Unsere Schöpfung gleich vor Ort besungen
21.05.2019 Reitnau, AttelwilEs war ein Wagnis, auf welches sich der Jodlerklub Reitnau einliess. Eingeladen wurde zu einer «gemütlichen Jodlerwanderung rund um Reitnau» mit Zwischenhalten Apéro und «öppis guets» zum Mittagessen. Erwartet wurden die Klubmitglieder und vielleicht ein ...
Es war ein Wagnis, auf welches sich der Jodlerklub Reitnau einliess. Eingeladen wurde zu einer «gemütlichen Jodlerwanderung rund um Reitnau» mit Zwischenhalten Apéro und «öppis guets» zum Mittagessen. Erwartet wurden die Klubmitglieder und vielleicht ein paar Zugewandte. Gekommen sind rund 90 Mitwanderer!
st. Das Erstaunen war den Teilnehmenden ins Gesicht geschrieben, angesichts der grossen Wanderschar, die beim Schulhaus Reitnau auf den Abmarsch wartete. Der Präsident Res Koller, voller Tatendrang in kurzen Shorts trotz drohender Wolken, war gut gelaunt, als er das Programm verkündete. «Wir wandern gemütlich. Wer nicht gut zu Fuss ist, kann auf dem Fuhrwerk mitreiten. Unterwegs gibt es zweimal einen kurzen Halt, und zehn Minuten vor dem Ende der Wanderung offeriert der Jodlerklub einen Apéro.» Kurz und prägnant seine Worte, und schon hiess es Abmarsch, zuerst Richtung Gemeindegebiet auf Attelwiler Boden. Sanft war der erste Anstieg, sodass kaum jemand ausser Atem geriet. Oben waren Bänke aufgestellt für einen kurzen Halt, Getränke standen bereit, und der Klub trat erstmals zusammen, um unsere Schöpfung mitten in der sattgrünen Wiese mit Frühlingswald als natürliche Kulisse zu besingen.
Apéro an besonders lauschigem Ort
Einen Marschhalt mit Gesang gab es noch ein zweites Mal. Und dann kam die Überraschung bei der idyllisch gelegenen Jägerhütte. Dass der Jodlerklub hier einen Apéritiv zelebrierte, hat seinen Grund. Nächstes Jahr wird das 75-Jahr-Jubiläum gefeiert. Die erste Jodlerwanderung war sozusagen ein «Probelauf». Zum Jubiläum ist unter anderem etwas Ähnliches geplant, einfach noch eine Nummer grösser. Selbstverständlich wurde auch dieser Halt mit Gesang bereichert, und der gesungenen Aufforderung, die «Seele baumeln zu lassen» wurde ausgiebig nachgelebt, bei Weisswein und Orangensaft, serviert mit Chips.
«Wir haben damit gerechnet, dass zumindest die Klubmitglieder mit dabei sein werden. Bei der letzten Probe waren wir erstaunt, dass sich bereits 72 Leute angemeldet hatten. Und nun sind es über 90. Wir freuen uns natürlich über diesen Erfolg», so ein Mitglied der Organisation. Die grosse Teilnehmerzahl dokumentiert, dass der Jodlerklub «Echo» Reitnau nach wie vor grosses Ansehen geniesst. Man fühlt sich mit den Mitgliedern verbunden.
Endstation bei der Waldhütte
Ebenso idyllisch wie die Jägerhütte ist auch die Reitnauer Waldhütte gelegen. Die legendären Weiherfeste der vergangenen Jahre sind noch nicht vergessen. Auch diesmal durfte man sich zu Speis’ und Trank niederlassen. Die Köche haben nichts dem Zufall überlassen. Töpfe voller Spaghetti, einmal carbonara, einmal bolognese standen bereit, dazu gab es würzigen Schüblig – und jeder konnte holen «bis gnueg». Auf originelle Art bereitete der Präsident eigenhändig den Kaffee zu – nämlich am offenen Feuer.
Die erste Jodlerwanderung darf mit Fug und Recht als sehr gelungen bezeichnet werden, und auch Petrus meinte es gut an diesem Tag. Zwar blieb der helle Frühlingssonnenschein grösstenteils aus. Es musste deshalb aber auch keiner schwitzen, und «s’einte oder s’andere Rägetröpfli», wie Beat Zumbrunnen in seiner Bestätigungs-e-Mail «befürchtete», hat sich nicht nach Reitnau verirrt.
Das Hauptanliegen des Klubs war die Pflege der Gemütlichkeit und der Geselligkeit mitten in der freien Natur. Dass dabei dank des grossen Teilnehmeraufmarsches auch etwas für die Klubkasse hängen bleiben dürfte, ist ein hoch willkommener Nebeneffekt, der dankbar zur Kenntnis genommen werden dürfte. Der Anlass ruft jedenfalls nach Wiederholungen.




