Ein «Buntiläum» mit vielen schönen Erinnerungen
26.02.2026 Seetal, BirrwilAm Samstag nach Aschermittwoch gehört die Mehrzweckhalle der Fantasie. Kleine Fasnachtsfans können einen Nachmittag lang sein, was auch immer sie wollen. Die Prinzessin tanzt mit Spider-Man. Kapitänin Hook und das kleine Schaf spielen Fangnis zu einer Rock-Hymne der 80er Jahre. Ein Besuch
«Unser erstes Motto war Zirkus», erinnert sich Rita Weber. Sie war Mitte der 90er Jahre nach Birrwil gezogen. «Bald schon hat man mich für den Verkehrsverein angefragt. Stattdessen habe ich den Vorschlag für eine Kinderfasnacht gemacht.» Allen Skeptikern zum Trotz, schliesslich sei Birrwil nicht im Zentrum der Fasnacht gelegen, war der Anlass auf dem Fabrikareal der Färberei Fehlmann ein voller Erfolg. «Wir Organisatoren haben uns Clownkostüme genäht. Von einem Garagisten in der Umgebung haben wir Stoffrollen für die Dekoration bekommen. Wir haben gemalt und gebastelt, was das Zeug hielt.» Ein Jahr später zog die Kinderfasnacht in die Mehrzweckhalle. «Es war schön zu sehen, wie die Begeisterung auch die Verantwortlichen rundherum gepackt hatte. Wir haben die Halle zur Verfügung gestellt bekommen und Dieter Frey hat uns bei allen technischen Gegebenheiten mitunterstützt. Die Liste liesse sich fortsetzen.» Rita Weber gerät ins Schwärmen. «Im Gegensatz zu anderen Anlässen hatten wir nie eine Maskenprämierung. Jedes Kind durfte ein kleines Geschenk aussuchen, die wir vorher von Sponsoren gesammelt haben.» Zeitweise hätten bis zu vier Gugge aufgespielt. «Es war einfach schön.» Nach zehn Jahren hat die Gründerin ihren Posten im Organisationsteam weitergegeben. Die Fasnachtsfreude hielt.
Fasnacht in allen Farben
Und wenn man sich am Samstag in der Mehrzweckhalle umsah, war das Flair überall spürbar. Die kleinen farbigen Kugeln an den Kostümen des Kifako-Teams, das liebevoll dekorierte Buffet, die Figuren an den Wänden zeugten von vielen Stunden Vorbereitung. «Begeisterung und Herzschmerz liegen nahe beeinander», gibt Nemesi Schatzmann zu. Aber die Abstimmung zum Schlusspunkt sei einstimmig gewesen. «Es sind verschiedene Faktoren zusammengekommen. Der Umbau der Turnhalle, neue Vorschriften für die Nutzung, wir haben fünf Jahre nach einem neuen Organisationsteam gesucht. Mittlerweile sind die eigenen Kinder gross und bei vielen steht ein beruflicher Umbruch an. Darum lieber jetzt einen schönen Schlusspunkt setzen.»
Spontan Einsatzfreudige haben in den kommenden Monaten noch die Gelegenheit, sich zu melden. «Wir haben so viel Material, Listen über Abläufe und Kontakte – selbstverständlich würden wir das alles gerne weitergeben.» Aber vielleicht sei es auch gut, wenn es Platz für neue Ideen gebe. Nemesi Schatzmann wird nach Gläsern gefragt, sie zeigt auf einen Schrank in der Küche. «Ich bin gleich bei euch.» Der Herzschmerz rückte in den Hintergrund. Die Kinder in der Halle schaufeln fröhlich Konfetti. Bald schon werden Pamire und Oropax montiert. Die Schnägge Schränzer Rinech lassen die Halle beben. Das «Buntiläum», wie das Motto des Nachmittags lautet, verbindet Gross und Klein in Fasnachtsfreude.
Graziella Jämsä





