Er war damals eine kleine Sensation
14.08.2025 Suhren-/Rueder-/Uerkental, Schmiedrued-WaldeEs gab damals den Witzweg im Appenzellischen. Nicht zuletzt dieser dürfte im Jahr 2011 die Schmiedrueder Musikerin Barbara Schirmer dazu bewogen haben, das Kulturforum dazu zu begeistern, die grosse Arbeit in Angriff zu nehmen und einen «Märliweg» zu schaffen. Die ...
Es gab damals den Witzweg im Appenzellischen. Nicht zuletzt dieser dürfte im Jahr 2011 die Schmiedrueder Musikerin Barbara Schirmer dazu bewogen haben, das Kulturforum dazu zu begeistern, die grosse Arbeit in Angriff zu nehmen und einen «Märliweg» zu schaffen. Die Gemeinde Schmiedrued stand von Anfang an hinter dem Projekt. Nun wird der «Märliweg» und «eine Schatzkiste voller Märchen» weiter leben – im Wäbi-Museum, für jedermann zugänglich.
st. Für die Bevölkerung von Schmiedrued und der ganzen Region kam Anfang September 2011 der bedeutende Tag, an dem der Schmiedrueder «Märliweg» eröffnet werden konnte – und es regnete in Strömen. Und siehe da: «Der Regen verleiht dem Wald höchstens noch eine Spur mehr Mystik», wie es im Zeitungsbericht über die Eröffnung geschrieben steht. Eine Zeit der harten Arbeit war vorbei. Im Vorfeld wurden nämlich nicht nur Märchen gesammelt, zum grossen Teil von einheimischen Autoren, es mussten auch Stühle, Hocker und wetterbeständige Märchenbücher entworfen und hergestellt werden. Um jede Märchenstation entstand ein kleiner Sitzplatz. Die Märchen wurden laminiert und in «hölzernen Bundesordnern» eingeordnet. Diese Ordner wurden mit einer Kette vor Diebstahl gesichert und kamen in eine schützende Holznische. Sechs Stationen konnten so zu Fuss mühelos erreicht werden.
Das grosse Highlight
Bereits im Jahr darauf machte der Schmiedrueder Märliweg gross von sich reden, denn das legendäre «Erzähltal» machte nicht nur beim Schloss in Schlossrued halt, sondern auch am Märliweg in Schmiedrued. Mit der Dekoration zu diesem Ereignis gab sich das Kulturforum besondere Mühe. Angelehnt an das Märchen «Der Versicherungsvertreter» von Christa Jordi-Frey, deckten die Organisatoren eine grosse Tafel mit weissem Tischtuch, wertvollem Geschirr und Kerzen. Ein bequemer antiker Lehnstuhl bildete das Tüpfelchen auf dem i und Lichtgirlanden säumten die romantische Szenerie.
In der Folge wurde der Wald oberhalb der Pinte in Walde von Wanderern, von ganzen Familien und sogar von der AZ-Wandergruppe besucht.
Die Kulturkommission hielt das ganze vorbildlich instand und wechselte auch ab und zu die Märchen, denn «eine Schatzkiste voller Märchen» wartete noch darauf, gelesen zu werden.
Im Jahr 2020 schloss die Kulturkommission den Märliweg. Die Betreiber kamen in die Jahre und die Attraktion hatte an Bedeutung verloren. Alles wurde der Gemeinde übergeben, in der Hoffnung, dass sich vielleicht eine Nachfolge-Organisation finden wird, die damit ein neues Projekt lanciert. Der «Märliweg» jedoch verschwand stattdessen im Archiv.
Zu neuem Leben erwacht
Als die Mitbegründerinnen des «Märliweges», Maya Hunziker und Verena Lüscher-Hofmann, diese «Verschwendung von Kulturgut» entdeckten, nahmen sie mit dem Präsidenten der Weberei- und Heimatmuseums Ruedertal, Kuno Matter, Kontakt auf und rannten offene Türen ein. Inskünftig sind die sechs handgefertigten hölzernen Märchenbücher wieder für jedermann im Museum zugänglich, inklusive der «Schatzkiste», in welcher nach Herzenslust gestöbert werden kann.
Eröffnung am 12. September
Wie gewohnt, findet auch diesen Herbst wieder eine Kunstausstellung im Wäbi-Museum statt. Vernissage ist am Freitag, 5. September. Die Ausstellung dauert bis zum 14. September. Am Freitag, 12. September, findet der traditionelle Leseabend statt. Dann wird auch der «Märliweg» neu eröffnet. Unter anderem wird Verena Lüscher-Hofmann Märchen aus dieser «Schatzkiste» lesen.



