Keine Überraschungen an der Oberkulmer «Gmeind»
20.11.2025 Wynental, Oberkulm128 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nahmen an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Donnerstagabend teil. Trotz einer langen Traktandenliste wurden die Geschäfte zügig und effizient abgearbeitet. Wie zu erwarten, gab es beim Verpflichtungskredit für den Neubau ...
128 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nahmen an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Donnerstagabend teil. Trotz einer langen Traktandenliste wurden die Geschäfte zügig und effizient abgearbeitet. Wie zu erwarten, gab es beim Verpflichtungskredit für den Neubau des Kindergartens und um das Budget 2026 vereinzelte Diskussionen.
Gemeindeammann Roger Schmid begrüsste die Anwesenden. Zügig gings weiter zu den Traktanden. Der unter dem Traktandum zwei vorgestellte neue Konzessionsvertrag für die Elektrizitätsversorgung der Gemeinde Oberkulm mit der AEW wurde ebenso einstimmig angenommen wie die folgenden traktandierten Kreditabrechnungen. Bis auf Traktandum drei wiesen diese Kreditabrechnungen Kostenunterschreitungen auf. Beim Traktandum drei kam es infolge der Teuerung (das Projekt stammt aus dem Jahr 2018) zu einer Kostenüberschreitung, welche jedoch innerhalb der Zehn-Prozent-Genauigkeit liegt. Alle Traktanden bis und mit sieben wurden einstimmig angenommen.
Entschädigung und Hochwasserentlastung
Auch das Traktandum acht, die Erhöhung der Besoldung des Gemeinderates für die Amtsperiode 2026 bis 2029, wurde grossmehrheitlich angenommen und die Arbeit des Gemeinderates mit einem Applaus verdankt. Ebenso wurde der Verpflichtungskredit von 120’000 Franken für die Hochwasserentlastung Neudorfstrasse einstimmig angenommen.
Verpflichtungskredit Neubau Kindergarten
Michael Wächter stellte das Traktandum zum Verpflichtungskredit für den Neubau des Vierfach-Kindergartens inklusive Abriss und Entsorgung der Liegenschaft an der Neudorfstrasse 21 vor.
Die anfänglich veranschlagten Kosten von ungefähr 4,5 Millionen Franken haben sich nach diversen Anpassungen weiterentwickelt. Neu ist eine Unterkellerung projektiert, die Platz für 200 Schutzraumplätze bietet. Für diese Schutzräume wird eine Rückzahlung des Kantons von 180’000 Franken erwartet. Im Keller sind zudem ein Lager, ein Putzraum und ein Lift ins Obergeschoss vorgesehen. Wächter erklärte, dass zur Erfüllung aller Anforderungen mittlerweile 19 Sitzungen der Baukommission stattgefunden haben. Themen wie Raumakustik, Brandschutz, der sommerliche Wärmeschutz und die PV-Anlage auf dem Dach mussten erarbeitet werden. Ein Bauphysiker wurde dazugezogen.
Umstrittene Fassade
Während Ausbauwünsche und die Gestaltung des Innenbereiches gut aufgenommen wurden, gab die Fassade einiges zu reden. Das ursprüngliche Projekt zeigte einen ansprechenden, freundlichen und einladenden Bau mit schmalen, hohen Fenstern. In der jetzigen Variante wurden diese durch unterschiedlich grosse Fenster ersetzt, was trotz der kompakten Holzfassade ein unruhiges Fassadenbild ergibt. Die Stimmbürger monierten das neue Erscheinungsbild. Die Fassade wirke nüchtern und kompakt und erinnere an einen «Schädel» oder eine «Hundehütte». Ein weiterer grosser Diskussionspunkt war zudem das fehlende Vordach. Der Architekt Yves Siegrist erklärte, dass die Fassade korrekt konstruiert sei. Es wäre nicht der erste Kindergarten, den er entworfen habe. Wächter hielt fest, dass es vielleicht noch «ein wenig» Vordach geben könne, da das Projekt noch nicht fertig erarbeitet sei. Trotz der Diskussion ums Erscheinungsbild und des fehlenden Vordachs wurde der Verpflichtungskredit von fünf Millionen Franken grossmehrheitlich angenommen.
Der Zeitplan für das Projekt ist straff: Nach der rechtskräftigen Kreditgenehmigung wird ein rascher Baustart mit dem Abriss der Liegenschaft angestrebt. Die Baubewilligung liegt bereits vor. Im Mai 2026 soll mit dem Bau gestartet werden und Ende November sollte dann der Rohbau fertig sein. Der geplante Bezug und die Inbetriebnahme sind auf den Schuljahresbeginn 2027/28 geplant.
Budget 2026
Das Budget 2026 wird gemäss Botschaft mit einem unveränderten Steuerfuss von 119% und einem Ertragsüberschuss von 295’400 Franken gerechnet. Roger Schmid erinnerte jedoch daran, trotz der positiven Zahlen, dass die Gemeinde Finanzausgleich beziehe. Fragen einzelner Budgetposten konnten beantwortet werden. Ganz zum Schluss der Versammlung wurde Michael Wächter unter Applaus und einer sympathischen Verdankung der geleisteten Arbeit von Roger Schmid verabschiedet.
Dominique Rubin


