Grosse Solidarität für die Fellnasen
05.09.2024 KirchleerauHaustiere können ins Geld gehen. Für Menschen mit niedrigem Einkommen kann das zum Problem werden. Mit ihrer «Futterküche für Hund und Katz» in Kirchleerau unterstützt Béatrice Lehner AHV- und IV-Bezüger mit Futterspenden für ihre ...
Haustiere können ins Geld gehen. Für Menschen mit niedrigem Einkommen kann das zum Problem werden. Mit ihrer «Futterküche für Hund und Katz» in Kirchleerau unterstützt Béatrice Lehner AHV- und IV-Bezüger mit Futterspenden für ihre Haustiere.
rh. Kaum betritt man die Räumlichkeiten der Futterküche in Kirchleerau, wird man auch schon vom kleinen Hund Shani begrüsst. Er ist genauso Teil des Vereins «Futterküche für Hund und Katz» wie die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer – inklusive der Präsidentin Béatrice Lehner. Geld verdient niemand von ihnen mit der Futterküche. «Ich bin ein Mensch, der gerne gibt», sagt Béatrice Lehner. Sie wisse, wie es sei, wenn das Geld knapp werde und man sich entscheiden müsse, ob man seinem Haustier Futter kaufe oder Essen für sich selbst. «Die meisten würden sich wohl für das Tier entscheiden», so Lehner.
Exakt in diesen Situationen hilft der Verein. Er unterstützt AHV- und IV-Bezüger mit Futter- und Tierbedarfsspenden. Diese Menschen seien unverschuldet in finanzielle Not geraten und das Haustier sei oft das Einzige, was sie noch glücklich mache. «Wenn man sein geliebtes Haustier abgeben muss, weil man es sich nicht mehr leisten kann, bricht für viele eine Welt zusammen», erklärt Lehner den Grund für ihr Engagement.
Finanziellen Druck selbst erlebt
Schon bevor die pensionierte Aktivierungsfachfrau den Verein Ende März dieses Jahres gründete, spendete sie Futter und anderen Tierbedarf im privaten Rahmen. «Da es mit der Zeit immer mehr Bezüger gab, habe ich mich entschieden, einen Verein zu gründen. Auch um keine rechtlichen Probleme zu bekommen», erzählt sie. Bei der Gründung habe sie grosse Unterstützung erfahren. Beispielsweise haben Fachkundige den ganzen Papierkram unentgeltlich erledigt. «Dafür bin ich sehr dankbar.»
Béatrice Lehner weiss selbst, wie es ist, wenn der finanzielle Druck immer grösser wird. «Ich hatte in der Vergangenheit eine schwere Zeit und habe damals Sozialhilfe bezogen. Um mir wieder etwas Luft zu verschaffen, hat mich die Schweizer Tiertafel während drei Monaten unterstützt. So konnte ich mein Haustier behalten.» Auch das ist ein Grund, wieso sie nun anderen etwas Gutes tun möchte. Die Futterküche bietet Sozialhilfeempfängern ebenfalls eine kurzfristige, dreimonatige Unterstützung.
Der Verein finanziert sich komplett über Geld- und Sachspenden sowie die im selben Gebäude eingerichtete Brockenstube. Der Erlös aus der Brocki kommt zu 100 Prozent dem Verein zugute. «Mir ist wichtig, dass die Menschen wissen, was wir machen.»
«Strahlende Augen zu sehen, tut gut»
Die Arbeit für den Verein liegt der 64-Jährigen sehr am Herzen. Sie mag den Kontakt zu den Menschen und freut sich, wenn sie helfen kann. «Zu sehen, wie die Menschen dankbar sind und das Strahlen in den Augen, wenn sie wissen, dass ihre Tiere versorgt sind – das tut gut.»

