Ein abendfüllendes Programm mit dem Blockflötenorchester? Lohnt sich das? Aber sicher lohnt es sich, dann nämlich, wenn Christa Hunziker, die Allroundkünstlerin aus Kölliken die Ideen hat, den Taktstock führt, die geeigneten Stücke auswählt, die ...
Ein abendfüllendes Programm mit dem Blockflötenorchester? Lohnt sich das? Aber sicher lohnt es sich, dann nämlich, wenn Christa Hunziker, die Allroundkünstlerin aus Kölliken die Ideen hat, den Taktstock führt, die geeigneten Stücke auswählt, die richtigen Singenden und Musizierenden zusammenbringt und alles professionell arrangiert.
st. Aussergewöhnliche Klänge waren am frühen Samstagabend in der reformierten Kirche Kölliken zu hören. Christa Hunziker hat zusammen mit dem Blockflötenorchester Kirchleerau, dem Ensemble Saltarello, einem Projektchor und mit Silvia Müller am Akkordeon ein Konzert zusammengestellt, das voller Überraschungen wurde. Auserwählt wurden Stücke aus dem «Liederchratte», alte Volksweisen, teils sehr bekannt, teils kaum gehört. Blockflöten in jeder erdenklichen Grösse, dazwischen auch Gämshörner, zum Teil sogar Kuhhörner, ergaben zusammen mit dem Projektchor und Akkordeon- und Gitarrenbegleitung eine einzigartige Klangfülle, die vom Publikum dankbar aufgenommen wurde.
Langweilig wurde es nicht, denn Blockflöten wechselten sich ab mit Gämshörnern, das Orchester begleitete den Chor einfühlsam, zum Teil konnten die Liedtexte auf einem Flyer mitgelesen werden. Die Liste alter Volksweisen aus allen vier Sprachregionen der Schweiz war eindrucksvoll und liess auf den ersten Blick einen allzu langen Konzertabend vermuten. Dem war aber nicht so, denn bei den Stücken ohne Chor wurde lediglich eine Strophe gespielt, sozusagen um das Lied in die Erinnerung zurückzuholen und nostalgische Gedanken zu fördern.
Die alten Schweizer Lieder handeln sehr oft von der Liebe, aber nicht alle haben ein Happy End. Sie handeln von jungen Burschen, die voller Neugierde in den Krieg zogen und dann halt im «Rosegarte z Mailand» ihre letzte Ruhe fanden. Traurig ist auch das Lied von der «Grossmuetter», die als «Schlangechöchin» ihre eigene Enkelin ermordete. Nostalgie mit «Anneli, wo bisch geschter gsi?», «La haut sur la montagne», «Du fragsch mi, wär i by», «Vieni sulla barchetta», «Dorma bain» oder «Gilberte de Courgenay» und «s’isch äbe ne Mönsch uf Ärde». Der Applaus am Ende dieses ungewöhnlichen Konzertes mit alten Schweizer Hits wollte nicht enden, so dass für den Heimweg noch einmal «Dorma bain» angestimmt wurde.