Handorgel hat mehr Falten als die Spieler
18.12.2025 Suhren-/Rueder-/Uerkental, StaffelbachDie Vielfalt eines Unterhaltungsabends, wie ihn der Handharmonika-Club Staffelbach darbot, ist wohl kaum zu übertreffen. Angefangen bei der «Beginners Band der Chnopf-Hüpfer» über das Projektspiel mit Wiedereinsteigenden bis zur Schwyzerörgeligruppe aus den ...
Die Vielfalt eines Unterhaltungsabends, wie ihn der Handharmonika-Club Staffelbach darbot, ist wohl kaum zu übertreffen. Angefangen bei der «Beginners Band der Chnopf-Hüpfer» über das Projektspiel mit Wiedereinsteigenden bis zur Schwyzerörgeligruppe aus den eigenen Reihen, lag alles drin. Sogar eine charmante Sängerin begleitete drei Stücke.
Der Handharmonika-Club Staffelbach jammert nicht über Mitgliederschwund, er tut aktiv etwas dagegen und das mit viel Erfolg. Bereits zu Beginn kamen die Chnopf-Hüpfer zum Zuge. Mehrere Leitende sind für deren Ausbildung zuständig. Level 1 und 3 machten den Auftakt mit «Ready-Set-Play – 1. Am Start». Trotz wenigen Monaten Unterricht klang es schon ganz gut. Das Ensemble wagte sich an «Open Up!» und «Voll Cool!». Schliesslich erklang noch «Power Kids», und dieses Stück liess das Publikum bereits ausflippen. Rolf Neeser war für die Moderation verantwortlich, und der bühnenerfahrene Spassmacher machte das hervorragend.
Perfektes Spiel
Die nachfolgenden Vorträge wurden von Michael Hofmann am Schlagzeug, Rolf Neeser am Timpani, Manja Gautschi am Piano und als Sängerin, sowie Nelly Zimmermann am Glockenspiel begleitet. Mit dieser Zusammensetzung wird jedes Handharmonika-Stück zu einem spannenden Erlebnis. Seit drei Jahren leitet Susanne Bucher den Handharmonika-Club Staffelbach. Die Präsidentin, Pia Siegenthaler, musste sie aber am Ende des Konzertes verabschieden. Susanne Bucher wird ihrer Nachfolge ein patentes, gut ausgebildetes und motiviertes Ensemble überlassen. Sie habe sehr viel Spass gehabt in Staffelbach, versicherte sie. «Hoch auf den Weissenstein» begleitete Manja Gautschi nicht mit dem Klavier, sondern mir ihrer klaren Stimme. Sie war auch bei «Hie bin i deheim» und «Ein Stern, der Deinen Namen trägt» zu hören. Mit dabei waren auch die insgesamt sieben Projektspieler. Diese hatten vor Jahren das Instrument zur Seite gelegt und nicht mehr gespielt. Als Wiedereinsteiger reihten sie sich nahtlos in die Spielenden des Clubs ein und ergänzten diese klangvoll. Mit «SwissSka» wagten sie eine Mischung zwischen Karibik und Fondue, bzw. «s’Vogulisi» und für Stimmung sorgte das Stück «Im Örgelihuus». «Dini Seel ä chli la bambälä lah» von Ruedi Bieri konnten die Gäste in der Pause, nach dem stimmungsvollen Auftritt der Schwyzerörgeligruppe – aus den eigenen Reihen. Sie spielten den «Schwyzerländler» mit Löffel-Einlagen von Rolf Neeser, «Rund um den Säntis», als Gegenstück zum Weissenstein, und «Wänteleschieber», das beste Mittel gegen Wanzen.
Die Falten der Handorgel
Rolf Neeser erklärte die Handorgel. Sie habe 16, 18 oder gar 20 Falten, jedenfalls einige mehr als die Club-Mitglieder. Mit diesen Instrumenten wagten sie sich an ein Italo Pop-Medley mit bekannten Melodien zum Mitsummen. Es folgten Kultschlager der 70er-Jahre und ein Peter Kraus-Medley. «Atemlos durch die Nacht» gingen sie mit ihren Handharmonikas bestimmt nicht, denn das Stück erfordert viel Luft. Ganz in Grün waren die Hüte der Mitspielenden beim Stück «Cordula Grün», das auch gleich als Zugabe wiederholt wurde.
Frieda Steffen


