Obwohl die Wetterprognosen alles andere als rosig waren, hatte der Gemeinderat Schlossrued beschlossen, die 1. Augustfeier auf dem Vorplatz des Schlosses durchzuführen, weil es hier viel romantischer ist als im Unterstand bei der Turnhalle. Zu Gast war Werner De Schepper und zur ...
Obwohl die Wetterprognosen alles andere als rosig waren, hatte der Gemeinderat Schlossrued beschlossen, die 1. Augustfeier auf dem Vorplatz des Schlosses durchzuführen, weil es hier viel romantischer ist als im Unterstand bei der Turnhalle. Zu Gast war Werner De Schepper und zur Umrahmung spielten die Dixie-Ramblers.
st. Der Blick auf die Homepage der Gemeinde Schlossrued enthielt keine Mitteilung darüber, dass die 1. Augustfeier bei der Turnhalle stattfinden wird. Also pilgerten die Schlossruederinnen und Schlossrueder hoch zum Schloss, obwohl es ringsum dicke Wolken hatte. Essen und Getränke standen bereit, einem fröhlichen Fest stand nichts im Wege. Zudem sorgten die Dixie-Ramblers für eine beschwingte Stimmung. Als sich alle mit Essen und Tranksame eingedeckt hatten, führte der Gemeindeammann Martin Goldenberger das traditionelle Interview mit dem Redner durch und stellte dabei fest, dass De Schepper ein Zuckerstockmensch und kein Raketenmensch sei, und dass für ihn zum 1. August eine Cervelat gehöre, weshalb er dann auch einen ganzen Ring Cervelats nebst einer Flasche Schlossrueder Wein erhielt.
Dörfliche Gemeinschaft
In seiner Rede betonte De Schepper, dass er früher dachte, das wahre Leben finde in Städten, vor allem in Grossstädten, statt. Trotzdem nahm er Wohnsitz in Oberflachs und halte nun in Schlossrued seine Rede. Während der Corona-Zeit hätte er festgestellt, dass die Einsamkeit in Grossstädten sehr hoch sei, in den ländlichen Regionen spürte man davon herzlich wenig. Hier herrsche Gemeinschaft, hier halte man zusammen und bleibe in Kontakt. Erstaunt sei er gewesen, als er mit dem Gemeindeschreiber über Schlossrued sprach und dieser erklärte: «Vel zügle zu eus, wel da nüt los isch!» Immerhin fand er auch noch den Bezug zum 1. August. Seine 1. Rede hielt er als Belgier. Seit 16 Jahren sei er aber Schweizer. In Oberflachs hielt er als Ersatzmann die Rede, heute wohnt er da. Vor einem Jahr wurde er in Schlossrued als Redner eingeladen, inzwischen verliebte er sich in eine Frau mit Schlossrueder Wurzeln. Inzwischen habe er auch gemerkt, dass der Spruch, den er im Storchen gehört habe «das Tal der Vergessenen», längst nicht mehr zutreffe. Schlossrued sei der Gegenentwurf zum allgemeinen Mainstream, mit einem Schloss für inspirierende Seminare und dem «Schlossgeischtli-Weg», der viele Familien anlocke. Er erzählte von seinem Werdegang und seiner Karriere, und inzwischen wissen auch alle, in welcher Beiz in Olten sie inskünftig einkehren sollen. Als danach die letzten Klänge der Nationalhymne ertönten, öffnete der Himmel seine Schleusen.