Freundlich
Dieser Tage stiess ich im sozialen Medium mit dem weissen «f» auf blauem Grund auf einen Aufruf, in dem die Autorin eigentlich ziemlich direkt zu ihren Forderungen kam. Wegen Corona fehlen ihr seit Monaten die Nachtzulagen und sie brauche ...
Freundlich
Dieser Tage stiess ich im sozialen Medium mit dem weissen «f» auf blauem Grund auf einen Aufruf, in dem die Autorin eigentlich ziemlich direkt zu ihren Forderungen kam. Wegen Corona fehlen ihr seit Monaten die Nachtzulagen und sie brauche Essen und Kleider, Mehl und Hefe. Was die Rechtschreibung angeht, hätte die Annonce nicht fehlerhafter sein können. Zuerst dachte ich: Achtung, jetzt gehts los. Gleich kommen die Besserwisser und Halbschlauen hinter dem Busch hervor und weisen die Dame erst einmal zurecht, wegen der Schreibfehler und den frechen Forderungen. Leider ein Phänomen, das in den Kommentarspalten von Zeitungen, oder eben auf Facebook, Instagram und Co. regelmässig auftaucht. Nicht die eigentliche Frage wird beantwortet, geschweige denn Hilfe angeboten. Selbst auf korrekt verfasste, anständig formulierte Meinungen muss man damit rechnen, direkt in den virtuellen Hammer fremder Menschen zu laufen.
Dann aber die grosse Überraschung: Mehr als ein Dutzend Mitglieder dieser Facebook-Gruppe boten ihre Hilfe an, zählten auf, was bei ihnen zu Hause ungebraucht herum liegt. Es wurde nach den gewünschten Kleidergrössen gefragt, ob es Mädchen- oder Buben-Kleider sein müssen. Sogar Möbel und persönliche Hilfe wurden angeboten, einige hatten Ratschläge, wo man allenfalls Hilfe bekommen könnte. Nicht ein einziger böser Kommentar war zu lesen – und ich versichere Ihnen, dass ich alle Kommentare gelesen habe, ehe sie ein Moderator hätte löschen können. Mit jedem Aufpoppen eines neuen Kommentars fühlte ich mich besser. Es gibt sie noch, die guten Menschen. Die Seite heisst übrigens «Suhrental hilft Regional». Schauen Sie vorbei, vielleicht können Sie auch helfen.
REMO CONOCI