«Meine Phantasie schlägt manchmal Purzelbäume»
21.01.2021 SchwarzenbachRobert Meier ist in einem Weiler ausserhalb von Schwarzenbach aufgewachsen, ist typografischer Gestalter und Grafiker, überaus kreativ und hat jüngst ein Kinderbuch geschrieben sowie illustriert. Das Buch «Die goldene Feder» lädt zu einer Entdeckungsreise in den ...
Robert Meier ist in einem Weiler ausserhalb von Schwarzenbach aufgewachsen, ist typografischer Gestalter und Grafiker, überaus kreativ und hat jüngst ein Kinderbuch geschrieben sowie illustriert. Das Buch «Die goldene Feder» lädt zu einer Entdeckungsreise in den Orient ein und es wird durch zahlreiche Illustrationen und Ornamente zum Ausmalen bereichert. Klappt alles, kann das Kinderbuch in den kommenden Monaten in Druck gehen.
hg. Robert Meier, der seine Wurzeln im Michelsamt hat, ist typografischer Gestalter/Grafiker und hat über die letzten Monate ein Kinderbuch mit dem Titel «Die goldene Feder» geschrieben, illustriert und gestaltet. «In diesem Buchprojekt geht es mir darum, mich in meiner eigenen gestalterischen Sprache auszudrücken», erzählt der Autor und fügt an: «Ein Kinderbuch erlaubt mir, mich so mitzuteilen, wie ich es möchte und das zu schreiben, was einfach aus mir herauskommt. Ich habe schon vor Jahren das Buch «Randa’s Erdbeermeer» realisiert. Damals aber lediglich für meine beiden Töchter und unser damaliges Patenkind in Ägypten».
«Die goldene Feder» – zum Inhalt
Die Geschichte handelt von einem jungen Fasan, der sich nicht ohne eine goldene Feder zu fliegen getraut. Er macht sich deshalb auf die lange Reise nach Isfahan, um diese Feder zu suchen. Unterwegs begegnet er dem Uhu Anatol und die beiden ziehen gemeinsam weiter. Der Falke Zarathus im Bazar von Isfahan kennt das Geheimnis der goldenen Feder. In einer Vollmondnacht begleitet er den Fasan und den Uhu auf den geheimnisvollen Berg Soffeh. Ob sie das Mysterium um die goldene Feder lüften können und der junge Fasan neuen Mut fasst, seine Flügel auszubreiten?
Auf die Frage, welche Aussage, welche Idee hinter dem Kinderbuch steckt, erklärt Robert Meier: «Die Idee dahinter hat etwas mit mir selbst zu tun. Der Fasan ist ein Fluchttier und etwas ängstlich. Ich kenne Ängste aus eigener Erfahrung. Es braucht viel Kraft damit umzugehen, und einen bestimmten Weg einzuschlagen.» Im Buch mache sich der Fasan einfach auf den Weg, nehme das ihm noch Unbekannte an – und es komme gut, verrät der Autor.
Illustrationen zum Ausmalen
Das Buch richtet sich an Kinder zwischen ca. fünf und acht Jahren. «Es ist ein Buch für Kinder, die gwundrig sind auf Neues und gerne ausmalen», ergänzt Robert Meier. Denn es bereichern zahlreiche Illustrationen und Ornamente zum Ausmalen das Kinderbuch. Besonders an diesem Buch ist auch, dass sein Gestalter eigens dafür eine Buchschrift entworfen hat, welche übrigens auf seiner Homepage als Free-Font heruntergeladen werden kann.
Faszination Orient
Es ist auch die faszinierende Kultur des Orients, welche den Grafiker zu diesem Projekt inspiriert hat. «Ich finde es wichtig, Kindern einen Blick auf andere Kulturen mitzugeben und dabei etwas Wissen und hoffentlich Inspirierendes zu vermitteln», so Robert Meier. «Oft erleben wir den Nahen Osten konfliktbehaftet. Er ist aber viel mehr als das – es sind die Musik, die Gewürze, die Bazare, welche mich so faszinieren...»
