«Er ist uns ans Herz gewachsen»
11.12.2025 Michelsamt, PfeffikonEin wahrliches «Best of» konnte vergangenes Wochenende das Publikum der Musikgesellschaft Pfeffikon in der Mehrzweckhalle des kleinen Ortsteils von Rickenbach erleben. Das musikalische Programm versprach gute Laune und das Verpflegungsangebot machte über den Hunger hinweg ...
Ein wahrliches «Best of» konnte vergangenes Wochenende das Publikum der Musikgesellschaft Pfeffikon in der Mehrzweckhalle des kleinen Ortsteils von Rickenbach erleben. Das musikalische Programm versprach gute Laune und das Verpflegungsangebot machte über den Hunger hinweg «gluschtig».
«Kein übermässiges Schnick-Schnack, sondern bodenständig und einfach schön», beschrieb Theres Küng, Leiterin Pastoralraum Michelsamt, liebevoll die Auftritte der Musikgesellschaft Pfeffikon. «Ich geniesse solche Abende», fügte sie genüsslich hinzu.
Traditionell machte die erste Stufe «Fortepiano Michelsamt-Surental» den musikalischen Auftakt. Das junge Ensemble begeisterte sogleich das Publikum. Sichtlich konzentriert während des Stücks, entfiel die Anspannung nach Beendigung des Spiels und ein erleichterndes Lächeln zeichnete sich in den Gesichtern der Kinder ab. Der wohlverdiente Applaus wurde mit Stolz entgegengenommen, bevor sie sich unter das Publikum mischten, um ebenfalls den Auftritt der MG Pfeffikon zu geniessen.
Zeit, die verbindet
So heiter die Stimmung war, schwebte auch etwas Traurigkeit mit. Denn der Dirigent Herbert Waser verlässt die Musikgesellschaft nach zwanzig Jahren. «Er ist uns ans Herz gewachsen», verriet der Präsident der MG Pfeffikon, Roger Geissbühler. Er freue sich auf das Konzert, doch durch die Verabschiedung sei auch etwas Wehmut dabei. Denn Herbert Waser habe viel für die Musikgesellschaft gemacht. «Motivierend, humorvoll und unterstützend», beschrieb ihn Geissbühler. Zusammen mit ihm haben sie erst diesen Sommer am Kantonalen Musikfest Sursee in der vierten Stärkeklasse zwei Pokale gewonnen. Später am Abend erzählte der Präsident dem Publikum mit einem Augenzwinkern: «Niemand ausser uns traute sich mitzumachen». Auch wenn die zwei Pokale voraussehbar gewesen seien, habe sie sich die Musikgesellschaft verdient erspielt, betonte der Präsident stolz. Als Geschenk überreichten die Musikerinnen und Musiker Herbert Waser eine kunstvolle Uhr mit den berührenden Worten: «Die Uhr soll dich immer daran erinnern, wieviel Zeit wir miteinander verbracht haben.» Während Herbert Waser der Brass Band noch als freier Posaunist erhalten bleibt, wird Philip Habermacher zur Freude der Musikgesellschaft der neue Dirigent der Blasmusikergruppe.
Eine endlose Liste
Ein weiterer eindrucksvoller und zugleich schöner Moment wurde spürbar als Roger Geissbühler in seiner Ansprache begann die anwesenden Delegationen aufzuzählen. Eine schier endlose Liste von Mitgliedern der Feuerwehr bis hin zu benachbarten Musikgesellschaften und weiteren Vereinen konnte er vor Ort begrüssen. Ein Dank sprach er auch dem Theaterverein Pfeffikon aus, der den Service meisterte. So zeigte sich, ob als Verein oder als Zuschauer, wie wertvoll die gegenseitige Unterstützung in der Region ist, um Abende voller Unterhaltung, Kultur und Musik lebendig zu halten.
Ausgewogene Stückwahl
Mit Klassikern wie «Victory of Peace» von Mario Bürki und «Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett» von Giez Heinz, brachten die Musikerinnen und Musiker ordentlich Stimmung unter das ohnehin schon gutgelaunte Publikum. Aber auch berührende Stücke wie «Londonderry Air» ein traditionelles Stück aus Nordirland oder «We are the World» von Michael Jackson und Lionel Richie hatten die Blasmusiker in Petto. Letzteres konnte bereits 63 Millionen Dollar einspielen und an humanitäre Zwecke spenden. Ein Stück, welches perfekt in die besinnliche Zeit passte. Die ausgewogene Programmzusammenstellung machte Herbert Waser, der nicht nur die Brass Band voller Dynamik und Energie leitete, sondern auch gekonnt das Publikum immer wieder miteinbezog.
Keine Pause für die MG
In der Pause häuften sich viele bunte Zettelchen auf den Tischen und die Musikerinnen und Musiker hatten alle Hände voll zu tun. Denn es war Zeit die begehrten Preise der Tombola unter die Zuschauer zu bringen. Bald darauf hallte es aus einer Ecke der Halle: «Juhuu, etwas Gewonnen!» Nachdem sich alle mit Tombolalosen und Kuchen vom Buffet eingedeckt hatten, läutete die Abdunkelung in der Halle die zweite Runde des Konzertes ein.
Mit «Highway to Hell» von Angus und Malcom Young/ Bon Scott liess die Brass Band jede Spur von Müdigkeit verblassen. Vollgepackt mit Spielfreude und Elan steckten die Blasmusikerinnen und Blasmusiker das Publikum mit ihrer Power an. Dazu gab es eine witzige Showeinlage eines «Rock’n’ Roll» Spielers, der die Stimmung auf den Höhepunkt brachte.
Ausgelassen ging es mit einem Stück von ABBA weiter bis das letzte Stück «Ich war noch niemals in New York» von Udo Jürgens das Ende erahnen liess. Natürlich konnte das frohgelaunte Publikum die Brass Band nicht ohne Zugabe in den Feierabend entlassen. Dieser Bitte kam die Blasmusikertruppe gerne entgegen. Die Musikgesellschaft Pfeffikon zeigte nebst ihrem musikalischen Können, auch was es heisst durch Freude und Präsenz einen unterhaltsamen Abend zu gestalten, welcher mit Sicherheit noch lang in guter Erinnerung bleiben wird. «Also das war wirklich ein super Konzert», sagte eine Zuschauerin voller Freude.
Janine Flückiger



