Spannende und actionreiche Einblicke
28.08.2025 Suhren-/Rueder-/Uerkental, ReitnauEs war alles angerichtet am letzten Freitagabend: Ein intressanter Waldumgang, geleitet von Gemeindeförster H.R. Hochuli, stand bevor, das Festgelände rund ums Waldhaus war für das «Füürobe Bier» der Feuerwehr Reitnau mit Sonnenblumen geschmückt und ...
Es war alles angerichtet am letzten Freitagabend: Ein intressanter Waldumgang, geleitet von Gemeindeförster H.R. Hochuli, stand bevor, das Festgelände rund ums Waldhaus war für das «Füürobe Bier» der Feuerwehr Reitnau mit Sonnenblumen geschmückt und das sonnige Wetter sorgte für lauwarme Temperaturen. Der Vizeammann und Waldchef Peter Hochuli durfte pünktlich um 18.30 Uhr eine rekordverdächtige Anzahl von über 150 gut gelaunten Waldbesuchern begrüssen.
(Eing.) Im darauffolgenden anderthalbstündigen Waldgang erhielt die Gästeschar an verschiedenen Posten fundierte Informationen und actionreiche Demonstrationen verschiedener im Forstbetrieb Reitnau tätigen Akteuren. Am ersten Posten stellte der Förster den für die kommenden 15 Jahre gültigen Betriebsplan vor. Der Planungsfokus wird dabei auf einen artenreichen, stabilen und gegen Klimastress resistenten Wald gelegt. Weiterhin soll aber auch die Nutzfunktion für die Produktion von einheimischem Holz eine hohe Priorität haben.
Methode zeigt Wirkung
Das leidige Thema Neophyten, welches sich auf den zahlreichen, durch Sturm -und Käferschäden entstandenen Freiflächen im Reitnauer Wald zeigt, wird mittels einer arbeitsintensiven Methode bekämpft, die aber eine hundertprozentige Wirkung zeigt. Das vor vier Jahren ins Leben gerufene Waldteam, unter der Leitung von Kurt Baumann, besteht aus 15 pensionierten Frauen und Männern. Sie befreien mit ihrem Engagement die Flächen radikal von Neophyten und Brombeeren. Jeweils im Herbst werden die gesäuberten Parzellen bepflanzt damit sich innert 5 bis 6 Jahren ein bodenabdeckender Bewuchs und der neue Wald für die Zukunft bildet. Bereits konnten so in den letzten drei Jahren, mit dieser freiwilligen und kostenlos geleisteten Arbeit des Waldteams, 5 Hektaren Waldboden gesäubert und 6000 Bäume gepflanzt werden.
Blaulicht und Sirene
Eine kleine Parzelle des Reitnauer Waldes ist auch Teil eines europäischen Forschungsprojekts der Eidg. Forschungsanstalt WSL. Die Zielsetzung ist herauszufinden, ob sich bei den Baumarten Tanne und Buche, deren Samen aus südlichen Ländern stammen, ein besserer Anwuchs zeigt als bei unseren Bäumen, die sich unser wärmer gewordenes Klima noch nicht gewohnt sind. Projektleiter Fabian Suter, auch stellvertretender Forstrevierleiter in Gränichen, präsentierte dabei interessante Fakten und Zahlen zu dieser für den zukünftigen Wald wichtigen Forschungsarbeit.
Ein eher seltenes Schauspiel durften die Waldgänger am letzten Posten erleben. Umgestürzte Bäume blockierten die Strasse, sodass die Feuerwehr mit Blaulicht und Sirene ausrückte, um das «Desaster» aus dem Weg zu räumen. Schon bald zeigte sich jedoch, dass die Feuerwehr nicht über die notwendigen Mittel verfügt, um grössere Bäume von der Straße zu räumen. Trotzdem ist sie als aufgebotene Blaulichtorganisation meistens als erste am Schadenplatz. Denn es gehört zu ihren Aufgaben, die nötigen Maßnahmen einzuleiten, um die Straße wieder sicher befahrbar zu machen. Für die eigentlichen Räumungsarbeiten werden dann Holzerei-Profis beigezogen. Dieser Part wurde durch die Forstunternehmung Holztrans aus Hunzenschwil übernommen, die bereits seit einigen Jahren für den Forstbetrieb Reitnau tätig ist. Innerhalb weniger Minuten räumten sie die Bäume mit dem Vollernter weg und die Straße war wieder frei. Danach stillte Reto Locher, stellvertretender Geschäftsführer der Firma Holztrans, mit Zahlen und Fakten rund um die eindrückliche Holzerntemaschine den Wissensdurst der technikinteressierten Anwesenden. Der unvergessliche Höhepunkt für die Kinder war, dass sich jedes Kind noch in die Maschine setzen durfte. Wer weiss, vielleicht wurde durch diese Aktion der Grundstein für zukünftiges Forstpersonal gelegt.
Nach diesem letzten Programmpunkt setzte langsam die Dämmerung ein und die «Waldwanderer» marschierten zügig zurück zum Waldhaus. Dort wurden sie bereits vom Feuerwehrpersonal mit Würsten und Getränken, welche von der Ortsbürgergemeinde gespendet wurden, erwartet.
Der ereignisreiche Abend ging so unter dem lauschigen Blätterdach bis in die späten Nachtstunden gemütlich zu Ende.


