Rechtzeitig Hilfe holen

  12.02.2026 Suhren-/Rueder-/Uerkental, Schöftland

Das Thema «Demenz» schien auf grosses Interesse zu stossen. Der Anlass der Alterskomission Schöftland vereinigte ein zahlreiches Publikum im Mehrzweckraum der Schule. Zu Gast war Elisabeth Gyger, eine Fachfrau mit breitgefächerter Erfahrung.

Ein reichhaltiges Buffet, vorerst noch sorgsam zugedeckt, gestiftet vom regionalen Alterszentrum Schöftland, verhiess eine angenehme Erfrischung nach einem schwierigen Referat. Patricia Misefare, Mitglied der Alterskommission Schöftland, begrüsste und dankte vorab Jürgen Gaulke, Geschäftsführer des Alterszentrums, für die grosszügige Aufmerksamkeit. Die Referentin, Elisabeth Gyger, musste sie nicht gross vorstellen, diese tat dies selber auf originelle Art, indem sie vorab alle Anwesenden breit lachen liess, denn «ein Lächeln ist der kürzeste Weg vom Einen zum Andern oder zwischen zwei Menschen!»

Damit schuf sie bereits eine heitere Atmosphäre zum Einstieg in ihre Ausführungen. Heiterkeit kann Wunder bewirken, auch im Zusammenhang mit Demenz-Betroffenen. Heiterkeit bringt Leichtigkeit in einen Alltag, der oft nicht leicht zu bewältigen ist. Elisabeth Gyger hat Erfahrung in der Pflege, Aktivierung und Betreuung von Menschen mit Demenz. Ausserdem hat sie ihren Vater in dieser Krankheit liebevoll begleitet und kann deshalb von zwei Seiten berichten. Eine wichtige Erfahrung hatte sie dabei gemacht: «Ich war meinem Vater nie so nahe wie in diesen letzten Monaten.» Als Care Clown «Klaara» versucht sie zudem Humor in die Krankenstuben zu zaubern.

«Keine leichte Kost …

… vielleicht sogar Bauchweh» bereite ihr Thema wohl vielen Anwesenden, denn Demenz betrifft nicht nur den direkt Betroffenen, sondern auch dessen Angehörige und Freunde. Zum Glück wird in diesem Bereich mehr und mehr auch die Öffentlichkeit sensibilisiert, und damit wächst das Verständnis für die Menschen, die sich vielleicht, aufgrund ihrer fortgeschrittenen Erkrankung, etwas daneben benehmen. Die Öffentlichkeit lernt, besser damit umzugehen.

Elisabeth Gyger erklärt, wie es möglich wird, dass demente Menschen ihre Würde lange behalten können. Dazu braucht es oft Hilfe von aussen, und die Betroffenen sollten sich nicht schämen, solche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Neben guten Freunden sollte die fachliche Beratung möglichst früh beginnen, denn die Angehörigen sollten dabei fit bleiben und den vor ihnen stehenden Berg zu überwinden versuchen.

Im letzten Stadium muss diese Unterstützung noch intensiver sein, denn bei der Körperpflege, bei nächtlichen Aktivitäten gerät sonst der/die Partnerin an den Rand der Belastung. «Bergführer dabei sind der Hausarzt und die Fachleute!», so Gyger. Für eine Entlastung im Alltag stehen Spitex, Tagesbetreuung oder eine bestimmte Betreuungsperson bereit. Sie alle sorgen für kleine Lichtfensterchen, für Verschnaufpausen der Pflegenden.

Vertraute Aktivitäten

Mit vertrauten Aktivitäten können auch Lichtblicke ins Leben des Betroffenen ermöglicht werden: Seinen Lebenslauf in Bildern gestalten, damit Erinnerungen aufkommen können, Jassen, Trost spenden, vertraute Rituale aufleben lassen, ein Stofftier oder vertraute Gegenstände rufen Erinnerungsblitze hervor, Freizeitaktivitäten sollten weitergeführt werden, in einem erträglichen Rahmen, vor allem aber auch Freundschaften weiter pflegen. Im Demenz-Café in Aarau beispielsweise könnten Weggefährten gefunden werden.

Wichtig bei diesen Aktivitäten ist die Körpersprache, die Mimik beachten, die Augen können vieles ausdrücken. Ab und zu soll man sich auch an bunten Seifenblasen erfreuen oder an den weissen Wolken am blauen Himmel. Wichtig ist, sich frühzeitig an entsprechende Institutionen wenden. «Alzheimer Schweiz», zum Beispiel, weiss Rat.

Frieda Steffen


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