150 Triolen für 150 Jahre Vereinsgeschichte
29.10.2026 Seetal, Dürrenäsch150 Jahre. So lange schon gibt es die Musikgesellschaft Dürrenäsch. Grund genug, das mit einem Konzert zu feiern.
Die Halle ist voll, die Vorfreude gross. «Mami, wann geht es endlich los?», fragt ein Junge zwischen zwei Gabeln Kuchen. Kurz darauf ...
150 Jahre. So lange schon gibt es die Musikgesellschaft Dürrenäsch. Grund genug, das mit einem Konzert zu feiern.
Die Halle ist voll, die Vorfreude gross. «Mami, wann geht es endlich los?», fragt ein Junge zwischen zwei Gabeln Kuchen. Kurz darauf werden die Lichter gedimmt und die Nachwuchsmusikanten von Furioso Dürrenäsch nehmen die Bühne ein. Es ist ein passender Auftakt für das Jubiläumskonzert der Musikgesellschaft, denn ohne Nachwuchs gibt es keine Zukunft. Im Furioso können die Jungtalente erste Orchesterluft schnuppern und das Zusammenspiel üben. Drei Stücke gaben sie zum Besten und zeigten bei «Runaway Baby» gar eine kleine Choreografie während des Spielens.
Den Übergang zwischen den Nachwuchsmusikanten und der Musikgesellschaft machte das gemeinsame Stück «Let It Go» aus dem Disneyfilm Frozen. Gekonnt führte Dirigent Matic Tomazic durch das Stück, welches mit grossem Applaus quittiert wurde.
«Heute dürfen wir ganz offiziell 150 Jahre Vereinsgeschichte feiern», erklärte Präsidentin Sandra Scherrer stolz. Dies geschah mit einem bunten Blumenstrauss an Musikstücken, die vom typischen Brass-Band-Sound über den traditionellen Marsch bis hin zu Popsongs alles beinhaltete. Das Lied «Brass Machine» sorgte gleich für einen fulminanten Auftakt: Fünf Kornettisten reihten sich am vorderen Bühnenrand auf und spielten ein Stück, das ihre Stärken strahlen liess. Jeder konnte einzeln glänzen und gemeinsam webten sie eine komplexe Melodie, getragen von den anderen Musikerinnen und Musikern.
Für ein besonderes Highlight sorgte der Auftritt von René Beschnitt. Normalerweise spielt er im Verein das Kornett, doch für das zweite Stück zog er einen Kilt an und marschierte mit dem Dudelsack in den Saal. So wurde das Publikum direkt nach Schottland versetzt, wo sich die Geschichte des Films «Braveheart» zutrug. Die Musikanten vermittelten die hoffnungsvolle und sanfte Stimmung der Geschichte.
Eine Reise durch die Jahre
«1876 haben sich hier in Dürrenäsch einige tapfere Musikanten zusammengetan und die Musikgesellschaft gegründet», erläuterte Lukas Scherrer augenzwinkernd in einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Leider wisse man nicht mehr, wer diese Musikanten waren oder weshalb sie eine Musikgesellschaft gründeten. Doch wie dankbar die heutigen Mitglieder der Musikgesellschaft für diese Idee vor 150 Jahren waren, wurde an diesem Abend deutlich.
Den Höhepunkt des Abends bildete die Uraufführung des Jubiläumsstücks der MGD. Hitoshi Takahashi komponierte für diesen besonderen Moment das Musikstück. Dass es vom Japaner komponiert wurde, kam dabei nicht von ungefähr: «Unser Dirigent Matic Tomazic und Hitoshi Takahashi studierten gemeinsam bei Thomas Rüedi das Euphonium», erklärte Lukas Scherrer. Schmunzelnd fügte er an: «Wir hatten beim Proben das Gefühl, dass er für jedes der 150 Jahre 150 Triolen geschrieben hat.» Doch auch diese unzähligen Trios von Noten meisterte die MG und es entwickelte sich ein Stück, das die Zuhörer an eine Reise mit wilderen und ruhigeren Momenten erinnerte.
Gemeinderätin Simone Bertschi liess es sich nicht nehmen, der MGD die Gratulation durch den Gemeinderat auszusprechen: «Die Welt hat sich verändert, aber was gleichgeblieben ist, ist dass Menschen gemeinsam ihre Freizeit verbringen und Musik machen.» Sie erinnerte an die Generationen von Musikantinnen und Musikanten, die dafür sorgten, dass der Verein auch heute noch besteht. Damit die MGD die nächsten 150 Jahre ebenfalls meistern kann, spielten zudem fünf Nachwuchsmusikanten aus dem Furioso in der zweiten Konzerthälfte mit. Die Musikgesellschaft versteht es, den Nachwuchs gekonnt zu fördern und zu integrieren.
Am Ende des Abends wollte das Publikum am liebsten gar nicht mehr nach Hause. Gleich zwei Zugaben wurden verlangt. «Von mir aus hätte es noch länger gehen können», meinte ein älterer Herr zu seinen Begleitern, ehe sie die Nacht mit einem Kaffee oder einer leckeren Torte ausklingen liessen.
Melanie Köchli





