Grossmehrheitliche Zustimmung herrschte
12.06.2025 Moosleerau55 der 654 Moosleerauer Stimmberechtigten nahmen an der Gemeindeversammlung in der Turnhalle teil. Sie stimmten allen Anträgen des Gemeinderates grossmehrheitlich bis einstimmig zu, zum Teil nach sachlich geführten Diskussionen. Zum Abschluss warteten Grillwurst und Brot mit ...
55 der 654 Moosleerauer Stimmberechtigten nahmen an der Gemeindeversammlung in der Turnhalle teil. Sie stimmten allen Anträgen des Gemeinderates grossmehrheitlich bis einstimmig zu, zum Teil nach sachlich geführten Diskussionen. Zum Abschluss warteten Grillwurst und Brot mit Getränken auf die Versammlungsteilnehmenden.
st. Die Traktandenliste war lang, Neun Mal mussten sich die 55 anwesenden Stimmberechtigten entscheiden. Nach der Begrüssung durch Gemeindeammann Fracisco Baños passierten Protokoll und Rechnungsablage diskussionslos. Immerhin schliesst die Rechnung 2024 um über 72’000 Franken besser ab als budgetiert. Verschiedene Faktoren trugen zu diesem guten Ergebnis bei. Der Ertragsüberschuss von 983’000 Franken wird dem Eigenkapital zugewiesen. Mirjam Bossard, Abteilung Finanzen, konnte die Rechnung zur Annahme empfehlen, was einstimmig geschah. Auch der Rechenschaftsbericht 2024 des Gemeinderates passierte ohne weitere Diskussionen.
Auf den 1. Blick happig
Die Gemeindebesoldung musste angepasst werden. Was auf den ersten Blick recht happig erscheint (Gemeindeammann 22’000 Franken, bisher 14’500 Franken pro Jahr, Vizeammann 15’000 Franken, bisher 8000 Franken, Gemeinderäte je 13’000 Franken, bisher 7000 Franken) ist auf den 2. Blick absolut gerechtfertigt. Seit 13 Jahren wurde nichts daran geändert, die Teuerung nicht angepasst. Zudem erscheint die Spesenabrechnung neu transparenter, und es gibt Verschiebungen. So konnte auch diesem Traktandum grossmehrheitlich zugestimmt werden.
Dem Zeitgeist anpassen
Vizeammann Christoph Fischer machte den Zusammenschluss der Ortsbürger und der Einwohnergemeinde schmackhaft. Im letzten Jahrhundert hatte die Ortsbürgergemeinde noch weit grössere Bedeutung, unter anderem oblag ihr die Bewirtschaftung der Waldungen. Der Bürgernutzen wurde inzwischen abgeschafft. Nach der Zusammenlegung mehrerer Forstbetriebe zum Forstbetrieb Suhrental-Ruedertal ist der Umsatz sehr gering, das Vermögen sinkt kontinuierlich. Eine Zusammenlegung mit der Einwohnergemeinde wäre kostensparend, weil Prozesse optimiert werden können. Die Ortsbürgerinnen und Ortsbürger von Moosleerau behalten auch nach der Auflösung der Ortsbürgergemeinde ihren Heimatort «Moosleerau». Das Ortsbürgerrecht selbst entfällt, sie sind aber immer noch Einwohnerbürger von Moosleerau. Die Ortsbürger stimmten am 22. Mai dem Zusammenschluss zu. Am 17. August wird es dann zur Urnenabstimmung kommen.
Weitere Traktanden
Seit 2015 ist die aktuelle Gemeindeordnung in Kraft. Eine Revision wurde unumgänglich. Bei dieser Gelegenheit wurden Doppelspurigkeiten beseitigt, bestehende Lücken geschlossen. Zu reden gaben lediglich die neuen Kompetenzsummen Grundstücke, welche erheblich erhöht wurden (alt: Kauf max. pro Jahr 150’000 Franken, Verkauf max. 100’000 Franken. Neu: Kauf/Verkauf: bis 750’000 Franken (3x pro Jahr); bis 1’500’000 Franken mit Zustimmung Finanzkommission (3x pro Jahr). Mirjam Bossard befürchtet, dass damit die Mitsprache der Gemeinde erheblich beschnitten wird, und sie fand Unterstützung bei den Anwesenden, zumal der Immobilienhandel nicht Aufgabe des Gemeinderates ist. Die Zweifel konnten aber ein Versammlungsteilnehmer und Francisco Baños grösstenteils ausräumen, sodass der Antrag des Gemeinderates mit 35 Ja zu 20 Nein angenommen wurde. Ab 1. Januar 2026 – sofern nicht noch das Referendum ergriffen wird – gibt es demnach in Moosleerau neu einen Gemeindepräsidenten und einen Vizepräsidenten anstelle des Gemeindeammanns und des Vizeammanns.
