Emotionale Stabsübergabe nach 12 Jahren
27.11.2025 ZetzwilAm Freitagabend vergangener Woche waren die 74 Angehörigen der Feuerwehr Gontenschwil-Zetzwil zum Schlussessen im Bären Zetzwil eingeladen. Nebst den üblichen Beförderungen sowie den Rückblicken auf geleistete Einsätze und absolvierte Übungen stand ...
Am Freitagabend vergangener Woche waren die 74 Angehörigen der Feuerwehr Gontenschwil-Zetzwil zum Schlussessen im Bären Zetzwil eingeladen. Nebst den üblichen Beförderungen sowie den Rückblicken auf geleistete Einsätze und absolvierte Übungen stand dieser Abend ganz im Zeichen des Wechsels im Kommando.
Die nackten Zahlen allein sind schon beeindruckend: Nicht weniger als 55 Übungen − mehr als eine pro Woche im Schnitt − wurden absolviert und insgesamt 2700 Ausbildungsstunden investiert. Der Übungsbesuch war mit 78,8 Prozent deutlich höher als im Vorjahr, was vom Kommando erfreut festgestellt wurde. Sechs Angehörige der Feuerwehr (AdF) haben gar 100 Prozent der Übungen besucht.
Zudem leisteten die Feuerwehrleute 281 Magazinstunden, absolvierten die vorgesehenen Fahrstunden und holten sich in 76 Kurstagen zusätzliches Fachwissen. Dass die Feuerwehr Gontenschwil-Zetzwil für den Ernstfall gerüstet ist, konnte sie im Berichtsjahr in 37 Einsätzen eindrücklich unter Beweis stellen. Besondere Erwähnung fand dabei ein kleiner Brand eines Personenwagens, der von einem anwesenden AdF mit greifbarem Cola und Red Bull gleich selber gelöscht werden konnte. Als Gemeinderessortvertreter bezeichnete Zetzwils Gemeindeammann Daniel Heggli die Feuerwehr als wichtigste Krisenorganisation der Gemeinde und lobte die spürbar gute Kameradschaft, die zu pflegen sehr wichtig sei. Bestes Beispiel für die funktionierende Kameradschaft sind die 9 AdF, denen zum 10-, 15-, 20- oder gar 25-Jahr-Jubiläum gratuliert werden konnte.
25-jährige Karriere
Genau 25 Jahre war auch Roman Soland im Dienst der Feuerwehr. Angefangen hatte er seine Karriere in der Betriebsfeuerwehr der Alu Menziken, die er von 2007 bis Ende 2010 kommandierte. 2005 trat Soland in die Feuerwehr Zetzwil ein, wo er bald als stellvertretender Chef Atemschutz Verantwortung übernahm. 2008 avancierte er zum Chef Atemschutz und nach der Fusion der Feuerwehren Zetzwil und Gontenschwil amtete er als stellvertretender Kommandant. In den letzten 12 Jahren führte Roman Soland die Feuerwehr Gontenschwil-Zetzwil als Kommandant. In seiner Karriere absolvierte er über 500 Übungen, 234 Einsätze (davon 130 als Einsatzleiter), viele Kurse, Sitzungen und Besprechungen, wobei diese Zahlen erst ab 2011 zuverlässig erfasst wurden. Vizeammann Bruno Ellenberger, seines Zeichens Gemeindevertreter von Gontenschwil, dankte Roman Soland für die stets angenehme und konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und überreichte ihm das Abschiedsgeschenk der Gemeinderäte beider Gemeinden. «Du, Roman, hinterlässt Spuren, die noch lange die Feuerwehr begleiten werden», stellte Bruno Ellenberger dankbar fest.
«Feuerwehrmann zu sein, ist eine Entscheidung. Feuerwehrmann im Ruhestand zu sein ist eine Ehre», steht auf dem Kapuzenpulli, den Roman Soland als eines der Geschenke zu seinem Abschied erhielt. Besser kann man die Karriere des abtretenden Kommandanten wohl nicht zusammenfassen. Sein Nachfolger, Christian Mosimann, dankte Soland für das in ihn gesetzte Vertrauen. Die Amtszeit Solands endet offiziell erst Ende 2025 − Mosimann durfte aber bereits in den vergangenen Monaten Führungsverantwortung wahrnehmen. «Es ist eine grosse Ehre, das Amt von dir zu übernehmen», sagte er.
Roman Soland seinerseits freut sich, sein Amt an einen kompetenten und zuverlässigen Nachfolger übergeben zu können. Er habe Mosimann immer als sehr eifrigen AdF erlebt, der sich seit rund fünf Jahren gewissenhaft auf höhere Aufgaben vorbereitet habe und als Instruktor schon seit längerer Zeit Informationen aus erster Hand in die Truppe brachte, was sehr wertvoll sei.
Neues Führungsduo
Bruno Ellenberger konnte im Rahmen der Beförderungen das neue Kommando, Christian Mosimann zum Hauptmann und Marco Bolliger zum Kommandaten Stv., befördern. Ellenberger stand schliesslich zum Abschluss des offiziellen Teils selber im Mittelpunkt. Nach 28 Jahren im Gemeinderat Gontenschwil und ebensolange Verantwortlicher für die Feuerwehr ist er per Ende dieses Jahres zurückgetreten. «Wir verlassen nun beide diese Feuerwehr − eine tolle Truppe!», sagte er zu Roman Soland. Und beiden war nicht nur an den glänzenden Augen anzusehen, wie viel Herzblut und Engagement sie in den vergangenen Jahrzehnten in diese Organisation investiert hatten.
Eine kleine Überraschung hatte sich Bruno Ellenberger ganz für den Schluss aufgespart. Er konnte mit dem Gontenschwiler Gemeinderat Markus Müller seinen Nachfolger in der Kommission bekanntgeben. Müller hat selber eine 20-jährige Feuerwehr-Karriere hinter sich und war auch eine Zeitlang Kdt der Feuerwehr. Mit ihm und Marco Bolliger, der ebenfalls neu in der Kommission mitwirkt, dürfte die Feuerwehr Gontenschwil-Zetzwil auch weiterhin auf allen Ebenen in guten Händen sein.
Roland Marti



