Streiflicht
14.12.2023 KolumneNichts
Heute machen wir mal wieder etwas fürs Klima – und zwar indem wir einfach nichts machen. Wir reisen nämlich nicht an die Weltklimakonferenz nach Dubai, im Gegensatz zu den gegen 100’000 Leuten, die das in den vergangenen Wochen ...
Nichts
Heute machen wir mal wieder etwas fürs Klima – und zwar indem wir einfach nichts machen. Wir reisen nämlich nicht an die Weltklimakonferenz nach Dubai, im Gegensatz zu den gegen 100’000 Leuten, die das in den vergangenen Wochen getan haben, um über das bedrohte Klima zu sprechen. Natürlich beteuern alle, sie wären lieber mit dem Velo gegangen, aber die Radwege im Mittleren Osten sind noch nicht ganz so weit.Ausserdem ist das Flugzeug ja sowieso dahin geflogen, da kann man als Klimaaktivist auch mal ein Auge zudrücken.
Klimakonferenz in Dubai − Wenn ich es mir so überlege, könnte das schon die witzige Pointe gewesen sein in diesem Streiflicht, aber es hat ja noch Platz und die 100’000 Weltretter in Dubai haben die Welt ja nicht wirklich gerettet. Da wir hier in einer lösungsorientierten Kolumne sind schlage ich deshalb ungefragt vor, die Weltklimakonferenz in den Aargau zu verlegen, schliesslich haben wir erst gestern Platz 2 im Freiheitsindex von Avenir Suisse gewonnen. Was immer man sich damit jetzt kaufen kann. Zetzwil als Austragungsort der Weltklimakonferenz würde nach meinem Dafürhalten jedenfalls mehr als föörig reichen. Die ganz grossen Dreckschleudern der Welt können den Anlass mit ihrem Schulterzucken ja auch zur Kenntnis nehmen, wenn er in einem Wynentaler Gemeindesaal stattfindet. Falls doch etwas mehr Platz erforderlich wäre, würde der Verein «After Sun Zetzbu» sicher helfen ein Zelt aufzustellen. Statt per Flugzeug würden die Teilnehmer mit der WSB anreisen und für die ganz wichtigen Politiker würde die Bahn extra einen gepanzerten Wagen bauen. Es gäbe aber keinen Apéro und die Veranstaltungen fänden nur bei Tageslicht statt, um Strom zu sparen. Der neu eingeführte internationale Floskel-Detektor stellt jedoch automatisch das Mikrofon des Referenten ab, sobald dieser in seiner Sprache «Mer sött» sagt. Der Anlass würde für eine Stunde unterbrochen und das WLAN abgestellt. Ab der dritten Floskel würde die Weltklimakonferenz komplett abgebrochen und alle müssten nach Hause gehen. Durch die nun praktisch nicht stattfindende Weltklimakonferenz werden 1,5 Quintillionen Tonnen CO2 eingespart, vor allem weil man keine nutzlosen Berichte drucken muss und die Schubladen, in denen sie verschwinden, könnte man sich auch sparen. Sie sehen, die Welt lässt sich viel einfacher retten, indem man einfach nichts tut. Wenn ich jetzt zusätzlich meine Lieblings-Glühbirne im Keller doch noch durch eine LED-Lampe ersetze, haben wir sogar eine Minus-Umweltverschmutzung. Gern geschehen.
Remo Conoci
