Bauzeit beinhaltet Sommerpausen
27.12.2024 KöllikenIm Kölliker Hardfeld fand die Grundsteinlegung für das 13,2-Millionen-Franken teure, neue Agrarkompetenzzentrum mit Getreidesammelstelle statt. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der Landi Aarau-West und Vertreter der Fenaco GOF stiessen im Anschluss mit ihren Nachbarn ...
Im Kölliker Hardfeld fand die Grundsteinlegung für das 13,2-Millionen-Franken teure, neue Agrarkompetenzzentrum mit Getreidesammelstelle statt. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der Landi Aarau-West und Vertreter der Fenaco GOF stiessen im Anschluss mit ihren Nachbarn an.
rc. In zweieinhalb Jahren wird im Hardfeld ein neues Agrarkompetenzzentrum eröffnet, ein weiteres Jahr wird danach benötigt, die alten Gebäude zurückzubauen. Der Neubau ersetzt die bisherigen Annahme- und Verarbeitungsstellen der Landi in Oberkulm und Däniken und die alten Anlagen in Kölliken. Es sei für ihn als Gontenschwiler Landwirt nicht einfach gewesen, sich für den Standort in Kölliken zu entscheiden, sagte Lukas Gautschi, Präsident der Landi Aarau-West AG bei der symbolischen Grundsteinlegung. Doch die wirtschaftlichen Überlegungen in einem immer herausfordernderen Umfeld hätten für die nun gewählte Strategie gesprochen. Die Anfahrt sei für viele Landwirte zwar weiter, die Wartezeiten beim Abliefern aber auch deutlich kürzer, hielt Gautschi fest.
In die kalte Baugrube trauten sich unter anderem Vertreter der Nachbarbetriebe Qualinight, Bachman Transporte und Hochuli AG, deren Land bei der Einrichtung der Baustelle in Anspruch genommen werden durfte. Auch Planer sowie verschiedene Exponenten der Landi Aarau-West waren beim Vergraben einer kleinen Körner-Elevator-Schaufel, als symbolischer Akt der Grundsteinlegung, dabei. Der Gemeinderat Kölliken entschuldigte sich derweil für den Anlass.
Strom von der Silo-Fassade
Manuela Schmidig, Geschäftsleiterin der Landi Aarau-West erläuterte nun die Kapazitäten des Neubaus: «Wir erweitern die Agrarhalle um 150 Quadratmeter, es gibt einen grossen überdachten Ablieferbereich. Im Gegensatz zum bestehenden Turm wird es einen Lift geben und ein paar zusätzliche Büros. 100 Tonnen Getreide werden hier ab 2027 pro Stunde angenommen und mittels effizienter Reinigungs-, Trocknungs- und Fördertechnik verarbeitet und gelagert, im Jahr sind das gegen 12’000 Tonnen Material. Auch weniger Strom wird an nur einem Standort verbraucht, statt an drei. Dieser Strom wird künftig bis zu einem Drittel an der eigenen Silo-Fassade produziert. «Um die höchstmögliche Effizienz zu erreichen, bauen wir in die Höhe: 750 Meter Pfähle wurden bereits versenkt, insgesamt 1800 Kubikmeter Beton halten den Mega-Bau zusammen», sagte Manuela Schmidig abschliessend.
Bau-Ende erst im Jahr 2028
Bereits 2020 ging die Planung für den neuen Standort los. Bis zum Bau-Ende verstreichen ab heute aber noch weitere dreieinhalb Jahre. Der Grund sind die eingeplanten Baupausen in den Sommermonaten 2025, 2026 und 2027. «Der Landi-Betrieb läuft dann ganz normal weiter. Im Sommer liefern die Landwirte so viel Getreide, dass der Lieferverkehr und der Baustellenverkehr nicht aneinander vorbeikommen würden», sagte Manuela Schmidig. «Im Winter 2026/2027 ist der Einbau des Herzstücks der Anlage geplant, sodass wir im Sommer 2027 in Vollbetrieb gehen können und bis 2028 den Rückbau des alten Turms abschliessen können.» 13,2 Millionen Franken kostet der Neubau. Zuletzt werden dann die alten, nicht mehr gebrauchten Gebäudeteile zurück gebaut und die Annahmestellen in Oberkulm und Däniken geschlossen.
Joseph von Rotz, Leiter «Getreide, Ölsaaten und Futtermittel» bei der Agrargenossenschaft Fenaco, zu der auch die Landi gehört, gab anschliessend Einblicke in die gesamtschweizerischen Überlegungen, die im Agrarsegment berücksichtigt werden müssen und sprach die weltpolitischen, aber auch die klimabedingten Herausforderungen an, die letztlich zur nun getätigten Investition geführt hätten. Die Eröffnung des Agrarkompetenzzentrums mit Getreidesammelstelle, so fügten die Referenten an, fände dann im Sommer 2028 statt, bei hoffentlich deutlich wärmeren Temperaturen.
Nach der Grundsteinlegung wärmten sich die Teilnehmenden vorerst mit einem Raclette auf.


