Jahrhundertchance wurde ergriffen
20.03.2025 MoosleerauGrosse Erleichterung in den Gesichtern von Gemeindeammann Francisco Baños und Gemeinderat Lorenz Uebelhart anlässlich der ausserordentlichen Gemeindeversammlung in der Turnhalle Moosleerau. Das Stimmvolk sagte «Ja» zum Kauf der Liegenschaft Restaurant Sonne, und damit ...
Grosse Erleichterung in den Gesichtern von Gemeindeammann Francisco Baños und Gemeinderat Lorenz Uebelhart anlässlich der ausserordentlichen Gemeindeversammlung in der Turnhalle Moosleerau. Das Stimmvolk sagte «Ja» zum Kauf der Liegenschaft Restaurant Sonne, und damit zu «Futura Leerau – zäme wachse».
st. Der Zukunftsgedanke kann in Moosleerau Fuss fassen. Zur ausserordentlichen Gemeindeversammlung mit nur einem Traktandum erschienen von den insgesamt 647 Stimmberechtigten insgesamt 134. Das Quorum beträgt 131, was zumindest hoffen liess, dass das Geschäft durchgehen sollte, ohne dass das fakultative Referendum ergriffen werden kann. Gemeinderat Lorenz Uebelhart referierte klar und umfassend über das Projekt, unterstützt durch Gemeindeammann Francisco Baños, insbesondere in der nachfolgenden Fragerunde. Nach einer zwar heissen, aber kaum negativen Diskussion stimmten schliesslich 122 Anwesende zu, und damit wurde das Quorum knapp nicht erreicht. Immerhin scheint Moosleerau durchaus positiv zu den Plänen des Gemeinderates zu stehen. Gemeindeammann Francisco Baños im Anschluss: «Ich bin tatsächlich erleichtert. Wir haben so viel Zeit in dieses Projekt investiert, um dieses möglichst transparent und durchdacht vorstellen zu können. Ich bin glücklich, dass es uns gelungen ist, und erst noch mit diesem Glanzresultat.» Schlagzeilen wie: «Wollen wir die Zukunft gestalten oder die Leitung anderen überlassen? Wollen wir in die Zukunft investieren und bleibende Werte schaffen?» dürften alle überzeugt haben. Das «Ja» zu dieser Jahrhundertchance war die beste Entscheidung für die Zukunft Moosleeraus – oder eines Tages vielleicht für Leerau.
Worum ging es?
Die Liegenschaft Restaurant Sonne an der Grenze zu Kirchleerau war zum Kauf ausgeschrieben. An Interessenten fehlte es nicht, aber die Verkäuferschaft zeigte sich bereit, an die Gemeinde zu verkaufen. Der Gemeinderat wurde aktiv und nahm umfassende Abklärungen vor. Der Bevölkerungswachstum ist erstaunlich hoch und geht munter weiter. 16 Projekte zum Wohnungsbau stehen an, einige sind schon bewilligt. Mit der Bevölkerung sollte aber auch die Infrastruktur wachsen, der Schulraum wird knapp. Mittelfristig müssen neue Räumlichkeiten geschaffen werden. Um Ressourcen zu sparen und Synergien zu nutzen, wird mit Moosleerau und Kirchleerau eine Zentralisierung der Verwaltungen an einem Standort angestrebt. Gemäss eines Schreibens aus Kirchleerau steht die Gemeinde den Plänen von Moosleerau sehr positiv gegenüber. Allerdings könne sie sich im Moment finanziell nicht daran beteiligen. Der Kauf der Liegenschaft stellt eine langfristige Investition in die Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde dar und gewährleistet die wichtige Sicherung zentraler Flächen für die öffentliche Nutzung. Zudem bildet er die Grundsteinlegung zum Projekt «Futura Leerau». Die Liegenschaft grenzt an die bereits im Besitz der Gemeinden Kirchleerau und Moosleerau befindlichen Parzellen 554 und 896, Feuerwehr, Werkhof und Entsorgungsstelle. Die Zufahrt zum Werkhof ist durch den Kauf weiterhin sichergestellt, die benötigten Parkplätze für die Feuerwehr ebenfalls.
Die finanzielle Seite
Finanziell geht die Gemeinde Moosleerau kein Risiko ein. Der Kaufpreis beträgt etwas mehr als zwei Millionen. Bis Herbst 2026 bewirtschaften die heutigen Besitzer das Areal. Danach werden die Mietzinseinnahmen die jährlichen Ausgaben für Zins für Fremdkapital, Unterhalt, Reparaturen und Nebenkosten sowie der Personalkosten übersteigen. Eine Steuererhöhung wird deshalb nicht erforderlich sein. Auch die Finanzkommission hat sich der Sache gründlich angenommen und spricht sich für den Kauf der Liegenschaft aus.
Die Bevölkerung wird aktiv in den Prozess zur Definierung der zukünftigen Nutzung eines allfälligen Neubaus miteinbezogen. Das Projekt bietet zudem auch Kirchleerau die Chance, die künftige Gemeindeentwicklung der beiden Leerauer Gemeinden aktiv mitzugestalten. Das Ziel ist es, die entstehenden Synergien für eine gemeinsame Standortentwicklung zu nutzen.
Bonmots
Ruedi Müller: «Ich war erstaunt, mehr Leute als zu jeder Gemeindeversammlung anzutreffen und fragte mich, ob Kirchleerau auch eingeladen war.»
Lorenz Uebelhard: «Ich habe noch nie eine so volle Halle zur Gemeindeversammlung erlebt. Offenbar war es dicke Post, die da mit der Botschaft auf die Bürger zu kam.»
Lorenz Uebelhart nach dem Auszählen der Stimmen: «Wenn künftig immer so viele Leute zur Gemeindeversammlung kommen, müsste man über eine elektronische Abstimmung diskutieren.
Lorenz Uebelhart mit einem Blick auf die Uhr: «20.15 Uhr, ich habe damit gerechnet, erst gegen 23 Uhr nach Hause gehen zu können.»
Francisco Baños: Gelöste Stimmung herrschte beim anschliessenden kleinen Imbiss. «Den hätten wir auch bei einem Nein offeriert. Allerdings haben wir nur für 100 Leute bestellt, aber bleibt alle trotzdem!»


