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07.09.2018 Familie, RegionFake the fake...
Das Stapferhaus bringt jedes Jahr eine neue Ausstellung, am Puls der Zeit, zu gesellschaftlichen Themen. Ab Ende Oktober kann man die Ausstellung «FAKE. Die ganze Wahrheit» besuchen.
Die Vorschau zur Ausstellung lautete: Wem ...
Fake the fake...
Das Stapferhaus bringt jedes Jahr eine neue Ausstellung, am Puls der Zeit, zu gesellschaftlichen Themen. Ab Ende Oktober kann man die Ausstellung «FAKE. Die ganze Wahrheit» besuchen.
Die Vorschau zur Ausstellung lautete: Wem können wir noch vertrauen – in einer Zeit, in der die Wahrheit in der Krise und die Lüge salonfähig geworden ist? Am ehesten wohl dem Lebenspartner, der Familie, den Freunden. Und darüber hinaus? Jede Gemeinschaft, jede Gesellschaft braucht Vertrauen. Und Menschen, die es in ihrer täglichen Arbeit als Träger unserer Gesellschaft herstellen. Menschen, denen wir vertrauen können, denen wir vertrauen müssen. Die glaubwürdig sind und sehr viel tun für unser aller Vertrauen. Aber was tun sie eigentlich genau – und was, wenn sie selber nicht weiterwissen? Wie viel Wahrheit braucht Vertrauen in einer funktionierenden Gesellschaft? Eine wichtige Installation in der neuen Stapferhaus-Ausstellung zeigt, was es bedeutet, heute eine gesellschaftliche Vertrauensträgerin zu sein.
Im Vorfeld der Ausstellung, die ab diesem Herbst zu begehen sein wird, bekamen alle Pfarrer einen Katalog mit Fragen. Zwei davon waren: Müssen Sie als Pfarrerinnen die Wahrheit kennen? Eine herausfordernde Frage. Als Pfarrerin kam mir da sofort die Gegenfrage aus der Bibel in den Sinn: Was ist Wahrheit? Ich meine, Wahrheit ist sehr vielschichtig. Von müssen kann ja nicht die Rede sein! Ich bin froh, wenn ich etwas Wahres erkennen kann – das hat für mich eher Geschenkcharakter. Wenn ich mich auf einen Glaubensweg einlasse, werde ich immer wieder etwas von der Wahrheit erkennen oder noch besser erfahren dürfen. Wie schreibt doch Paulus im 1. Kor. Brief: Wir sehen jetzt nur wie mittels eines Spiegels in rätselhafter Gestalt, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich völlig erkennen, wie ich auch völlig erkannt worden bin. 1. Kor. 13.12. Wir leben im Vorläufigen, unsere Erkenntnisfähigkeit ist begrenzt. Warum auch immer. Auffallend ist, dass es beim Erkennen der Wahrheit hier um ein personales Erkennen geht. Da stehen sich der Mensch und Gott gegenüber. Insofern hat Wahrheit und Vertrauen viel mit Personen und deren Erkenntnisfähigkeit zu tun. Daher macht es auch Sinn, wenn die Ausstellungsmacher Berufsleute danach fragen, wie sie zur Wahrheit stehen. Wahrheit hat eine starke personale Dimension.
Wie steht es aus ihrer Sicht um das Vertrauen in der Kirche? Hier habe ich an Sie gedacht, liebe Leserin, lieber Leser. Vertrauen unsere Mitglieder «der Kirche»?
Das müsste ich von jeder und jedem von Ihnen persönlich erfahren. Ich meine bei denen, die ich kennenlerne zu spüren, dass viele den Pfarrpersonen, der Diakonin und den Kirchenpflegern viel Vertrauen schenken. Eine Art Vorschussvertrauen kann ich spüren – und ich denke das ist wichtig, damit wir unsere Arbeit mit Elan und in einem gewissen Freiraum tun können. Von all denen, die ich nicht persönlich kenne, weiss ich nicht, wie vertrauenswürdig wir ihnen erscheinen. Es wäre interessant, ein paar Stimmen dazu aus der Kirchgemeinde zu hören.
Sonja Glasbrenner, Pfarrerin, reformierte Kirchgemeinde Gränichen