Mit 34 Ja zu 13 Nein wurde auch der Anhang 1 zum Kinderbetreuungsreglement (Tarifsystem) angenommen, auch wenn dieses zum Teil als ungerecht betrachtet wird.
Gemeinderat Lorenz Übelhart erklärte, was es mit dem Kreditbegehren in der Höhe von 70’265 Franken auf sich hat. Seit dem 13. März 2025 ist die Gemeinde Eigentümerin des Areals im Bereich Werkhof und Restaurant Sonne. Nun soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, die vor allem nachhaltig ist und auch die Bedürfnisse der Gemeinde Kirchleerau und der Bevölkerung berücksichtigt. Mit 45 zu 7 wurde auch dieses Geschäft gutgeheissen.
Verschiedenes
Gemeinderätin Jeannine Graber gab ihrer Freude darüber Ausdruck, dass es den Familienverein Leerau gibt, mit Angeboten für Primarschüler und auch für Teenies. Ihnen will man den Raum im Untergeschoss des Schützenhauses zur Verfügung stellen, als Zwischennutzung.
Ein Zeichen setzen will eine Versammlungsteilnehmerin für die Ortsbürgergemeinde. Sie schlägt vor, dass im Roliloch eine Erinnerungstafel gestellt wird, die dann mit einem kleinen Fest eingeweiht wird. So würden die Ortsbürger nicht einfach sang- und klanglos verschwinden, sondern ehrenvoll verabschiedet.
Daniel Zehnder geht in Pension
Vizeammann Christoph Fischer, selber Förster, freute sich, seinen Kollegen, Daniel Zehnder, zu ehren und in die Pension zu verabschieden. Zehnder wuchs in Kölliken auf und absolvierte seine Lehre im Wald von Oberentfelden als Forstwart. 1986 besuchte er die Försterschule in Lyss und wurde 1987 in Gränichen zum Förster gewählt. 1991 übernahm er die Waldungen von Schlossrued und Kirchleerau, 1997 folgten Schmiedrued und Moosleerau, bis 2021, als alles vom Forstbetrieb Suhrental/Ruedertal einverleibt wurde. In diesem Unternehmen wurde er neben Urs Gsell zum zweiten Förster. Damit diente er der Gemeinde Moosleerau während 28 Jahren als Förster. Er ist besonnen, ruhig und kompetent, und er liebt die Natur. Eine Herausforderung war der Privatwald, er wusste immer, welche Parzelle wem gehört. Zehnder zeigte sich gerührt und meinte, dass er die Arbeit immer gerne gemacht hat. Er sei auch froh, dass er nach den langen trockenen Sommern seinem Nachfolger einen gut erholten Wald anvertrauen kann und lud ein zum nächsten Waldumgang, wo sich jedermann selbst davon überzeugen kann.
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Vorerst zum Ausprobieren gibt es neue Mikrophone, denn, so Francisco Baños, es ist nicht mehr zumutbar, in der Turnhalle so laut zu sprechen, dass es auch noch für die Hintersten deutlich hörbar ist. Dasselbe gilt auch für die Versammlungsteilnehmenden. Für sie zirkuliert eine rote «Catch Box», die man notfalls sogar werfen kann, zum Dreinsprechen. Es klappte ausgezeichnet, die Anlage scheint zu funktionieren.
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Gemäss neuem Gemeindereglement erscheinen die amtlichen Publikationen weiterhin im Landanzeiger. Die Druckversion der Zeitung landet aber teilweise erst am Freitag in den Briefkästen. Als Publikationstag gilt jedoch weiterhin der Donnerstag, wenn die «Amtlichen» online auf der Webseite des Landanzeigers erscheinen.

