Eine Revolution vom Gartenzaun gerissen
11.05.2023 SchwarzenbachLange hatte die Theatergruppe Schwarzenbach auf diesen Moment warten müssen, umso grösser war die Freude – bei den Theaterleuten genauso wie beim erwartungsfrohen Publikum – darüber, dass sich in der Mehrzweckhalle endlich wieder der Vorhang für eine ...
Lange hatte die Theatergruppe Schwarzenbach auf diesen Moment warten müssen, umso grösser war die Freude – bei den Theaterleuten genauso wie beim erwartungsfrohen Publikum – darüber, dass sich in der Mehrzweckhalle endlich wieder der Vorhang für eine gewohnt kurzweilige, höchst unterhaltsame Komödie öffnete. «Zoff im Paradies» gibt’s am kommenden Freitagund Samstagabend nochmals zu erleben.
hg. «Nach drei Jahren Unterbruch starten wir durch», kündigte die Theatergruppe Schwarzenbach an und hatte nicht zuviel versprochen. Die höchst unterhaltsame Komödie «Zoff im Paradies» aus der Feder von Beatrice Lanz hatte sich die motivierte Theatertruppe bereits vor der alles verändernden Pandemie ausgesucht und nun endlich konnte diese auf der Bühne und vor einem erwartungsfrohen Publikum aufgeführt werden. Es war den Theaterleuten die Spielfreude anzusehen, mit sicht- und spürbar viel Herzblut und Engagement schlüpften sie in ihre jeweiligen Rollen und verkörperten diese allesamt schlichtweg grandios. Regie führte einmal mehr Beat Furrer. Besonders erfreulich ist, dass sich zu den bekannten Gesichtern der langjährigen Mitwirkenden auch vier Neue gesellten. Ihr Debut auf der Schwarzenbacher Theaterbühne, das haben Edith Isenegger, Ramona Würgler, Simon Fankhauser und Philippe Hochstrasser mit Bravour gemeistert.
Trügerische Idylle im Schrebergarten
Das Publikum fand sich im idyllischen Schrebergarten «Paradies» wieder, wo die Welt noch in Ordnung zu sein schien. Da lebten die unterschiedlichsten Hobbygärtner Gartenzaun an Gartenzaun, hegten und pflegten ihre Blumen und ihr Gemüse, genossen die schönen Stunden und die Gemeinschaft. Doch wie es der Titel des Stücks bereits verrät, war es mit der Ruhe im Paradies bald einmal vorbei. Die sich im nahe gelegenen Industriegebiet angesiedelten autonomen Jugendlichen schienen die Idylle stören zu wollen, die Geranien der Hobbygärtner wurden Opfer eines Vandalenaktes, der Eingang zum Paradies sah nach einer weiteren Partynacht aus, «wie nach der Streetparade». Doch auch in der Schrebergarten-Kolonie selber schien nicht alles rund zu laufen. «Oberblüemler» Hugo Petersilie, Vizepräsident des Gartenvereins (gespielt von Simon Fankhauser) pochte auf die Einhaltung seiner irrwitzigen Statuten. Dass Frieda Klee (Christina von Atzigen) des Öfteren in ihrem Gartenhäuschen übernachtete, war ihm genauso ein Dorn im Auge wie die Züchtung einer ganz besonderen Kräutermischung des Hobbygärtners und Spät-Hippies Jo Blumer (Markus Rast) und dessen Frau Sofie (Edith Isenegger). Als die herzensgute Frieda dann noch den obdachlosen und leicht verwahrlosten Flip (Philippe Hochstrasser) bei sich wohnen liess, diesem auch noch Kollegin Sändy (Rebecca Baumgartner) folgte und die gesamte Schrebergartenbande gesellige Grillpartys feierte, war auch die Sicherheitsdame Sida (Ramona Würgler) gefordert. Dass sie dabei stets ihren unsichtbaren Hund Hasso mitführte, sorgte für so manch einen Lacher in den Publikumsreihen.
Und dann waren da noch die Bohnenblusts, Paradiesdrachen Rosa (Susanne Schleiss) und ihr Gatte Willi (Bruno Stadelmann), der mit seiner Rolle als treu ergebener Ehemann oder Hobbygärtner ohne Hosen ganz besonders gut gefallen hat. Mit Alexandra Sommer (Martina Beer) erhielt die Kommune schliesslich noch Zuwachs. «Ich habe gedacht, Gartenarbeit ist etwas Friedliches, doch dann kommen schon am ersten Tag meine dunkelsten Seiten zum Vorschein...», erkannte sie, die von Berufes wegen im Schrebergarten gelandet war. Als Journalistin war sie nämlich den Machenschaften geldgieriger Investoren auf den Fersen, welche das «Paradies» dem Erdboden gleich machen wollten. Dass dabei die Präsidentin des Gartenvereins (Ruth Bühlmann) selber die Finger im Spiel hatte, zeigte sich schnell einmal.
Revolution vom Gartenzaun gerissen
Doch da hatten sie alle nicht mit den Ideen der Jugendlichen und den Möglichkeiten der digitalen Netzwerke gerechnet. Kurzerhand wurde eine Revolution vom Gartenzaun gerissen. Ob sich schlussendlich genügend Sympathisanten für das Gartenparadies finden liessen, ob dieses vom Untergang gerettet werden konnte, welche Auswirkungen besagte Kräutermischungen hatten und welche Schwierigkeiten eine ominöse Partynacht im Industrieareal für den einen Hobbygärtner mit sich brachten sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel: Dieses Theatervergnügen sollte nicht verpasst werden! «Zoff im Paradies» gibt es am kommenden Freitag- und Samstagabend, jeweils um 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle Schwarzenbach nochmals zu geniessen.




