Senioren machen Theater für Senioren, könnte man den Nachmittag betiteln, welcher in der Turnhalle Kirchleerau stattgefunden hat. Das Seniorentheater Luzern spielte schon des öftern auf diesen Brettern. Deshalb mag es nicht erstaunen, dass alle Stühle besetzt waren. ...
Senioren machen Theater für Senioren, könnte man den Nachmittag betiteln, welcher in der Turnhalle Kirchleerau stattgefunden hat. Das Seniorentheater Luzern spielte schon des öftern auf diesen Brettern. Deshalb mag es nicht erstaunen, dass alle Stühle besetzt waren. Diesmal ging es um die Anerkennung der Fähigkeiten von Hausfrauen.
st. Kaffee und Kuchen standen bereits auf dem Tisch, als die Leerber Pfarrerin, Christine Bürk, am vergangenen Samstag den Anlass eröffnete. Sie las zum Einklang einen Bibeltext von einer Frau, die unverdrossen zeigte, zu welchen Höhenflügen sie, als einfache, normale Hausfrau, fähig ist, ein idealer Einstieg in den Inhalt des folgenden Theaters.
Das Lustspiel in drei Akten von Liz Freeman trägt den Titel «E ganz normaali Huusfrau». Irene Balmer bewirtet gerne Gäste, ihre Gastfreundschaft, aber auch ihre Hilfsbereitschaft kennen kaum Grenzen. Ihr Ehemann weiss das zwar zu schätzen, ist aber davon überzeugt, dass das Hausfrauendasein ihre einzige Passion ist. Zu etwas anderem dürfte sie, seiner Meinung nach, kaum fähig sein.
Verkanntes Talent
Irene Balmer pflegt aber ein Hobby ganz intensiv, sie schreibt Krimis. Obwohl ihr Gatte bei einem Buchverlag als Lektor arbeitet, «findet» er nie Zeit, auch mal einen Krimi seiner Frau zu lesen. Seine Chefin, eine ehemalige Schulkollegin der Balmers, erklärt ihm auch immer wieder, dass seine Irene schon in der Schule nicht schreiben konnte, wie sollte sie denn heute etwas Brauchbares zu Papier bringen.
Irene hat aber Freundinnen, und mit diesen schmiedete sie ein Komplott und trat unerkannt als Autorin auf, um den Vertrag für einen Krimi zu unterzeichnen, der sowohl vom Lektor als auch von der Verlegerin als absoluter Hit und Bestseller bezeichnet wurde. Nun hatten aber die beiden die «2» auf dem Rücken, denn es gibt noch andere Verleger…
Natürlich gab es ein Happy End. Paul Balmer entschuldigte sich bei seiner Frau für sein Verhalten und trat freiwillig als Lektor zurück, um seine Frau im Haushalt zu unterstützen, damit sie mehr Zeit für ihr recht einträgliches Hobby hat.