Vergangenes Wochenende füllte der Egliswiler Turnerabend unter dem Motto «Ausbruch aus dem Museum» die Halle gleich dreimal. Grossen Anklang fanden gewagte Sprüche, viel Humor und eine einzigartige Luftakrobatik.
Die Bühne des Abends war das ...
Vergangenes Wochenende füllte der Egliswiler Turnerabend unter dem Motto «Ausbruch aus dem Museum» die Halle gleich dreimal. Grossen Anklang fanden gewagte Sprüche, viel Humor und eine einzigartige Luftakrobatik.
Die Bühne des Abends war das Kantonsarchiv Aargau – oder zumindest die erfundene Version davon. Die ausgeklügelte Story verlieh der Veranstaltung Leben: Laut Legende beherbergt das Archiv in Egliswil die Mumie des Dorfgründers «Egirich der Furcht- und Schreckensreiche». Am Turnerabend erwachte der Namensgeber Egliswils nach hunderten von Jahren überraschend wieder zum Leben.
Aus einem M-Budget-Sarkophag stieg die sagenumwobene Mumie und nahm das Publikum mit auf eine Reise durch die Vergangenheit. Dabei mischte sie Humor, interaktive Elemente und kleine Seitenhiebe gegen die Nachbardörfer Seon und Seengen. Egirich musste zunächst seinen jahrhundertelangen Alkoholkater bekämpfen und einige flotte Sprüche fallen lassen. Die erwartete Rückkehr in den Sarg blieb aus: Stattdessen verkündete ein skurriles SRF-Duo – welches das schwedische Radio und Fernsehen vertrat – dass die Schweizer Mumie wieder verstaut sei. Auf ungewöhnliche Weise verbunden mit Kommentaren zu den aktuellen Fussball- und Eishockeyspielen zwischen der Schweiz und Schweden. Ein überraschendes Ende der Schreckensherrschaft Egirichs.
Wenn das Museum tanzt
Die aussergewöhnliche Geschichte wurde durch 15 abwechslungsreiche Showacts untermalt. Mit dabei waren turnende Gruppen aller Altersstufen – von der Jugi über STV und DTV bis hin zu den Männer- und Frauenriegen. Unter passenden Titeln wie «Schatten im Museum», «Nicht tot zu kriegen», «Habsburger-Paarungstanz», «Balsamierung» und «Einwicklung» präsentierten die Turnenden witzige wie stilvolle Choreografien, Paartänze, Stufenbarren und Luftakrobatik am Vertikaltuch.
Im Anschluss an die beiden Abendvorstellungen wurde im Gemeindesaal und in der Mehrzweckhalle weitergefeiert – sowohl in der Archivier-Bar als auch in der Monster Gruft. Das sechsköpfige Organisationskomitee bedankte sich im Namen der turnenden Vereine und zeigte einmal mehr, dass eine kreative Geschichte – gepaart mit Sport und Humor – ein ganzes Dorf fesseln kann.
Debora Hugentobler