Wasserstand tief und ein toter Fisch
17.04.2025 Kolumne(dr.) Der Kabarettist Emil sang es schon vor Jahren und auch dieses Jahr passt das Verslein: «April, de April, de macht was er will». In diesem Jahr ist es so, er will einfach nichts machen. Also wettertechnisch gesehen. Der in die Jahre gekommene Monat wünscht sich offenbar wie ...
(dr.) Der Kabarettist Emil sang es schon vor Jahren und auch dieses Jahr passt das Verslein: «April, de April, de macht was er will». In diesem Jahr ist es so, er will einfach nichts machen. Also wettertechnisch gesehen. Der in die Jahre gekommene Monat wünscht sich offenbar wie tausende von Schweizern Wärme und Sonnenschein. Kurz gesagt, der Regen lässt seit Wochen auf sich warten und würde doch so dringend benötigt. Während der Bodensee bereits den tiefsten Wasserpegel erreicht hat und schweizweit in den sozialen und gedruckten Medien schon Alternativprogramme für sportbegeisterte Menschen angesichts des austrocknenden Gewässers angeboten wurden, meldete ein lokales Radio auf deutscher Seite, es wäre alles halb so schlimm. Der Gestank sei lokal begrenzt und auch die Austrocknung noch nicht besorgniserregend. Man vertraue darauf, der Regen kommt, auch in diesem Jahr.
In unseren Social Media, mehrheitlich das Wynental betreffend, machten sich viele Nutzer der freien Meinungsäusserung Sorgen, dass die Wyna einen sehr tiefen Pegelstand aufweisen würde. Ebenso wurden in Menziken sogar tote Fische gesichtet. Ehrlicherweise war nicht herauszufinden, ob verschiedene Spaziergänger denselben toten Fisch gesehen haben. Hingegen würden die Bauern sogar das wenige Wasser, welches unser Flüsschen führt, abpumpen, um die Felder zu bewässern. Der Fluss würde zudem unangenehm riechen.
Wir sind dem nachgegangen und haben beim Kanton Aargau, Abteilung Landschaft und Gewässer nachgefragt, ob ähnlich wie beim Bodensee, auch die Wyna am Austrocknen wäre und zu wenig Wasser führen würde.
Erleichtert können wir aber feststellen, es ist alles halb so schlimm. Ja, die Wyna hat einen tiefen Pegelstand. Aber nein, der Schwellenwert wäre noch nicht unterschritten. Engmaschig überwacht die Hydrometrie des Kantons Aargaus die vielen Messpunkte, die sich an der Wyna befinden. Würden die Werte unter den Schwellenwert fallen, dürften die Bauern, die für das Bewässern ihrer Felder mit Wasser aus dem Fluss eine Bewilligung bräuchten, keine Entnahme aus den Oberflächengewässern mehr tätigen. Die Temperatur wird im Moment auch täglich kontrolliert. Die Lage sei deshalb noch nicht besorgniserregend, da generell die Temperaturen von Luft und Wasser noch nicht allzu hoch wären. Erleichtert können wir feststellen, für die Wyna wird alles getan, damit sie möglichst gesund bleibt. Für die Wasserentnahmen der Landwirte gibt es Vorgaben und der langersehnte Regen lässt wohl in diesem Jahr Ostern ins Wasser fallen, dafür dürften die Bauern, die Natur und die Gewässer etwas aufatmen.
Was die toten Fische betrifft, dafür gab es jedoch keine Erklärung. Wer tote Fische im Gebiet der Gewässer im Kanton Aargau beobachte, soll dies immer über die Nummer 117 melden. Gemeint ist aber ein Fischsterben. Ein einzelner toter Fisch kann natürlich verschiedene Ursachen haben. Ein unachtsamer Vogel, der die Beute fallen liess. Oder vielleicht war es auch nur ein ausserkantonaler Fisch, der bereits in seinem Heimatkanton verstarb und unfreiwillig in Menziken strandete. Den Reiher oder den Fuchs wird’s freuen.
