Ab dem 1. November 2026 schliesst sich ein grosser Teil des aktuellen Menziker Notfall-Rettungsteams dem Rettungsdienst Neeser an. Die Firma mit Sitz in Wohlen eröffnet in Seengen eine neue Aussenwache. Das Kantonsspital Luzern versichert derweil: Der Betrieb des Rettungsdienstes in ...
Ab dem 1. November 2026 schliesst sich ein grosser Teil des aktuellen Menziker Notfall-Rettungsteams dem Rettungsdienst Neeser an. Die Firma mit Sitz in Wohlen eröffnet in Seengen eine neue Aussenwache. Das Kantonsspital Luzern versichert derweil: Der Betrieb des Rettungsdienstes in Menziken bleibt trotzdem gesichert.
Per 1. November übernimmt das Luzerner Kantonsspital bekanntlich den Rettungsdienst in Menziken. Das LUKS wird dies mit völlig neuem Personal machen müssen, denn alle Mitarbeitenden haben ihren alten Job gekündigt oder haben eine andere Lösung gefunden. Das Wynentaler Blatt hat von 14 der rund 20 Mitarbeitenden erfahren, wohin es sie zieht: Elf Rettungssanitäter und drei in Ausbildung stehende schliessen sich dem Rettungsdienst Neeser in Wohlen an. Das seit 1966 im Ambulanzdienst tätige Unternehmen wird in Seengen per 1. November einen neuen Stützpunkt eröffnen. Dieser wird von Anfang an rund um die Uhr mit einem Rettungswagen und entsprechender Besatzung einsatzbereit sein – das ist für die Region um Seengen eine gute Nachricht.
Das wirft aber auch Fragen auf: Warum erlebt der Standort Menziken einen derartigen Exodus, und ist es reiner Zufall, dass der neue Neeser-Standort ausgerechnet an jenem Tag eröffnet wird, an dem das LUKS den Standort Menziken übernimmt?
Über offizielle Kanäle will niemand so richtig Auskunft geben, man spürt, dass die Situation rund um das Spital Menziken angespannt ist. Beim beauftragten Kommunikationsbüro der Neeser AG verweist man auf die eigene Medienmitteilung, wonach «ein grosser Teil des Fachpersonals bereits rekrutiert werden konnte». Aus Datenschutzgründen werde man nichts über die Herkunft des Personals sagen, heisst es auf Anfrage. Ist der 1. November als Eröffnungstag zufällig gewählt worden? «Auch in diesem Business beobachtet man die Situationen im Geschäftsumfeld laufend, der Standort in Seengen ist schon seit langem in Planung», lautet die diplomatische Antwort.
«Ein gut eingespieltes Team»
Rund um das Spital Menziken kann man in Leserbriefen und Kommentaren Stimmen von enttäuschten Menschen lesen, Ängste werden geäussert, auch Anschuldigungen werden Richtung Entscheidungsträger und Politik abgefeuert. Dass sich gleich 14 Mitarbeitende der Rettung Menziken in Richtung Seengen verabschieden und sich damit gegen das LUKS entschieden haben, habe einen anderen Hintergrund: «Wir sind ein sehr gut eingespieltes Team, wir wollten zusammen bleiben und mit dem neuen Standort in Seengen wird uns diese Chance geboten», heisst es aus diesem Team. Wie viele andere auch, will niemand seinen Namen in der Zeitung lesen. Massgebend seien Arbeitswege, Aufgabenbereiche und Einsatzgebiet, und der neue Neeser-Standort in Seengen sei mit dem bestehen bleibenden LUKS-Standort in Menziken für die Bevölkerung eine gute Sache».
«Genügend Personal vorhanden»
Zurück zum Luzerner Kantonsspital, das in der Rettung den Abgang der gesamten Belegschaft zu bewältigen hat. Darauf sei man vorbereitet gewesen, sagt Mediensprecher Linus Estermann auf Anfrage und wiederholt das Statement, das man schon nach Bekanntwerden der Übernahme abgegeben hat: «Wir werden in Menziken den Rettungsdienst, die Hausarztpraxis sowie das Ambulatorium mit angepassten Sprechstunden weiterführen und die Notfallversorgung auf Tagesbetrieb umstellen. Der Mediensprecher unterstreicht, das LUKS verfüge über ausreichend Personal, um das Angebot in der geplanten Form ohne Unterbruch aufrecht erhalten zu können.
Remo Conoci