Unter dem Motto «The Greatest Show» ging ein Musikabend mit dynamischen Werken und inszenierter Show über die Bühne, fokussiert auf den Abgang von Dirigent Ueli Wigger.
Fanfarenklänge aus «Festmusik der Stadt Wien» von Richard Strauss ...
Unter dem Motto «The Greatest Show» ging ein Musikabend mit dynamischen Werken und inszenierter Show über die Bühne, fokussiert auf den Abgang von Dirigent Ueli Wigger.
Fanfarenklänge aus «Festmusik der Stadt Wien» von Richard Strauss eröffneten das Konzert. Um eine Bergbesteigung auf musikalische Art ging es bei «High Peak» von Eric Ball. Die Moderation forderte das Publikum auf, die Wanderschuhe zu schnüren, um den Gipfel zu erklimmen, die Aussicht würde sich lohnen. Ins Blickfeld danach rückte Thomas Hauri mit einem gefühlvollen Csárdás-Solo auf der Posaune. Die Brass Band folgte mit einem Trommelwirbel zu «La gazza ladra» von Gioachino Rossini. Die diebische Elster, wie die Ouvertüre aus dem Italienischem übersetzt heisst, wäre einer Magd fast zum Verhängnis geworden, der man den Diebstahl eines Silberlöffels anlastete. Musikalisch versilberte Melanie Ziegler mit Soloeinlagen auf dem Principal-Cornet die Rossini-Ouvertüre.
Nachfolgerin
Die Cornet-Bläserin löst ihre Mutter Brigitte an der Spitze des Musikvereins ab. «Unsere Brass Band erzählt ihnen heute im Laufe des Abends musikalische Geschichten, mal laut, mal leise, beschwingt oder auch nachdenklich», wandte sie sich an das Publikum im Saal. Eine der Geschichten ist die von Brigitte Ziegler, die den Verein mit Herzblut und Liebe unter Einsatz unzähliger Stunden 19 Jahre lang prägte. «Ich trete in ihre Fussstapfen und weiss nicht, ob ich sie je ausfüllen kann» – am Selbstbewusstsein der jungen Präsidentin gemessen: «Sie wird».
Abwechslungsreich
Während das Musikalische den ersten Teil des Brass-Band-Konzerts bestimmte, stand nach der Pause «Show» auf dem Programmzettel. Das schlichte Schwarz der Musizierenden wich lockerem Outfit. Als überheblicher Stardirigent «Ulrico Wiggeri» kehrte im glitzernden Smoking der scheidende Stabschwinger zurück. «Wir haben gern unter deinem Stöckli gespielt», brachte es Christian Härdi auf den magischen Punkt. Zusammen mit Rita Michel gestaltet er mit Ideenreichtum die Konzertdetails. Auf gesangliche Art verabschiedete Philipp Rölli den Dirigenten mit der Mundartpassage «Hey Ueli, das isch es gsi» in der Beatles-Zugabe «Hey Jude». Cheryl Bianchi und Markus Hunziker sorgten dazwischen für Abwechslung mit eindrücklichen Cornet-Soli.
Nicht nur einen Dirigenten sucht der Musikverein Reitnau, willkommen ist jedes Blechblasinstrument, sogar eine Schlagzeugerin steht auf dem Wunschzettel. «The Greatest Show» findet nicht nur auf der Bühne, auch in Besetzung wie im Vorstand statt.
Alfred Weigel