Historischer Pavillon erlitt Schäden
31.07.2025 Seetal, BirrwilPunkt 18.10 Uhr am letzten Sonntagabend, 27. Juli, wurde die sonntägliche Ruhe abrupt unterbrochen durch einen Donnerschlag, wie er hier noch nie gehört wurde. «Es war wohl wie eine Bombe. Ein Blitzschlag traf den historischen Pavillon im Park der Liegenschaft Wylhof in ...
Punkt 18.10 Uhr am letzten Sonntagabend, 27. Juli, wurde die sonntägliche Ruhe abrupt unterbrochen durch einen Donnerschlag, wie er hier noch nie gehört wurde. «Es war wohl wie eine Bombe. Ein Blitzschlag traf den historischen Pavillon im Park der Liegenschaft Wylhof in Birrwil. Der Schaden ist gross und dürfte zur Behebung Spezialisten erfordern.
st. Es war ein ruhiger Sonntagabend. Barbara Buhofer weilte mit einer Besucherin im ersten Stock ihrer Villa im Wylhof, während es draussen leicht regnete. Ihre Tochter war im Parterre und sah aus dem Fenster in den Garten, als um 18.10 Uhr ein Blitzstrahl direkt in den Garten traf, zusammen mit einem mächtigen Donnerschlag, der das ganze Haus erzittern liess. Die Tochter eilte hinauf und erzählte ihr Erlebnis. Alle dachten, der Blitz hätte in den Fischweiher eingeschlagen und vermutlich kaum grossen Schaden angerichtet. «Wir gehen dann gelegentlich mal schauen», meinte Barbara Buhofer, während sich alle drei vom Schrecken erholten.
Schöne Bescherung
Als danach die Buhofers in den Garten gingen, um sich umzusehen, wunderte sich Barbara vorab mal über die Holzstücke, die ihnen «offenbar jemand mutwillig in den Garten geworfen hatte». Als sie aber dann von hinten zu ihrem Pavillon ging, sah sie die Bescherung. Der Blitz schlug nicht etwa in einen der hohen Bäume ringsum, sondern suchte den Weg durch die Dachrinne in den hinteren Teil des Häuschens, riss einen dicken Balken in kleine Sprissen und die Bretter von der Wand, verstreute Bretter und weitere Holzstücke in der ganzen Umgebung und richtete ein Chaos an. Erst später bemerkte sie, dass sich das ganze Haus leicht verzogen hatte, die Fenster hängen nicht mehr richtig in ihren Rahmen. Die Dachrinne weist ein grosses Loch mit angesengten Rändern auf.
«Ins Innere haben wir am Anfang gar nicht geschaut. Dazu mussten wir zuerst Mut fassen», meinte Barbara Buhofer. Dann aber sahen sie auch hier die ungeheure Wucht, die fähig war Bilder von den Wänden zu reissen. Sogar die Kuckucksuhr lag am Boden, nebst zersplittertem Porzellangeschirr und demolierten Figuren, ein trauriger Anblick.
Erst am Montagmorgen, als Barbara Buhofer am Computer arbeiten wollte, merkte sie, dass dieser keinen Wank mehr tat. Auch ihr Radiowecker funktionierte nicht mehr. Mit Hilfe von Sunrise brachte sie zumindest den Computer ihres Bruder wieder zum Laufen, damit sie das Nötigste erledigen konnte. Den Fernseher und weitere elektrische Geräte nimmt sie jeweils vom Netz, wenn sie sie nicht braucht. So blieb alles andere unversehrt.
Der Pavillon
Zur Geschichte des historischen Pavillons äusserte sich Ueli Buhofer, welcher sich mit der Geschichte der Liegenschaft auseinandersetzte. Dieser wurde im vorletzten Jahrhundert als Eishaus errichtet, zur Lagerung von Eisblöcken. Als dann die Grossmutter 1932 ihren ersten Frigidaire bekam, wurde das Eishaus überflüssig. Sie entschied, dass in diesem kleinen Wäldchen anstelle des Eishauses ein Schweizer Häuschen entstehen soll. Seither wird der Pavillon im Sommer als Teehaus genutzt. Die Grossmutter, eine sehr gesellige Dame, beschäftigte sich hier oft mit Handarbeiten und hatte einen Autospiegel so montiert, dass sie die Menschen, die vorbeikamen oder -fuhren, früh genug sah, um sie zu einem Getränk einzuladen und mit ihnen zu plaudern. Hier feierte sie auch ihre kleinen Parties. An heissen Tagen, wie wir sie im Juni hatten, ist es hier wesentlich kühler als im Haupthaus, weshalb die Buhofers hier manchmal auch ihre Mahlzeiten einnehmen. Die Liegenschaft ist übrigens seit fast hundert Jahren im Besitz der Buhofers. Heute kümmern sich Barbara und Ueli mit viel Leidenschaft um die wunderschöne Parkanlage und sorgen dafür, dass das Haus in seiner Pracht fortbestehen kann. Das Haupthaus steht unter Denkmalschutz und die Buhofers achten sorgfältig darauf, dass auch die Umgebung mit den verschiedenen kleinen Bauten und dem bemerkenswert gepflegten Baumbestand im Gesamtbild stilgerecht erhalten bleibt. Für die umfassenden Reparaturen und die Restaurierung des beschädigten Pavillons dürften deshalb Spezialisten in Frage kommen.








