Rund 20 Schlossrueder Gemeindemitglieder arbeiten intensiv und ergebnisorientiert am Räumlichen Entwicklungsleitbild (REL).
aw. Ziel eines Leitbilds ist es, eine räumlich-strategische Vorstellung für die zukünftige Ausrichtung zu erarbeiten. Gemeinde und ...
Rund 20 Schlossrueder Gemeindemitglieder arbeiten intensiv und ergebnisorientiert am Räumlichen Entwicklungsleitbild (REL).
aw. Ziel eines Leitbilds ist es, eine räumlich-strategische Vorstellung für die zukünftige Ausrichtung zu erarbeiten. Gemeinde und das mit der Kommissionsarbeit beauftragte Beratungsunternehmen «Suisseplan Ingenieure AG Raum + Landschaft» luden zu einem Workshop ein, um die Meinung der Dorfbevölkerung einzuholen. Im Vorfeld leistete die zehnköpfige Planungskommission um Gemeindeammann Martin Goldenberger wertvolle Vorarbeit. In drei Workshops analysierten vier Gruppen mit wechselnder Zusammensetzung zunächst die aktuelle Situation. Worüber man sich freut (Stärken) und was am meisten auf Schlossrueder Gemeindeboden ärgert (Schwächen) notierten die Teilnehmenden im Eilverfahren. Im zweiten Workshop formulierten sie Visionen und Zielvorstellungen. Das Sammeln interessanter wie attraktiver Ideen, «ohne Wenn und Aber» – so die Vorgabe von Suisseplan-Projektleiter Philipp Baur – spornte die Fantasie an.
Vom Dorfkern bis zum Erlebnisweg
Sortiert ergaben die grünen (positiv) und roten (verbesserungswürdig) Karten ein erstes Bild für die Themen: Arbeit, Verkehr, Infrastruktur, Umwelt, Freizeit und Dorfleben. Als letzte Aufgabe waren charakteristische Merkmale des eigenen Wohnquartiers zu bewerten – inklusive Chancen und einhergehende Risiken. Die öffentliche Verkehrsanbindung und altersgerechtes Wohnen standen in der Kritik. Zur Diskussion standen ein ausgeprägter Dorfkern sowie ein imposanter Dorfeingang. Obwohl es einen Erlebnisweg gibt, sei die Stärkung des Naherholungsgebiets in Erwägung zu ziehen. Als Vision proklamiert wurden 1100 Einwohner im Jahr 1940.
Podcast-Interviews
Zusammenfassend stellte sich heraus, dass die Schlossrueder vor allem Bewährtes wie Dorfladen, Restaurant, Schlossbrauerei, Mühle, Marktanlässe und das intakte Vereinsleben sowie die Schule erhalten, aber auch ausbauen wollen.
Was Schülerinnen und Schüler wie Kindergartenkinder zur Leitbildentwicklung beitrugen, präsentierte Schulleiterin Aline Bolliger. In Podcast-Interviews nahmen die jungen Schlossruederinnen und Schossrueder kein Blatt vor dem Mund. Frei äusserten sie ihr Gedankengut für eine visionäre Zukunft im Dorf. Den Schlossgeistliweg, Waldschaukel und Spielmöglichkeiten stuften die Kinder positiv ein. Der Busverkehr und das WC im Kindergarten kamen weniger gut weg. Dafür wünschen sie sich einen Bachzugang, ein Schwimmbad und einen Aussichtsturm mitten im Dorf. Ein neues Dorfwappen und ein strassenputzender Roboter ergänzten die Liste.
Im Rahmen des Planverfahrens hat der Kanton eine gewichtige Stimme. Doch auch die Bewohner haben bei der öffentlichen Auflage ein Mitspracherecht und stimmen letztlich an einer Gemeindeversammlung der Revision des Bauzonen- und Kulturlandplans zu.