Die traditionellen Konzerte der «MGM» gehören im Suhrental zum Jahresanfang, wie die Lauberhornrennen zum Berner Oberland. Dieses Jahr widmete sich die Müheler Musikgesellschaft ausschliesslich Schweizer Musik, dabei glänzte das grosse Orchester ebenso wie die ...
Die traditionellen Konzerte der «MGM» gehören im Suhrental zum Jahresanfang, wie die Lauberhornrennen zum Berner Oberland. Dieses Jahr widmete sich die Müheler Musikgesellschaft ausschliesslich Schweizer Musik, dabei glänzte das grosse Orchester ebenso wie die bezaubernden Solisten.
Präsident Max Eichenberger und Moderatorin Tabea Legler versprachen am frühen Abend nicht zu viel: Auf das Publikum warte Musik voller Emotionen. Nach einem musikalischen Gruss aus Luzern wechselten die Musikerinnen und Musiker ins Bernische. Bei Mani Matters «Sidi Abdel Assar vo El Hama» und Trauffers «Sennesinger», spürte das Publikum bereits, in welche Richtung es gehen würde. Man muss dazu wissen, dass das Programm im Konzertheft nicht vollständig abgedruckt ist und sich die Zuhörer im zweiten Teil des Abends von den gewählten Stücken überraschen lassen konnten. Noch vor der Pause gelang es Tabea Legler mit ihrer Interpretation von «Ne partéz pas sans moi», das Publikum zu entzücken. Bevor das eigentliche Furioso im zweiten Teil über die Bühne ging, zeichneten sich wie immer die Mitglieder des erfreulich grossen MGM-Jugendensembles und des Tambourenvereins Oberentfelden-Muhen mit ihren lebendigen Darbietungen aus.
Nun aber sollte es unter der Leitung von Giuseppe Di Simone ans Gemüt gehen. «Göschene Airolo» oder «Ewigi Liebi» sorgten nicht nur auf der Bühne für gute Stimmung, sondern verwandelten den Saal in einen grossen Gesamtchor. Besonders erwähnenswert sind die instrumentalen Solo-Beiträge von Marcel Amsler am Akkordeon und Markus Brunner mit dem Alphorn. Für Gänsehautmomente sorgte der orchestereigene Gölä, Thomas Brechbühl, mit dem kraftvollen «I hätt no viu blöder ta» und «Heimweh» von Plüsch. Dieser Darbietung stand die bezaubernde Sophia Knechtli mit ihrer klaren Stimme in keiner Weise nach, als sie «Mon Amour» von Hecht zum Besten gab.
Die eine oder andere Träne wurde ebenfalls verdrückt, als das Orchester das Stück «Rosmarie» von Hecht in beeindruckender Präzision spielte, wiederum mit einem Solo von Marcel Amsler am Akkordeon. Zwei stimmungsvolle und emotionale Abende sind vorüber, am kommenden Samstag findet ein drittes Konzert statt. Wer kein Ticket hat und zuhören möchte, muss das Ohr an die Scheibe der Turnhalle Breite drücken − das Konzert ist seit Wochen ausverkauft. Und das wundert nun wirklich niemanden.
Remo Conoci