«Veränderungen brauchen Vorbereitung»
21.11.2024 Seetal, SeengenMit einem grossmehrheitlichen «Ja» zu vier Krediten haben 144 Einwohnerinnen und Einwohner von insgesamt 3217 die Entwicklungen in Seengen fürs kommende Jahr angestossen. Es blieb spannend bis zum Schluss.
grh. Das Projekt «Infrastrukturgebäude ...
Mit einem grossmehrheitlichen «Ja» zu vier Krediten haben 144 Einwohnerinnen und Einwohner von insgesamt 3217 die Entwicklungen in Seengen fürs kommende Jahr angestossen. Es blieb spannend bis zum Schluss.
grh. Das Projekt «Infrastrukturgebäude Brestenbergbad» hat eine Redimensionierung erfahren. Im Bezug auf die erste Version, welche im Juni 2023 in einer Referendumsabstimmung abgelehnt wurde, hat man auf Kiosk und Lagerraum verzichtet. Geplant werden sollen vier Toiletten sowie zwei Duschen, jeweils eine davon barrierefrei, ein Technikraum, zwei Umkleidekabinen sowie ein Abfalltrennsystem an der einen Aussenwand. Gemeindeammann Jörg Bruder gab zu bedenken: «Bitte geben sie ihre Stimme diesem Projektierungskredit dann, wenn diese Grundlagen für sie respektabel sind. Denn wir möchten, dass die Ausgaben für eine Planung später auch faktisch zu ihrem Nutzen sind.» Das grossmehrheitliche «Ja» zum Kredit in Höhe von 35’000 Franken bestätigte die redimensionierte Version des Gebäudes klar.
Ebensolche Zustimmung gab es für den Kredit bezüglich der Gebäudesanierung des Burgturms. Gemeinderat Eli Wengenmaier informierte über die angepasste Raumaufteilung und deren Nutzung. «Im Erdgeschoss bleibt die Gastronomie auf jeden Fall erhalten. Die Fläche wird dementsprechend vermietet.» Im ersten Obergeschoss soll die Schulverwaltung untergebracht werden, während das zweite OG auch künftig den Vereinen zur Verfügung stehe.
Die FDP stellte sich gegen den Umzug der Schulverwaltung. Die beiden Hauptargumente: Erstens die Distanz zum Unterrichtsalltag, zweitens sei die Umgebung einer Bar einer Schnittstelle von Schülern, Eltern und Lehrern nicht angemessen. Ihr Antrag für eine Mehrfachnutzung des ersten Stocks mit Verbleib der Schulverwaltung auf dem aktuellen Gelände wurde angenommen. Dem Projektierungskredit «Gebäudesanierung Burgturm» in Höhe von 190’000 Franken wurde mit dieser Änderung grossmehrheitlich zugestimmt.
Analyse der Verkehrssituation
«Dass die Verkehrssituation in Seengen immer mehr Herausforderungen mit sich bringt, bestätigen uns die zahlreichen Reaktionen der Bevölkerung», schilderte der zuständige Vizeammann Thomas Lindenmann. Anrufe oder Mails mit der Forderung nach Tempo- 30-Zonen seien fast Alltag. «Aus unserer Sicht ist es aber wichtig, den Verkehrsfluss, auch unter Einbezug überregionaler Strassen, als Ganzes nachzuvollziehen. Ist doch Tempo 30 nur eine Massnahme, um das Miteinander von Autos, Zweirädern und Fussgängern besser zu gestalten.» Die Argumente zählten, der Kredit von 75’000 Franken für die Erstellung eines Kommunalen Gesamtplans Verkehr wurde grossmehrheitlich angenommen.
Manchmal braucht Meinungsbildung, bei allen positiven Aspekten, etwas mehr Zeit. Mit diesem Satz liesse sich Traktandum 5 zusammenfassen. Im Juni 2022 hat die Einwohnergemeindeversammlung einen Bruttokredit von 270’000 Franken für ein dreijähriges Pilotprojekt offene Jugendarbeit bewilligt. Im August startete die Kooperation mit Bettwil, Fahrwangen, Meisterschwanden und Sarmenstorf. «Die Aktivitäten sind gut angelaufen», schilderte Gemeinderat Hannes Bopp. «Doch bedenkt man, dass der Bericht zur Beurteilung schon vor Abschluss der drei Jahre erstellt werden musste und dass auch die Bedürfnisse der Jugendlichen nicht per Startsignal erfasst werden konnten, merkt man, wie kurz drei Jahre sein können.» Die Versammlung stimmte darum der entsprechenden Verlängerung grossmehrheitlich zu.
Kandidaturen
Grossmehrheitlich angenommen wurden die Erhöhung des Stellenplans auf der Gemeindeverwaltung sowie das Budget 2025 bei gleichbleibendem Steuerfuss von 72 Prozent. Die Umfrage unter Traktandum 9 blieb ohne Rückmeldung. Stattdessen kündigte Gemeindeammann Jörg Bruder an: «Bei den Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2025 wird es einen Wechsel im Gemeinderat geben. Thomas Lindenmann und ich werden nicht mehr kandidieren.» Wieder zur Verfügung stellten sich Hannes Bopp, Eli Wengenmaier und Susanne Rölli. «Dass wir sie heute schon informieren, hat seinen Grund», Jörg Bruder hielt einen Moment inne, bevor er weitersprach, «wir möchten, dass sie sich schon bald Gedanken über künftige Gemeinderäte machen. Wir möchten, dass Interessierte sich mit Fragen an uns wenden können, dass die Zukunft Thema ist. Denn um gut zu werden, brauchen Veränderungen Vorbereitung.»

