Eine brandheisse Nacht mit flotten Polkas
20.02.2025 Schmiedrued-WaldeDass Polka nicht nur flott, beschwingt und romantisch sein kann, sondern auch besinnlich und poetisch, bewiesen die Mitglieder der Schiltwalter Blaskapelle in der Mehrzweckhalle in Schmiedrued-Walde. Zudem sorgten sowohl der Dirigent, Willy Walter, als auch die Ansagerin, Svenja Soland, ...
Dass Polka nicht nur flott, beschwingt und romantisch sein kann, sondern auch besinnlich und poetisch, bewiesen die Mitglieder der Schiltwalter Blaskapelle in der Mehrzweckhalle in Schmiedrued-Walde. Zudem sorgten sowohl der Dirigent, Willy Walter, als auch die Ansagerin, Svenja Soland, mit ihren Kommentaren für eine familiäre Atmosphäre.
st. Kalt war die Winternacht «am Ende der Welt», wie ein Gast meinte, als die Schiltwalder Blaskapelle in der Turnhalle Walde zu ihrem Frühjahrskonzert einlud. Trotzdem fanden erfreulich viele Fans den Weg hierher. Die Blaskapelle steht nach einigen Turbulenzen und einer aufmunternden Zeit mit Markus Woodtli als Interimsdirigent neu unter der Leitung von Willy Walter aus Leissigen am Thunersee. Der «Dirigent aus Leidenschaft» ist so begeistert vom Engagement jeden einzelnen Mitgliedes der Kapelle, dass er jedesmal zur Probe vom Thunersee nach Schmiedrued fährt, notabene eineinhalb Stunden Fahrzeit. Nach insgesamt lediglich sieben Proben fühlten sich alle zu diesem Konzertabend bereit, mit 21 Stücken aus ihrem Repertoire, Stücke, die fast ausschliesslich der Polka gewidmet waren. Die charmante Svenja Soland amtierte als Ansagerin und lockerte dazwischen auf mit Sprüchen aus der Musikwelt, die zu den Musizierenden und zum Abend passten.
Per «Walzer» in die Sommernacht
Zwar herrschte draussen keineswegs Sommerstimmung, trotzdem stach der Walzer «Sommernacht in Prag» heraus, erstens weil er – ausser drei Märschen – nicht im Polka-Takt gespielt wurde. Das zahlreich erschienene Publikum wurde gleich mit dem Marsch «Musikantengrüsse» flott begrüsst. Im Polkatakt «lachte auch die Sonne», und es folgte mit «Jubiläumsklängen» eine Marschpolka. Und schon hatte die Kapelle das Publikum «im Sack» mit einer stürmisch beklatschten «Borsicka-Polka». Nach «Späte Liebe» folgte mit «Schwarz Sächs» ein weiterer Marsch. Besinnlich wurde es vorerst im letzten Block vor der Pause mit der «Isabel-Polka». Zum Tanzen auffordern würde eigentlich die «Sommernacht in Prag» im Walzertakt. Mit «Zwei Tränen» verliessen die Musizierenden die Bühne für die Pause.
Höhepunkt im zweiten Teil
Mit der Festwies-Polka «Chodunska», der «Kuschel-Polka» und dem Marsch «Andulka» ging es weiter. Selbst «Rosenduft» kann per Polka verbreitet werden, und zweifellos östlichen Ursprungs sind die Stücke «Borkovicka» und «Rozmarne Devdatko». Nach «B wie böhmische Polka» folgte der absolute Höhepunkt des Abends, den die Zuhörer noch einmal hören wollten – und zwar nicht nur die angebotene letzte Sequenz, sondern das ganze Stück. Fritz Sommer und Peter Urech boten in «Träume unter Palmen» ein Solo, das Gänsehaut zu erzeugen vermochte. Gleich danach kam eine flotte Verabschiedung mit «Wir Musikanten». Das fanden wohl viele «Ewig schad», weshalb dieser Ausdruck auch gleich in einer Polka erklang. Und dann kam er, der «Böhmische Traum», ein Stück, das zwingend in jedes Konzert dieser Art gehört. Die Schiltwalder Blaskapelle «badete» förmlich im stürmischen Applaus und hob an zum definitiv letzten Stück: «Bis bald auf Wiederseh’n», selbstverständlich eine Polka.
Der grosse Dank des Abends galt dem Dirigenten für seine überzeugende Arbeit in den letzten Monaten. Er bekam ein Glas Honig, um das «schlimme Zeug, das wir ab und zu spielen, zu versüssen».




