Die Vielfalt eines alten Instrumentes
26.02.2026 Suhren-/Rueder-/Uerkental, KirchleerauKlänge, die heute leider eher selten geworden sind, erfüllten die Turnhalle Kirchleerau. Die Musikerin, Hanni Lüscher, hat bereits zum x-ten Mal – «ich weiss selber nicht mehr seit wann», so Hanni Lüscher – ein grosses Zithertreffen organisiert. Neben ...
Klänge, die heute leider eher selten geworden sind, erfüllten die Turnhalle Kirchleerau. Die Musikerin, Hanni Lüscher, hat bereits zum x-ten Mal – «ich weiss selber nicht mehr seit wann», so Hanni Lüscher – ein grosses Zithertreffen organisiert. Neben vielen Spielenden verriet ein Zitherbauer seine Geheimnisse. Zudem konnte die Arbeit des Notenschreibens beobachtet werden.
Für einmal war am vergangenen Sonntag die Turnhalle Kirchleerau auf eigenartige Weise eingerichtet. Mitten durch den Saal waren spezielle Tische aufgestellt. Darauf warteten erlesene Instrumente auf ihre Spieler. Zitherfreunde aus der ganzen Schweiz waren eingetroffen und freuten sich darauf, ihre Instrumente und ihre Musik zu präsentieren. «Höchstens zehn bis zwölf Gruppen finden jeweils hier Platz. Mehr geht leider nicht. Oftmals müssen wir aufs nächste Jahr vertrösten», so die Organisatorin dieses speziellen Anlasses. «Anmelden für das nächste Jahr tun sich die meisten schon beim ’auf Wiedersehn’ sagen. Gegen Ende Jahr rufe ich alle an, um ihre Teilnahme bestätigen zu lassen. Dann ist die Turnhalle bereits wieder gefüllt.» Platz hat es aber auch für Interessierte, für Zuhörende. Diese sind natürlich auch herzlich willkommen, solange sie einen Platz finden, an den liebevoll und originell gedeckten Tischen. Bei der umfassenden Organisation – zum Mittagessen kann man sich sogar verpflegen lassen mit einem 3-Gang-Menu: «Wurst und Brot und Senf», wie Hanni Lüscher stolz verkündete. Das riesige Tortenbuffet liess sie unerwähnt, dieses warb für sich selbst.
Musik der leisen Töne
Während der Vorträge der verschiedenen Gruppen – Spielen dürfen alle, Anfänger neben absoluten Profis – ist es im Saal mäuschenstill, denn Zitherklänge sind «Musik der leisen Töne». Früher wurde vor allem in kleinen Räumen gespielt, in den sogenannten «Stubeten». Die Zither wurde sehr oft im Familienkreis eingesetzt, als man sich an kalten Winterabenden zu kleinen Singkreisen zusammenfand, in Zeiten ohne Fernseher oder gar Radio. Auf diese Art erklangen fröhliche Weisen, sehr oft im Walzertakt. Gut für die Linie sind zum Beispiel der «Parlinee»- oder der «Gugelhopf-Walzer», gespielt statt gegessen. Das Duett Tabea und Johanna nahm die Zuhörer mit auf eine Velotour «Mer sind mit em Velo do».
Eine spezielle und höchst professionelle Einlage boten Lorenz Mühlemann vom Schweizer Zither-Kulturzentrum Trachselwald, und Matthias Aufschläger. Lorenz war mit verschiedenen Zither-Modellen, darunter einer Violin-Zither, die mit dem Bogen gespielt wird, gekommen, sowie mit einem Bandoneon, das er mitten drin einsetzte. Matthias besitzt eine Kontragitarre, eine sogenannte Schrammelgitarre. Mit diesem Instrumentarium boten sie verschiedene Mühlemann-Eigenkompositionen, die grossen Anklang fanden.
In der Mittagspause liessen sich Zitherbauer und Notenschreiber über die Schulter blicken, und Lorenz Mühlemann präsentierte die schönsten Stücke aus seinem Museum und sein umfassendes Buchmaterial über die wechselvolle Geschichte der Zither.
Auf die Frage an Hanni Lüscher, wie ein solcher Anlass finanziert wird, meinte sie: «Ein Saal voller zufriedener Leute am Abend ist für mich Lohn und Motivation!»
Frieda Steffen




