Kronjuwelenraub und Zollhammer in Schlierbach
19.02.2026 MichelsamtDer 61. Fasnachtsumzug der Roggenzunft sorgte mit aktuellen Themen für gute Laune. 37 Nummern und das schöne Wetter erfreuten am vergangenen Sonntag bis zu 5000 Besucherinnen und Besucher aus nah und fern.
Einmal im Jahr verdrei- bis verfünffacht sich die Einwohnerzahl ...
Der 61. Fasnachtsumzug der Roggenzunft sorgte mit aktuellen Themen für gute Laune. 37 Nummern und das schöne Wetter erfreuten am vergangenen Sonntag bis zu 5000 Besucherinnen und Besucher aus nah und fern.
Einmal im Jahr verdrei- bis verfünffacht sich die Einwohnerzahl Schlierbachs, immer dann, wenn der Fasnachtsumzug durch das Dorf zieht. Auch dieses Jahr drängten sich Menschen dicht an dicht am Strassenrand von der Käserei Etzelwil bis zum Gemeindehaus. Bis der von der heimischen Roggenzunft organisierte Umzug startete, konnten sich die vielen Schaulustigen, die teilweise sogar mit Cars anreisten, in vielen «Fasnachtsbeizli» mit so glorreichen Namen wie «Rammler-Stöbli» oder an kleinen mobilen Getränkeständen verpflegen lassen – inklusive einer gratis Umarmung, wenn erwünscht.
Pfadfinder und «Töfflibuebe»
Eröffnet wurde der Umzug standesgemäss mit der in Schlierbach ansässigen Roggenzunft, die ihre Vereinsfahne und ihren Roggen-Trekker vorführten. Ein paar «Töfflibuebe» auf ihren Puch Maxis gaben der immer noch kühlen Winterluft die eine, ganz bestimmte Duftnote und ebneten anschliessend den Weg für die Kinder der Schule Schlierbach. Unter dem Motto «Pfadfinder» schoben sie in kleinen Holzanhängern riesige Bratwürste und überdimensionierte Brote durch die Zuschauerreigen, – allerdings mussten sich Letztere «nur» mit verteilten Bonbons zufriedengeben.
Lokalmatadoren und Theilersbirne
Dann wurde es «luut, wöud und legendär», zumindest wenn es nach den Rhythmus Rammlern Schlierbach geht, den Lokalmatadoren unter den Guuggenmusiken. Danach machte nochmals die Roggenzunft mit mehreren Nummern ihre Aufwartung. Die Gründer und Co. fuhren mit einem Steyr-Puch Haflinger 700 AP der Schweizer Armee und mit dem Mottowagen «Camping am Roggenbach» mitsamt einer Tanne, einem Lagerfeuer, einem Zelt und ganz viel ausgeschenktem Theilersbirnen-Brand durch die erfreute Menge.
Wagenbaugruppe Dorf
Die Wagenbaugruppe Wetzwil stellte den Kunstraub aus dem Louvre nach. Die selbst gebastelten Kronjuwelen kosteten zwar keine 88 Millionen Euro und der Diebstahl ging auch länger als die originalen vier bis sieben Minuten, aber das Wagen-Sujet und die Darbietungen sorgten für herzhafte Lacher. Passenderweise spielte die Guuggenmusik «alti Sieche» dazu den AC/DC-Kracher «Moneytalks», obwohl sich die als Iren Verkleideten wohl schon mit einem «Pint of Lager» zufriedengegeben hätten. Später nahm die Wagenbaugruppe Dorf den US-Zollhammer aufs Korn. Ein clownesker Donald Trump auf einem «Gigampfi» liess immer wieder einen Hammer auf einen Amboss mit Schweizer Kreuz runter sausen, um damit das Zoll-Barometer in die Höhe schnellen zu lassen. Ein eifriger Eidgenosse versuchte derweil, ihn mit Goldbarren und einer Rolex-Uhr zu besänftigen.
Zunftmeisterpaar verteilte Äpfel
Nachdem das Jodlerchörli Heimelig am Gschweich die Verkehrspoller in Sursee über den Haufen gefahren hatte, war genug Platz da für das Zunftmeisterpaar 2026. Reto I. Vonarburg und seine Frau Susanne warfen in einer schwarzen Pferdekutsche sitzend Äpfel ins untergebene Fasnachtsvolk. Und so nahm der Umzug seinen Verlauf, bis alle 37 Nummern durch Schlierbach gerollt und gerockt sind. So fühlt sich also Camping am Roggenbach an!
Stefan Kämpfen, Surseer Woche




