Der Startschuss im für den Verkehr gesperrten Flecken steht symbolisch für den Beginn der fünften Jahreszeit. Ab sofort herrschte auch im Michelsamt fasnächtlicher Ausnahmezustand. Oder angelehnt an das Motto der Fleckenzunftmeisterin Petra I.: Segelalarm! Der Fokus der Medien ...
Der Startschuss im für den Verkehr gesperrten Flecken steht symbolisch für den Beginn der fünften Jahreszeit. Ab sofort herrschte auch im Michelsamt fasnächtlicher Ausnahmezustand. Oder angelehnt an das Motto der Fleckenzunftmeisterin Petra I.: Segelalarm! Der Fokus der Medien lag auch dieses Jahr, wie üblich, auf dem Knall über dem Luzerner Seebecken und der Ankunft der Fritschivaters am Morgen um 5 Uhr. Auch im Michelsamt hörte man frühmorgens bereits Donnergrollen sowie die Schränzereien der Guugger und Guuggerinnen und die hiesigen Zünfte frönten ihren SchmuDo-Ritualen. In Beromünster wurde Zunftmeisterin Petra I. für einmal nicht abgeholt. «Bis die bei mir gewesen wären und ich mit ihnen im Flecken wäre, wäre der halbe Tag vergangen», so die «Winonerin» mit Gunzwiler Wurzeln in ihrer munteren Art. Sie war erst bei den Oelibrönnern, bevor sie den vereinbarten Termin vor dem Gemeindehaus im unteren Flecken wahrnahm. Während für einen Zunftmeister bekanntlich Ornatspflicht bestehen würde, trat Petra mit ihrem Ehemann Michael als Kapitänspaar auf. Beide trugen eine schmucke, mit Gold verzierte Uniform, die einem Ornat zum Verwechseln ähnlich sieht. Sie in Blau, er in Rot. Mit Start der Parade der Guuggenmusigen holte man hier dann gegenüber Luzern mächtig auf. Die amtliche Verkehrsmitteilung «der Flecken wegen Fasnacht gesperrt», beschreibt den tatsächlichen Sachverhalt nicht einmal dürftig. Die Segel wurden entsprechend der Direktive von Petra I. gesetzt. Nicht nur der Wind, sondern auch ein Dutzend Guuggenmusigen bliesen einen Sturm auf zu Trubel und Heiterkeit. Die Stimmung hätte nirgendwo besser sein können. Die Sorgen entschwebten, der Schmutz des Donnerstags äusserte sich in unbändiger Lebensfreude, die mit den farbenfrohen Kostümen um die Wette strahlte. Die Sonne dagegen strahlte nicht besonders. Aber der Himmel hielt vorerst weitgehend dicht. So dass auch die Kostüme (noch) nicht unter dem Regenschutz verschwanden.
Text und Bilder: Martin Sommerhalder