Die Sonderausstellung «s’elektrisch chonnt» im Dorfmuseum Kölliken mit Installation von Objekten der Grafikerin und Malerin Verena Gubser zog zahlreiche Besucher an.
aw. Sieben Laternen zur Beleuchtung der Dorfstrasse entschied 1885 die ...
Die Sonderausstellung «s’elektrisch chonnt» im Dorfmuseum Kölliken mit Installation von Objekten der Grafikerin und Malerin Verena Gubser zog zahlreiche Besucher an.
aw. Sieben Laternen zur Beleuchtung der Dorfstrasse entschied 1885 die Einwohnergemeinde. Den ersten Vertrag zur Lieferung von Strom schloss die Gemeinde Kölliken 1897 mit dem Elektrizitätswerk Olten-Aarburg ab und das bis heute bestehende Elektrizitätswerk Kölliken feierte 1912 seine Geburtsstunde – soweit zur Historie. Die Sonderausstellung «s’elektrisch chonnt» im Dorfmuseum vermittelt, wie früher Elektrizität genutzt wurde - nicht nur in Kölliken. Die Altelektriker Fritz Beyeler und Ernst Suter steuerten historische Geräte vom Telefon bis zu Stromzählern bei. Die Glühlampe in verschiedenen Ausprägungen feierte Renaissance. Sogar Steigeisen mit Stiefeln und Klettergurte zum Ersteigen von Leitungsmasten sind zu bewundern. Aus der Sammlung des Dorfmuseums selbst stammen elektrische Haushaltsgeräte wie ein Dörrgerät und ein Tauchsieder zum Mostkochen unter der Regie von Ruedi Lüthi. Eine einfache Wechselschaltung demonstrierte der Kölliker Christoph Suter, Funktionalität und Verdrahtung konnte jeder Besucher testen.
«Die ersten elektronischen Musikinstrumente entwickelten in den 20er-Jahren Physiker, in den 50ern kamen die ersten Brettgitarren auf und in den 80ern programmierbare Keyboards», erinnerte sich der Kölliker Musiker Gogo. Zusammen mit Andrea-Carlo Polesello, Präsident der Museumskommission, stellte er einen digitalen Moog-Synthesizer den knapp 40 Ausstellungsbesuchern vor. Mit der linken Hand steuerten sie die Lautstärke, mit der rechten die Tonlagen. Das erste Gerät dieser Art entwickelte 1929 Léon Theremin. Derartige Synthesizer erzeugten auch das durch Mark und Bein gehende, elektrisierende Vogelgeschrei in Alfred Hitchcocks legendärem Horrorfilm «Die Vögel» aus dem Jahr 1963.
Den Dialog zur Kunst verdanken die Kölliker «Dorfelektriker» und Ausstellungsmacher Verena Gubser mit ihrer Installation von zirka 30 Werken, verteilt im gesamten Dorfmuseum. Inspiriert von landwirtschaftlichen Geräten oder elektrischen Gebrauchsgegenständen konstruierte sie ihre Ausgewogenheit ausstrahlenden Werke mit einfachen Formen und Streifen, gehalten jeweils in einer Palette von sechs Komplementärfarben. «Konkrete Kunst hat immer ein System», meint die in Kölliken aufgewachsene Künstlerin zu ihren Objekten.