vorderen Reihen im Musiksaal Polifonia bereits belegt. Eilig wurden weitere Stühle platziert. Kein einziger umsonst. Neugierige und Fans waren von überall aus dem Kanton angereist.
Erich Güntensperger sass auf dem Cajon. Mit einem Lächeln auf den Lippen lauschte er Thierry Roggens Kontrabass. Susanne Geist wechselte ihre Flöten so flink, dass einem schon beim Zuschauen schwindlig werden konnte. Wenn Monika Bättig, von Andrea Stocker auf dem Akkordeon begleitet, jodelte, sah es aus, als musizierten sie beide ganz für sich allein. Und von Franziska Wigger in einer Festtagstracht hätte man kaum als erstes ein spanisches Lied erwartet. Es war eine Konzertstunde mit vielen Überraschungen. Aber von Anfang an …
«Liebe Besucherinnen und Besucher, ich darf sie heute in Vertretung unserer Leiterin der Kreismusikschule Seetal Marina Geissbühler zu diesem aussergewöhnlichen Konzert herzlich willkommen heissen.» Gemeinderat Hannes Bopp strahlte während seiner kurzen Ansprache. «Geschätztes Publikum, was sie heute hier erleben, ist ein Work-In-Progress – oder anders ausgedrückt, ein auf dem Weg nach Ecuador-Konzert. Sie bekommen Einblick in einen kreativen Prozess. Während dem Spielen schaffen diese Profimusikerinnen und -musiker live an Ideen – das Konzert ist gleichzeitig Probe, Experiment und Aufführung.»
Neu gedacht
Als politisch Verantwortlicher für das Konzert-Format Polifonia sowie die Kreismusikschule sei er glücklich und auch stolz, dass die Gründer des Kernensembles wie auch Mitwirkende der erweiterten Formation Lehrpersonen seien. «Das zeigt, in unserem Haus wird geforscht, entwickelt, kombiniert und neu gedacht. Kreativität hört nicht an der Unterrichtstür auf und darauf dürfen die engagierten Lehrpersonen stolz sein.» Dem Publikum wünsche er nun viel Vergnügen. «Und ihnen, liebe Musikerinnen und Musiker eine bereichernde musikalisch-kulturelle Reise und Tournee in Ecuador.»
Viel zu erleben
«La Jalousie»-Mitbegründer und Klarinettist Sven Bachmann gab einen Einblick in die Entstehung des Projektes (Siehe Wynentaler Blatt, Nr. 7, 12.2.2026). «Jetzt lassen wir uns mit ihnen überraschen. Und einfach, damit sie sich nicht wundern. Das Konzert ist als ein Ganzes konzipiert. Das heisst, sie dürfen selbstverständlich jederzeit klatschen. Aber keiner wird sich wie normalerweise zwischendrin erheben.» Die musikalische Reise nahm ihren Anfang. Schnell wurden Assoziationen geweckt. Bilder von eigenen Entdeckungen gesellten sich zu den vielseitigen Melodien. Beschränkungen gab es keine. Schweizer Alpen, spanische Strände, südamerikanische Mode oder der Verkehr auf fremden Strassen – es gab unglaublich viel zu erleben. Das liebevolle Miteinander von «La Jalousie plus» berührte. Da ein Blick zum gemeinsamen Auftakt, dort ein Lächeln, weil es Spass macht die Instrumentenkombination samt Alphorn und Büchel zu betrachten. Das Publikum bedankte sich mit langanhaltendem Applaus – vor und nach der Zugabe. Es stärkte dem im Spiel zusammengewachsenen Ensemble den Rücken für den Reisebeginn am 7. April. Ecuador, sie kommen!
Graziella Jämsä


