Fusions-Prüfung mit Nebengeräuschen
04.12.2025 Leimbach90 Stimmberechtigte waren an der Budget-Gmeind in Leimbach zugegen. Damit war die Versammlung beschlussfähig. Die Entscheide fielen aber nach emotionalen Diskussionen keineswegs einstimmig.
Bereits die Genehmigung der Traktandenliste sorgte für eine erste ...
90 Stimmberechtigte waren an der Budget-Gmeind in Leimbach zugegen. Damit war die Versammlung beschlussfähig. Die Entscheide fielen aber nach emotionalen Diskussionen keineswegs einstimmig.
Bereits die Genehmigung der Traktandenliste sorgte für eine erste Wortmeldung: «Wenn wir unser Dorf schon an Reinach verschachern, dann brauchen wir auch kein Dorffest mehr», plädierte eine Anwesende für den Verzicht auf die Beratung des Verpflichtungskredits für das im kommenden Jahr anstehende Dorffest. Die Traktanden blieben unverändert. Die Wortmeldung war aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass es vor allem zur angedachten Fusion mit Reinach geteilte Meinungen gab.
Zunächst ging es aber um den anteilmässigen Verpflichtungskredit über 359\'000 Franken für den Neubau des Feuerwehrmagazins der Feuerwehr Oberwynental. Eine Handvoll Fragen konnten von Gemeinderat Benno Woodtli und vom ebenfalls anwesenden Feuerwehr-Kommandanten Reto Eichenberger kompetent beantwortet werden. Der Kredit fand schliesslich grossmehrheitliche Zustimmung.
«Egal, was mit unserem Dorf passiert, ein Dorffest wollen wir doch alle», verteidigte Gemeinderätin Yvonne Zsidi die seit Herbst 2024 geleisteten Vorarbeiten für das Dorffest zum 275-Jahr-Jubiläum, das vom 5. bis 7. Juni 2026 geplant ist. Als OK-Präsidentin informierte sie aus erster Hand über den Stand der angedachten Attraktionen und welche Anstrengungen unternommen würden, um das Fest in einem finanziell vertretbaren Rahmen durchzuführen. Die Defizitgarantie in Höhe von 40\'000 Franken fand schliesslich eine breite Zustimmung.
Mehr Diskussionsbedarf gab es beim Budget, das bei einem unveränderten Steuerfuss von 122 Prozent einen Aufwandüberschuss in Höhe von rund 170\'000 Franken vorsah. Nach einigen Fragen − namentlich zur gegenseitigen Abgeltung von Schulgeldern und Schulräumen zwischen Reinach und Leimbach − wurde auch das Budget gutgeheissen. Jedoch nur knapp, so dass der Entscheid dem fakultativen Referendum unterliegt.
Heiss diskutiert wurde schliesslich der Projektierungskredit über 90\'000 Franken für die vertiefte Prüfung eines Zusammenschlusses der Einwohnergemeinden Leimbach und Reinach. Der Gemeinderat blieb erstaunlich ruhig, obwohl ihm eine dramatisierte Darstellung der finanziellen Lage bis hin zu Missmanagement in den Finanzen vorgehalten wurde; «nicht böse gemeint», wie der Votant im gleichen Atemzug beschwichtigte. Dennoch wurde angeregt, die finanzielle Situation der Gemeinde zuerst eingehend zu prüfen, bevor man die Fusion weiter vorantreibe. Das sei mit ein Teil der angedachten nächsten Schritte, erklärte Gemeindeammann Hannelore Zingg und Fusionsexperte Peter Weber versicherte, dass die vertieften Abklärungen in den Facharbeitsgruppen ergebnisoffen geführt würden, also auch zum Schluss führen könnten, dass die Vorteile nicht ausreichend seien. Eine Votantin erinnerte schliesslich bei allem Verständnis für die Vorbehalte zur Fusion daran, dass man genau dieselben auch vor dem Zusammenschluss der Schulen zur Kreisschule Reinach-Leimbach hörte. Heute könne man sagen, dass diese Fusion nur Gewinner hervorbrachte und niemand mehr zur alten Situation zurück möchte. Der Projektierungskredit wurde schliesslich, wie zwei Wochen zuvor bereits in Reinach, bewilligt.
Zwei Überraschungen gab es im letzten Traktandum «Verschiedenes und Umfrage». Gemeinderat Thomas Hunziker orientierte die Versammlung, dass er aus beruflichen Gründen per Ende März demissioniere. Und Yvonne Zsidi, die sich nicht zur Wiederwahl stellte, zeigte sich offensichtlich überrascht, als sie von ihrem Ratskollegium am Ende ihrer letzten Gmeind verabschiedet wurde. Vier Jahre gehörte Zsidi dem Gremium an, sie wird sich aber als OK-Präsidentin des Dorffests und in der Kulturkommission auch weiterhin für die Gemeinde engagieren.
Roland Marti

