12,2 Millionen Franken für den Hochwasserschutz
29.01.2026 Suhren-/Rueder-/Uerkental, Uerkheim2012 und 2015 arbeitete die Gemeinde Uerkheim zwei Hochwasserschutzprojekte aus, die beide von der Stimmbevölkerung abgelehnt wurden. Darauf übernahm der Kanton Aargau die Bauherrschaft und erarbeitete das Projekt «Hochwasserrückhaltebecken Uerke». Der ...
2012 und 2015 arbeitete die Gemeinde Uerkheim zwei Hochwasserschutzprojekte aus, die beide von der Stimmbevölkerung abgelehnt wurden. Darauf übernahm der Kanton Aargau die Bauherrschaft und erarbeitete das Projekt «Hochwasserrückhaltebecken Uerke». Der Verpflichtungskredit wurde nun vom Regierungsrat genehmigt.
In den letzten 30 Jahren gab es mehrere Hochwasserereignisse entlang der Uerke. Diese führten zu teilweise erheblichen Schäden. Das wohl bisher grösste Hochwasser der Uerke fand am 8. Juli 2017 statt, als der gesamte Talboden überflutet wurde. Dies richtete nicht nur in der Gemeinde Uerkheim sondern auch ausserhalb des Siedlungsgebiets Schäden an.
Aufgrund der Hochwassergefahr plante die Gemeinde 2012 und 2015 zwei Hochwasserschutzprojekte für die Uerke, welche beide vom Stimmvolk abgelehnt wurden. Die damals geplanten Massnahmen umfassten primär Verbreiterungen oder Dammerhöhungen entlang des Gewässers, um die Kapazität des Gewässers zu erhöhen.
Im Anschluss an diese beiden Projekte übernahm das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) die Federführung und die Bauherrschaft. Anstelle einer Kapazitätserhöhung mit Verbreiterungen oder ähnlichem, soll nun der Hochwasserschutz durch ein Rückhaltebecken oberhalb des Siedlungsgebiets von Uerkheim sichergestellt werden. «Damit soll die Gemeinde Uerkheim gemäss den kantonalen Hochwasserschutzzielen vor einem Hochwasser geschützt werden, das statistisch gesehen einmal in 100 Jahren auftritt», schreibt der Kanton in einer Mitteilung.
Der Grosse Rat beschloss im April 2024 einen Verpflichtungskredit von 12,2 Millionen Franken. Der Bund beteiligt sich mit 4,3 Millionen Franken an den Kosten, während die Aargauische Gebäudeversicherung 600’000 Franken und der Kanton Aargau rund 4,6 Millionen Franken übernehmen. Die Gemeinde Uerkheim hat ihrem Kostenanteil von 2,7 Millionen Franken bereits an der Gemeindeversammlung vom November 2021 zugestimmt.
Katzenhaldenbächli wird offengelegt
An der Sitzung vom 14. Januar 2026 genehmigte der Regierungsrat das Projekt und beauftragte das BVU mit der Umsetzung. Die Durchgängigkeit für Tiere wird bei der Gestaltung des Projekts beachtet. «Der Damm wird sich L-förmig vor dem südlichen Dorfeingang über die gesamte Talbreite erstrecken, bestehend aus einem Querdamm und einem Nebendamm entlang der Kantonsstrasse», schreibt der Kanton. Bei einem Hochwasserereignis soll sich so ein See in der Talebene Richtung Bottenwil aufstauen. Da hinter dem Damm Gebäude entlang der Kantonsstrasse stehen, wird die Dammhöhe in diesem Bereich um zusätzliche 0,5 Meter erhöht. So soll auch die Kantonsstrasse besser geschützt werden. Die Dammkrone kommt laut Planung etwa 6 Meter über dem Terrain zu liegen.
Neben dem Hochwasserrückhaltebecken werden in der Gemeinde Uerkheim weitere Massnahmen zum Hochwasserschutz ergriffen. So werden zu klein dimensionierte Brücken und lokale Ufererhöhungen erneuert. Als ökologischer Ausgleich wird gleichzeitig mit dem Dammbau die Uerke im Bereich des Rückhalteraums revitalisiert und das Katzenhaldenbächli offengelegt. Die beiden bestehenden Amphibientümpel, die dem Dammbau weichen müssen, werden zudem durch neue Tümpel ersetzt.
Synergien nutzen
Da die Kantonsstrasse K317 zwischen Uerkheim und Bottenwil sanierungsbedürftig ist, wird der Zeitplan der Strassensanierung mit demjenigen des Hochwasserschutzprojekts abgestimmt. Auf einem Abschnitt von knapp 300 Metern muss die K317 wegen des Damms verlegt werden. «Sie wird um einige Meter nach Nordwesten verschoben und teilweise um rund einen Meter erhöht. Dadurch wird der Verkehrsfluss auf der Hauptachse im Uerkental auch während der Bauphase deutlich weniger beeinträchtigt», teilt der Kanton Aargau mit.
Als nächste Schritte folgen nun der Landerwerb und die Submission der Baumeisterarbeiten. Wenn alles wie geplant klappt, dann werden die Bauarbeiten von 2027 bis 2029 durchgeführt. Melanie Köchli

