Hoffen auf weitere 90 Jahre Wasser
14.08.2018 Attelwil, ReitnauErstaunlich viele Interessierte nahmen die letzte, kurze Wegstrecke zum neuerbauten Reservoir «Störzli» in Reitnau in Angriff. Diese Baute ersetzt das alte, inzwischen abgebrochene Reservoir aus dem Jahre 1930. Rolf Trösch, Vizeammann und Präsident des ...
Erstaunlich viele Interessierte nahmen die letzte, kurze Wegstrecke zum neuerbauten Reservoir «Störzli» in Reitnau in Angriff. Diese Baute ersetzt das alte, inzwischen abgebrochene Reservoir aus dem Jahre 1930. Rolf Trösch, Vizeammann und Präsident des Gemeindeverbandes Wasserversorgung Attelwil-Reitnau, freute sich über den Grossaufmarsch.
st. Eine Bilderwand mit eindrücklichen Fotos über die Bauzeit führte die Besucher zum Eingang des neuerbauten Reservoirs «Störzli». Ein Gemeindewasser-Reservoir kann man schliesslich nicht jeden Tag betreten, umso interessierter zeigten sich die Besucher über das Innenleben und die beiden Wassertanks des Bauwerkes. Brunnenmeister Guido Rölli, der Attelwiler Gemeinderat Markus Baumann und Rolf Trösch, Reitnauer Vizeammann und Präsident des Gemeindeverbandes Wasserversorgung Attelwil-Reitnau, wurden dabei nicht müde, alles zu erklären und allfällige Fragen zu beantworten.
Wasser für weitere 90 Jahre
Rolf Trösch begrüsste die zahlreichen Besucher und blickte zurück in die Geschichte. Das alte, 1930 damals in mühevoller Handarbeit erbaute Reservoir wurde sanierungsbedürftig. Die damaligen Erbauer dürfen stolz sein auf ihr Werk, das nun immerhin 88 Jahre lang tadellos funktionierte. 2014 kam es neu in den Fokus. Die Projektausarbeitung mit Kostenabschätzung brachte zum Vorschein, dass ein Neubau nur wenig mehr kosten würde als die Totalsanierung. Immerhin sollte es ein Werk sein, das wiederum für 80 bis 90 Jahre den beiden Gemeinden einwandfreies Trinkwasser liefern sollte. 1,4 Mio. Franken wurden dafür budgetiert. Dieses Kostendach dürfte heute, dank der Mithilfe der anliegenden Bauern, die Hand boten zur Deponie des Aushubs, um rund fünf Prozent unterschritten werden. Dies nicht zuletzt auch dank des wachsamen Auges des Ingenieurbüros Lienhard.
Hürden mussten genommen werden
Da es sich um Landwirtschaftsland handelte mussten zahlreiche Hürden genommen werden, und die Tanks müssen selbstverständlich wasserdicht sein und bleiben. Während das alte Reservoir aus zwei Tanks mit je 200 Kubik Fassungsvermögen bestand, wurden neu nur noch zwei Tanks à je 150 Kubik gebaut. Damals musste das Reservoir auch die Löschwasserreserve beinhalten. Inzwischen wurde jedoch auf der Stockrüti neu gebaut, mit einem Fassungsvermögen von 300 Kubik Löschwasser plus 200 Kubik Trinkwasser.
Pro Tag werden heute 125 Kubik verbraucht, 125 Kubik, also eine Tagesration, beträgt die Reserve, dazu kommen 50 Kubik generelle Reserve. Damit die Wasserversorgung auch bei einem allfällig längeren Stromausfall gewährleistet ist, kann ein Notstromaggregat, montiert auf einem Bauamtsfahrzeug eingesetzt werden. Der Brunnenmeister, Guido Rölli, ist Tag und Nacht für den tadellosen Service der Anlage da. Oft merkt die Bevölkerung gar nichts davon, wenn da und dort mal ein Leck entsteht, das dann unbürokratisch und rasch behoben wird. Er sei, so Rolf Trösch, der wichtigste Mann und Hausherr auf dem «Störzli».
Was die Fusion mit sich bringt
Rolf Trösch ist stolz darauf, dass die Plakette an der Aussenwand des Reservoirs neben dem Reitnauer auch das Attelwiler Gemeindewappen trägt. «Die Fusion ist etwas Gutes, aber der Gemeindeverband Wasserversorgung Attelwil-Reitnau wird nun aufgelöst. Wir waren all die Jahre ein tolles Team. Auf lockere Art trotzten wir den zeitweise grossen Herausforderungen», so Trösch ein bisschen wehmütig. Damit übergab er via Markus Baumann den symbolischen Schlüssel in Zopfbrotform.


