Die Gwärbi in «familiärem Rahmen» schlug voll ein
18.04.2024 ReitnauDer Gewerbeverein oberes Suhrental (GVOS) wagte sich nach Jahren wieder einmal an eine «Gwärbi», und zwar im obersten Teil des Suhrentals, in Reitnau, und ging damit «Hoch hinaus». Originalität und Wetterglück waren die zwei Komponenten, die dem Anlass ...
Der Gewerbeverein oberes Suhrental (GVOS) wagte sich nach Jahren wieder einmal an eine «Gwärbi», und zwar im obersten Teil des Suhrentals, in Reitnau, und ging damit «Hoch hinaus». Originalität und Wetterglück waren die zwei Komponenten, die dem Anlass einen grossen Besucheraufmarsch bescherten.
st. Hoch hinaus ging es an der Gwärbi in Reitnau wortwörtlich, nämlich beim Harassenstapeln und an der Kletterwand. Der Rummelplatz wurde ergänzt durch eine Schiessbude, ein Karussell und für die kleineren Kinder gab es Auftritte mit dem Kasperli.
Hoch hinaus ging es aber auch mit den Ideen bezüglich Gestaltung der Ausstellung. Von Anfang an war klar, dass es keine Ausstellung im herkömmlichen Sinn geben soll. Keine einheitlichen Kojen mit einheitlicher Beschriftung, möglichst keine einheitlichen Zwischenwände. Diese wurden beispielsweise dekorativ markiert mit Ausstellungsgegenständen, den Themen und Dienstleistungen entsprechend, oder einfach mit einem Möbelstück oder einem dekorativen Gegenstand. Es kam auch vor dass sich zwei Aussteller einen Doppelplatz unkonventionell teilten. Die Ausstellung wurde damit übersichtlicher und wesentlich lockerer.
Familiärer Rahmen
So wurde der Gang durch die Ausstellung zu einem spannenden Bummel durch die verschiedenen Themen-Welten. Mit den individuellen Ideen der Aussteller zusammen, welche die Besucher spielen oder rätseln liessen, die sie zu einem Drink, einem süssen Schoggi-Dessert, einem Kaffee oder zur Degustation einluden, wurde die Gwärbi ein echter Ort der Begegnung, des entspannten Verweilens, wo sich die Möglichkeiten zu lockeren Gesprächen automatisch ergaben. Hoch hinaus ging es auch mit der Vielfalt der Bereiche in Sachen Dienstleistung und Warenangeboten. So hat zum Beispiel der Stoltenhof einen echten Hofladen kreiert, sozusagen als Filiale ihres echten Hofladens in der Stolten. Und nicht nur hier war die Bedienung während der Schau stets charmant, zuvorkommend und nett. Die Besucher bekamen das Gefühl, dass hier nicht Konkurrenten am Werk sind, sondern echte Partner und Mitbewerber, die sich über den Grossaufmarsch herzlich freuten. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Einheit, wurde auch durch den Stand der Gemeinden verstärkt. Reitnau, Wiliberg, Moosleerau und Kirchleerau präsentierten sich in einheitlichem Kleid. Und sogar die Kirchgemeinde trumpfte mit einem Highlight im wahrsten Sinne auf: Sie lud ein auf einen virtuellen Rundgang im Kirchturm.
Auf dem Vorplatz konnten E-Bikes nach Herzenslust ausprobiert werden, und das Baugeschäft Bachmann fuhr mit «grossem Geschütz» auf, wie einem Saugbagger, einer 118 Jahre alten, perfekt funktionierenden Dampfwalze und einem Monstertraktor, um diese wieder nach Hause zu bringen.
Verdiente Feier
So viel Kreativität hatte eine Auszeichnung verdient. Diese erfolgte im Rahmen der internen Eröffnungsfeier, zu welcher die Aussteller eingeladen waren. Die Reitnauer Frau Gemeindeammann, Kathrin Burgherr, und die Präsidentin des Gewerbevereins Oberes Suhrental (GVOS), Rita Rölli, durchschnitten das weisse Band. Nach dem ausführlich durch Rita Rölli präsentierten Rundgang wurde zum Abendessen in die Mehrzweckhalle eingeladen, wo der Moosersagi-Wirt Oskar mit seinem Team ein feines Essen servierte, mit einem Dessert aus dem Hause Squindo. Der Pizzabäcker vom Restaurant Sopra wurde erst ab der offiziellen Eröffnung aktiv.
Dieser Anlass bot dem umtriebigen OK-Präsidenten, Daniel Wälchli, auch die Möglichkeit zum Dankeschön sagen, denn die Liste der Helfenden bei einem solchen Anlass auf dem Dorf ist ellenlang. Wohl verdient hatten sich alle auch den Auftritt des Slam Poeten Simon Libsig, welcher humoristisch aufzeigte, wie wichtig es ist, dass Worte richtig geschrieben werden, sonst werden aus «Kantonen» plötzlich «Kanonen». Die gesamten Aargauer Gemeinden verpackte er in eine Geschichte und trug diese freihändig und absolut zungenbrecherisch vor.
Gwärbi-Spritzer
Der Speaker sollte zum letzten Mal eine Dampfwalzenvorführung ankündigen. Irrtümlich sprach er aber von einer Dampflok. Die Zuschauer fragten sich, ob nun der Bachmann auch noch eine Dampflok aus dem Ärmel zaubern wird? Zuzutrauen wäre es ihm schon. Allerdings hätten dazu noch schnell Geleise gelegt werden müssen.
Die edel gestaltete Koje ganz am Anfang der Ausstellung, bestückt mit erlesenen Schmuckstücken, war mit einem Schmuckgeschäft aus Schöftland beschriftet. Dabei handelte es sich jedoch keinesfalls um einen Exoten. Die Inhaberin, Claudia Salm-Hochuli, wuchs in Attelwil auf und war damit zweifellos berechtigt, im oberen Suhrental mit dabei zu sein.
Ein erschreckter Aufschrei ging durch die Menge auf dem Rummelplatz, als just während einer kräftigen Windböe die riesige Kletterwand sich vornüber neigte. Dies war jedoch gewollt, denn erfahrene Kletterer wagen sich auch mal an überhängende Felswände. Allerdings brachte eben diese Windböe den riesigen, 20-fachen Harassenturm nebenan zum Einstürzen.




