Der Musikverein, Jodlerklub Echo Reitnau und die Kindervolkstanzgruppe Attelwil bildeten das Rahmenprogramm der ersten Bundesfeier beider fusionierten Gemeinden Attelwil und Reitnau.
aw. Während die Samichlausgesellschaft für das Kulinarische und Trinkbare sorgte, ...
Der Musikverein, Jodlerklub Echo Reitnau und die Kindervolkstanzgruppe Attelwil bildeten das Rahmenprogramm der ersten Bundesfeier beider fusionierten Gemeinden Attelwil und Reitnau.
aw. Während die Samichlausgesellschaft für das Kulinarische und Trinkbare sorgte, erteilte die Frau Gemeindeammann Katrin Burgherr-Burgherr Geschichtsunterricht mit einer kleinen Fragestunde: Welchen Geburtstag feiert die Schweiz heute? Wie alt sind der Kanton Aargau, der Ortsteil Attelwil und die Gemeinde Reitnau? Nicht ohne Grund, denn 2020 begeht Reitnau das 975-Jahrjubiläum. Für eine 1. Augustrede werden nur wenige Frauen angefragt. So richtete Lotti Baumann, Präsidentin des Aargauer Landfrauenvereins, ihre ersten Worte an die Feiernden auf dem gedeckten Pausenplatz zwischen Primar- und Sekundarschulhaus. An diesem geschichtsträchtigen Tag bedeutete es eine besondere Ehre für sie, vor das Mikrofon auf der Bühne treten zu dürfen. Auf keinen Fall wollte die in Gränichen Aufgewachsene einen Bauern heiraten, nun grüssen sie täglich 30 Milchkühe im Stall in Beinwil am See. Die Präsidentin des Aargauer Landfrauenvereins machte nicht nur mit Worten deutlich, worauf es ankommt. Nach aussen hin verkörpert sie das, wofür sie einsteht, für gerechte Bezahlung und Gleichstellung der Frau im Allgemeinen und der Frauen auf dem Land im Besonderen. Die Tracht liess sie bewusst im Kleiderschrank zuhause. Auch vor Aktionen zum Frauentag mit markigen Worten schreckt sie nicht zurück, und bezeichnet sich als Vollbluthausfrau und Feministin zugleich.
Provozieren, um aufzuwecken
Um aufzuwecken, muss man provozieren, das versteht Lotti Baumann exzellent. Sie appelliert an das weibliche Geschlecht, sich nicht zu verstecken, Eigenverantwortung zu tragen und selbstbewusst aufzutreten, quasi wie es sie selbst vormacht. Vom Dank allein kann man nicht leben, das wissen zwar alle, man muss es sich aber auch bewusst machen. «Nur wer seinen eigenen Wert kennt, nimmt den Wert anderer wahr», postuliert die Landfrauenpräsidentin des Kantons. Als dritte Haut des Menschen sei seine Wohnung zu verstehen, führt sie weiter an, und greift in die Zitatenkiste: «Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland». Wenn dieser Ausspruch von Jeremias Gotthelf auch heute wieder gelten soll, muss man Familienpolitik ernst nehmen. Damals wie heute, braucht es beide Geschlechter. Ob Lotti Baumann die an der Bundesfeier in Reitnau teilnehmenden Frauen wachrütteln konnte? Den Kreis über Gleichberechtigung und Wertschätzung schloss sie jedenfalls zum Nationalfeiertag auf exzellente Weise.