Die Kultur des Orients ist sehr eng verbunden mit unserer abendländischen Kultur, weiss er. «In der Ausbildung zum typografischen Gestalter habe ich Einblicke in Schriftgeschichte und Kunstgeschichte erhalten. Dabei war es sehr faszinierend zu entdecken, wie eng wir mit dem Orient schon immer verbunden waren.»
Es läuft ein Crowdfunding-Projekt
Wie Robert Meier festhält, handelt es sich beim neuen Kinderbuch nicht um ein kommerzielles Projekt. Was die Finanzierung von «Die goldene Feder» betrifft, da hatte der Künstler eine besondere Idee. «Für dieses Buch läuft noch bis Ende März ein Crowdfunding-Projekt, um so die Kosten für die Buchproduktion decken zu können», erläutert der Autor. Dazu sucht er Leute, die sich an diesem Buchprojekt mit einem festgelegten Mindesteinsatz beteiligen und als Gegenleistung zehn Bücher erhalten. Sind das festgesetzte Budget erreicht und alle Beiträge eingegangen, kann «Die goldene Feder» in Produktion gehen. «Es wäre toll, wenn das so klappt», hofft Robert Meier. «Nach Erscheinung des Buches erhalten verschiedene Kindergärten, unter anderem auch jene in Beromünster und Schwarzenbach, gratis einige Bücher», will er sich ausserdem für die Unterstützung revanchieren.
Bislang konnten zwei Drittel der Kosten abgedeckt werden. Nun hofft der Kinderbuchautor auf weitere Neugierige, die sich für sein Werk interessieren. Interessierte finden auf der Webseite www.rome-allerlei.com weitere Infos.
Ein überaus kreativer Mensch
Robert Meier ist aber weit mehr als Grafiker und Kinderbuchautor – er ist auch leidenschaftlicher Fotograf, Gestalter und Künstler, ist fasziniert von Farben und Formen und lebt seine Kreativität in immer wieder neuen Ideen sowie Projekten aus. Es ist die spielerische Freiheit in der Gestaltung, welche ihn immer wieder aufs Neue fasziniert. So sind unter dem Künstlernamen Rome bereits allerlei kreative Arbeiten entstanden. Sein Interesse gilt aber auch der Geschichte, der Geografie und fremden Kulturen. Wie er selber sagt, hat Robert Meier auch eine Schwäche für verspielte Formen und Sammelsurien – Brockenhäuser, Weggeworfenes, Angespültes, Dinge, die eine Geschichte zu erzählen haben.
Inspiration in der Natur
«Meine Inspiration, meine Ideen schöpfe ich aus der Natur, dem Wald und neuen Gegenden, welche ich unterwegs auf dem Motorrad entdecke», hält Robert Meier fest. «Inspirierend wirken auf mich sogenannte «rote Fäden». Ich sehe etwas, höre etwas, nehme es auf und verspinne es mit meinen Gedanken. Das Wort Isfahan beispielsweise trage ich schon sehr lange mit mir, nun konnte ich es plötzlich mit diesem Buch verbinden.»
Auf die Frage hin, welche Ideen ihm sonst noch im Kopf schweben, meint Robert Meier: «Meine Phantasie schlägt manchmal Purzelbäume und es gibt sicher immer wieder irgend etwas, was mir über den Weg laufen wird. Das entsteht jedoch meistens aus einem Moment heraus, spontan und ohne Planung.»
In Schwarzenbach aufgewachsen
Aufgewachsen ist Robert Meier in einem Weiler ausserhalb von Schwarzenbach. Auch wenn er heute in Emmenbrücke lebt und arbeitet, so ist die Verbindung zum Michelsamt noch immer da. «Meine Mutter und mein Bruder mit seiner Frau leben noch auf dem Bauernhof im Weiler Schürhof», erzählt er und fügt an: «Ansonsten bin ich oft – mit zunehmendem Alter die eigenen Wurzeln entdeckend – zu Fuss in den Wäldern des Michelsamts unterwegs.»


